Schwung aus dem Handgelenk 

Pétanque soll im Landkreis heimisch werden: Vorführung am 18. Juli

Michael Gallenberger, Referent für Breitensport im Bayerischen
 Petanqueverband, will den Sport Boule oder auch Pétanque genannt, im Landkreis etablieren.
+
Michael Gallenberger, Referent für Breitensport im Bayerischen Petanqueverband, will den Sport Boule oder auch Pétanque genannt, im Landkreis etablieren.
  • Hans Kürzl
    VonHans Kürzl
    schließen

Olching – „Boule“, auch „Pétanque“ genannt, soll sich als Sportart im Landkreis etablieren. Der SV Germering hat den Anfang gemacht, der SC Olching will nun nachziehen und bastelt eifrig an einer neuen Abteilung. Wie das aus Frankreich bekannte Spiel ausgetragen wird, demonstrieren Olchinger und Germeringer Petanquespieler am Sonntag, 18. Juli, um 10 Uhr auf dem Gelände des Olchinger Amperstadions.

Die Konzentration von Bernhard Huppmann, Vizepräsident des SC Olching, gilt neuerdings den zwischen 650 und 850 Gramm schweren Kugeln. Kein Problem für Michael Gallenberger, den Referenten für Breitensport im Bayerischen Petanqueverband, der derzeit rund 1.700 Mitglieder aufweist. „Sie haben sehr schnell ein Erfolgserlebnis“, erzählt er dem halben Dutzend Olchingern, das bereits vor ein paar Tagen den neuen Sport vorab getestet hatte.

Deren ersten Versuche sehen noch etwas hölzern aus, der Schwung aus dem Handgelenk will ein wenig geübt sein. Doch etwa nach fünf oder zehn Minuten gelingt es die Kugel zumindest annähernd so zu platzieren wie geplant. Dem Gesichtsausdruck von Huppmann etwa sieht man an, dass der Spaßfaktor nach oben klettert. Und Robert Toni Gross postet ein paar Tage später zusammen mit seiner Frau Tina auf der Homepage des SCO: „Es hat Spaß gemacht. Wir sind beim nächsten Mal wieder mit dabei.“

Beim nächsten Mal, das soll beim SC Olching eine Dauereinrichtung werden – eben in Form einer neuen Abteilung. Dazu braucht es zunächst nicht viel, wie Gallenberger ausführt: „Drei Leute müssen es sein, von denen einer Abteilungsleiter ist.“ Wie’s geht weiß der 64-Jährige aus eigener Erfahrung vom SV Germering. Dort gibt es etwa seit Anfang des Jahres eine Petanque-Abteilung. Unter den derzeit knapp 20 Mitgliedern sind auch mehrere ehemalige Spieler des BC Germering.

Zwei Vereine für diesen Sport in einem Landkreis wie Fürstenfeldbruck, das ist Gallenberger zu wenig. „Das kann wachsen, das muss wachsen.“ Je mehr Menschen einen Sport betreiben und je weniger weit man dafür zum Beispiel für einen Wettbewerb fahren müsse, um so attraktiver sei das. Im Südbayerischen findet man Aktive in München, Eching, Landsberg, Kaufbeuren, Kochel und Weilheim.

Gallenberger sieht Petanque zudem als Mittel nicht nur Mitglieder an einen Verein weiter zu binden, sondern auch neue zu gewinnen. Mit zehn Jahren könne man anfangen, nach oben hin sei der Spaß unbegrenzt. In den Wettbewerbsligen würden sich die Mannschaften unabhängig von Geschlecht und Alter bilden können. Der Ligenbetrieb beginnt in der Kreisklasse. Er setzt sich fort über die Bezirksliga, Bezirksober- sowie Landesliga bis hin zur Bayern- und Bundesliga.

Ein weiteres Argument sind für den Breitensport-Referenten im Bayerischen Petanqueverband die Kosten. Ein Satz Kugeln, die offiziell für Turniere zugelassen sind, ist für rund 80 Euro zu haben. „Dazu noch ein Vereins-Shirt oder -Trikot“, so Gallenberger. Mehr brauche es nicht. Auch einen turniergerechten einigermaßen repräsentativen Platz anzulegen, sei bereits für 3.000 Euro möglich. Das seien Kosten für zehn Bahnen, die jeweils vier mal 15 Meter groß sind und auf einen Tennisplatz passen würden.

Kürzl

Auch interessant

Kommentare