Im Fünfmeterwerfen wurde die Partie entschieden

Brucker Wasserballer stehen im Finale um den Bayerischen Pokal

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Torhüter Axel Steinbach fischte in ums andere Mal den Ball weg, sodass die Nürnberger kaum Chancen hatten, das Spiel zu drehen.

Kopf unter Wasser – und ab. Ein letzter, erschöpfter Sprint. Andreas Peters, der Kapitän der Fürstenfeldbrucker Wasserballer, hatte kaum noch Kraft. Aber dieser Sprint musste sein. Der Sprint zu Torwart Axel Steinbach. Denn der hatte in dieser Sekunde eine der größten Sensationen des Vereins der letzten 20 Jahre perfekt gemacht: Pokalfinale.

Fürstenfeldbruck - Die Brucker Wasserballer haben tatsächlich das nahezu Unmögliche geschafft. Gegen den haushohen Favoriten 1. FC Nürnberg Schwimmen siegten die Wasserratten im Halbfinale des Bayerischen Pokals nach Fünfmeterwerfen mit 8:6-Toren (2:1, 0:2, 3:1, 0:1, 3:1). „Überragend. Ich weiß überhaupt noch nicht richtig, was heute passiert ist“, sagte Clemens Satzger nach dem Spiel.

Voraussetzungen für Brucker Mannschaft denkbar schlecht

Die Vorzeichen vor der Partie waren klar. Auf der einen Seite die Nürnberger. Der ungeschlagene Tabellenführer und Serienmeister. Nürnberg war mit der besten Aufstellung angereist. Seit der Verein vor zehn Jahren aus der zweiten Bundesliga abstieg, ist er jedes Jahr Meister geworden. Die rund 30 Spiele gegen die Wasserratten wurden alle gewonnen, meistens sogar deutlich. Auf der anderen Seite die Wasserratten, für die es eine schwierige Saison ist. In der Oberliga ist die Mannschaft nach mehreren knappen Niederlagen Letzter. „Wir hatten leider Abgänge, ohne neue Spieler hinzuzugewinnen. Daher waren wir eigentlich bei fast jeder Partie knapp besetzt“, erklärt Peters. Doch noch in keinem Spiel waren die Brucker ähnlich schlecht besetzt, wie am Dienstag. Entsprechend sah die Vorgabe aus: ruhig spielen, Fehler vermeiden und zunächst in der Defensive sicher stehen.Die dezimierten Brucker starteten besser in die Partie. Bereits im ersten Angriff zimmerte Kapitän Peters einen Wurf aus zehn Metern in den Winkel.

Zur Halbzeit führte der Favorit aus Franken

 Nürnberg reagierte zunächst unbeeindruckt und versuchte Oberliga-Torschützenkönig Vladislav Romine in Stellung zu bringen. Doch der Defensivverbund der Brucker stand. Zwei Minuten vor Ende des ersten Viertels konnte Kautz aus sechs Metern sogar auf 2:0 erhöhen. Doch vor der ersten Pause gelang dem Favoriten der Anschlusstreffer. Spätestens ab dem zweiten Spielabschnitt begann dann die „Axel Steinbach Show“. Der Schlussmann der Brucker hatte einen glänzenden Tag erwischt. Lediglich zwei Treffer, einer davon aus Überzahl sowie einen Fünfmeter mussten die Wasserratten zulassen. Dennoch: Zur Halbzeit führte der Favorit aus Franken mit 3:2. „Als die Nürnberger zur Pause vorne lagen, haben sie vermutlich gedacht, dass das Schwerste überstanden ist. War es aber nicht“, sagt Satzger. Peters glich per abgefälschtem Fernwurf aus, Josef Sandor gelang bei Überzahl, die 4:3-Führung, Peters – nach zwischenzeitlichem Ausgleich – das 5:4. Steinbach parierte weitere Fernschüsse, die Nürnberger waren zunehmend entmutigt. Nach dem dritten Viertel führten die Brucker völlig überraschend mit 5:4. Im Schlussviertel stürmten die Franken weiterhin auf das Brucker Tor – ohne zündende Gedanken zu haben. 

Fünfmeterwerfen entscheidet die Partie

Erst zwei Minuten vor Spielende gelang der Ausgleich durch einen erfolgreichen Fernschuss. 5:5. Fünfmeterwerfen. Die Brucker begannen mit Jugendspieler Sandor, der den Ball in den linken Winkel wuchtete. Steinbach parierte den ersten Fünfmeter der Nürnberger, Kautz traf zunächst, wurde aber zurückgepfiffen und scheiterte dann im zweiten Versuch am Innenpfosten. Doch Steinbach hielt auch den zweiten Fünfmeter der Gäste. Peters verwandelte – und Steinbach hielt erneut. Satzger, als Vierter Schütze, setzte den Ball an den Innenpfosten und von dort auf die Torlinie, während Nürnberg den ersten Fünfmeter traf. Routinier Szerdahelyi trat als fünfter Wasserratten-Schütze an – und versenkte sicher rechts oben. Der Rest war Freude – und der Sprint von Peters.„Wir haben heute enorm stark verteidigt und vor allem keine leichten Fehler im Angriff gemacht, die dann zu Kontern führen“, sagt Satzger.Im Finale treffen die Brucker auf Verbandsligist TV Memmingen. 

red

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