Vereine bangen um ihre Existenz

EVF und ERCF fühlen sich beim Thema »Eissporthalle« nicht ernst genommen

Eishockey-Spiel des EV Fürstenfeldbruck in ihrem Freiluft-Stadion
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EVF und ERCF haben Angst, dass ihnen die sportliche Grundlage entzogen wird, wenn das Schwimmbad (hier hinter der Tribüne) im kommenden Jahr abgerissen wird.
  • Dieter Metzler
    VonDieter Metzler
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Fürstenfeldbruck – Zwar verfolgen der EV Fürstenfeldbruck (EVF) und der Eis- und Rollsportclub Fürstenfeldbruck (ERCF) mit großem Wohlwollen die Aktivitäten einiger Stadtratsgruppen hinsichtlich ihres Interesses für eine neue Eissporthalle, indem sie der Halle in Burgau einen Besuch abstatteten und als Vorbild für Bruck ins Gespräch bringen wollen.


Zunächst beschäftigt die beiden Brucker Vereine aber eigentlich mehr, wie es mit ihrem Sport weitergehen soll, wenn im Frühjahr 2023 das an das Brucker Freiluft-Eisstadion angrenzende Hallenbad abgerissen wird. Bekanntlich sind in dem Gebäudekomplex des Hallenbades die gesamte Technik mit Wasserleitungen und einem Tank für das Ammoniak zur Eisaufbereitung sowie die Umkleidekabinen für die Vereine untergebracht, und zuletzt grenzt auch noch die komplette Zuschauertribüne unmittelbar an das Gebäude.

„Uns ist wirklich nicht daran gelegen, irgendjemanden an den Karren zu fahren. Aber uns bleibt letztlich nichts übrig, als uns auf diesen Wege an die Öffentlichkeit zu wenden“, meint EVF-Präsident Claus Limmer bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz vor dem Spiel am vergangenen Sonntag, an der auch EVF-Vize Manuel Vilgertshofer und mit Dorothea Heid und Celina Hilpert zwei Vertreterinnen des ERCF teilnahmen.

„Aber wir bekommen sowieso nichts mit.“

EVF-Vize Manuel Vilgertshofer

Die Vereine fühlen sich von der Stadt und den Stadtwerken nicht ernst genug genommen. Der EVF und der ERCF haben schlichtweg Angst, dass ihnen die sportliche Grundlage entzogen wird, wenn im kommenden Jahr das Schwimmbad abgerissen werde. „Keiner kann uns bisher sagen, wie es dann mit dem Eissport weitergeht“, berichtet Limmer. Seit Monaten warten die Vereine auf eine konkrete Antwort aus dem Rathaus. „Für eine Einhausung ist wohl der Zug schon abgefahren“, befürchtet Vilgertshofer. „Aber wir bekommen sowieso nichts mit.“ Und auch wie weit die Bildung des fraktionsübergreifenden Arbeitskreises unter der Leitung von Oberbürgermeister Erich Raff inzwischen gediehen ist, wissen die Vereine nicht. „Die Vereine sollten auf jeden Fall darin vertreten sein“, fordert Limmer. Er und Vilgertshofer haben große Zweifel daran, dass eine Verlagerung der Technik problemlos möglich ist. Nach einem Gespräch mit einem entsprechenden Fachmann, der die Brucker Verhältnisse im Eisstadion bestens kennt, fühlt sich Limmer mit seinen Zweifeln bestärkt. Ein ungestörter Weiterbetrieb der bestehenden Eisfläche wäre wohl nur unter hohem finanziellem Aufwand möglich und damit wahrscheinlich nicht mehr rentabel.

800 Mitglieder und Schulen betroffen

„Man reduziert uns immer gern nur auf die beiden Vereine“, weist Limmer daraufhin, dass aber nicht nur die Vereine mit ihren 800 aktiven Mitgliedern Nutzer des Eisstadions sind, sondern auch die vielen Schulkinder, die jedes Jahr im Winterhalbjahr von Montag bis Freitag das Schlittschuhlaufen erlernen. Limmer hat aus diesem Grund auch die Rektoren der Brucker Schulen angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Und nicht zuletzt weisen die Vereine auf den großen Andrang beim Publikumslauf hin. „Zwei Jahre kein Eisstadion würde das Aus für die Vereine bedeuten“, sind sich die Vertreter des EVF und des ERCF einig.
Metzler

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