Der SC Fürstenfeldbruck avanciert zu einem reinen Fußball-Club  

Tischtennis-Abteilung trennt sich vom SC FFB – Finanzlage desaströs

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Rudi Lutzenberger, seit 48 Jahren der „Motor“ der Tischtennis-Abteilung

Fürstenfeldbruck  – Mit knapper Mehrheit hat das Präsidium des SC Fürstenfeldbruck unlängst dem Antrag der Tischtennis-Abteilung zugestimmt, sich vom Hauptverein zu trennen. Damit avanciert der Brucker Sportclub zu einem reinen Fußballclub.

 Ob die mit ihrer ersten Mannschaft in der zweiten Bundesliga spielende Tischtennis-Abteilung nun einen eigenen Verein aus der Taufe hebt, oder sich dem mit über 3.000 Mitgliedern zählenden Turn- und Sportverein (TuS) in der Kreisstadt anschließt, soll auf einer Versammlung im September beschlossen werden. Manager Rudi Lutzenberger, der seit 48 Jahren die Geschicke der Tischtennis-Spieler erfolgreich führt, hatte schweren Herzens Anfang April die „Scheidung“ vom SCF eingereicht. Die Entscheidung verzögerte sich durch die anstehenden Neuwahlen des Präsidiums im Mai. Die neuen Präsidiumsmitglieder stimmten jetzt dem Antrag des Abteilungsleiters mit knapper Mehrheit zu. Immerhin verliert der rund 900 Mitglieder zählende Verein durch eine Trennung weitere 150 Mitglieder. 

Der Hauptgrund, warum sich die Tischtennis-Abteilung vom SCF trennen will, ist die desaströse Finanzlage des Hauptvereins. Auch wenn eine Insolvenz des Sportclubs wohl momentan abgewendet sei, so wolle die Tischtennis-Abteilung nicht ständig befürchten müssen, dass eines Tages doch der Etat der Tischtennis-Abteilung bei einem Insolvenzverfahren vom Hauptverein geschluckt werde. Die in der zweiten Bundesliga spielende Mannschaft hat mit Günther Paul, der in der Hasenheide ein Laser-Unternehmen betreibt und selbst in der fünften Mannschaft Tischtennis spielt, einen hochkarätigen Sponsor. Bei einem Treffen der Sponsoren des SCF Anfang April hatte Paul Kritik an der Finanzpolitik des Vereins geäußert. Sportlich werde sich die Trennung der Tischtennis-Abteilung nicht auswirken, wurde Lutzenberger vor einigen Wochen auf Anfrage vom Deutschen Tischtennisbund zugesichert, dass im Falle einer Neugründung die erste Mannschaft nicht zurückgestuft werden würde. So konnte der in Kottgeisering wohnende Lutzenberger bereits mit den Planungen für die am sechsten September erstmals bundesweit eingleisige Bundesliga beginnen. Der engagierte Funktionär favorisiert eine Fusion mit dem TuS. Das bringe etliche Vorteile, wenn man sich einem Verein anschließe, der professionell geführt werde. Aber auch die Fraktion derjenigen, die einen eigenständigen Verein wollen, sei groß. Jeder demokratischen Entscheidung werde er sich beugen, so Lutzenberger. In früheren Jahren zählten neben der Fußball-Abteilung mit einer großen Jugend-Abteilung eine Wander-, eine Stockschützen- und eine Tennis-Abteilung zum Hauptverein. Die Wanderabteilung löste sich als erstes auf, anschließend spaltete sich die Stockschützen ab und gründeten einen eigenen Verein, der unter Stockschützenclub (SSC) firmiert und wenig später gründete auch die Tennis-Abteilung einen eigenständigen Verein mit dem Namen Tennisfreunde Fürstenfeldbruck (TF FFB). 

Dieter Metzler

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