Fest, Medaille und neuer Stein

Gemeinde Gernlinden feiert 100-jähriges Bestehen

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Sie freuen sich auf das Festwochenende: Dritte Bürgermeisterin Waltraut Wellenstein, Ortsarchivar Stefan Pfannes, Christian Kemether, Karlhenz Kemether, Andreas Wenhart, Zweiter Bürgermeister Roland Müller und Christina Wenhart.

Gernlinden hat einen runden Geburtstag: Genau 100 Jahre ist es heuer her, dass der Ort gegründet wurde – das muss natürlich gebührend gefeiert werden. Von Freitag, 5. Juli, bis Sonntag, 7. Juli, organisiert das Kartell der Gernlindner Ortsvereine am Dorfplatz deshalb ein großes Fest.

Rund 15 Vereine, Verbände und Organisationen tragen zur Gestaltung des Festwochenendes bei, mindestens 200 bis 250 Freiwillige helfen mit. „Das Fest soll eine Brücke schlagen, zwischen der Erinnerung der Alteingesessenen und allen, die in Gernlinden neu zugezogen sind“, erklärt Kartellsvorsitzender Christian Kemether. 

Großes Kinderspielplatzfest am 6. Juli

Los geht es am Freitag, 5. Juli, ab 19 Uhr mit einem Gartenfest mit der Coverband „Rock Station“. Am Samstag, 6. Juli, folgt ab 14 Uhr ein großes Kinderspielplatzfest und anschließend findet das Dorffest mit Musik und Tanz statt. In einem Ausstellungszelt bekommen die Besucher einen Einblick in die Geschichte der Siedlung Gernlinden und um 15 und 16 Uhr bietet Ortsarchivar Stefan Pfannes Führungen durch das Ortszentrum an. Die Siedlung ist vor 100 Jahren entstanden, als 1919 Graf Hans zu Toerring-Jettenbach der Bayerischen Landessiedlung 100 Tagwerk Grund überlassen hatte. Bereits zuvor hatte es im nördlichen Teil ein Gut und im südlichen Teil die Wirtschaft „Waldschlössl“ gegeben. Auf dem Grund von zu Toerring-Jettenbach entstanden zunächst 17 Siedlungshäuser, die günstig an Veteranen aus dem Ersten Weltkrieg oder Hinterbliebene abgegeben wurden. „Die Grundstücke waren sehr groß“, erklärt Stefan Pfannes. „Die Bewohner sollten Selbstversorger sein.“ 

Gründungsstein wird versetzt

Im Laufe der Zeit entstand so zunächst die Siedlung südlich der Bahnlinie. Nach dem zweiten Weltkrieg fanden schließlich auch nördlich der Bahn kleine Nebenerwerbslandwirte eine Heimat. Seitdem ist der Ort immer weiter gewachsen, inzwischen hat Gernlinden rund 5.000 Einwohner. Zum Gedenken an die Gründung Gernlindens wurde bereits in den 30er Jahren ein Gründerstein mit einer Gedenkplatte aus Bronze mit dem Konterfei des Grafen Hans zu Toerring-Jettenbach gesetzt. In den 90er Jahren musste die alte Platte durch eine Glasplatte entfernt werden. Diese muss jetzt erneut durch eine neue Platte ausgetauscht werden. „Bei der Gestaltung war es uns wichtig, uns am Original zu orientieren“, erklärt Kemether. Zudem muss der Stein versetzt werden: An seinem Standort an der Heinestraße würde er geplanten Neubauarbeiten an der S-Bahn-Fußgängerbrücke im Weg stehen. Künftig hat der Stein seinen neuen Platz im Baumpark am Friedhofsweg. „Der Platz erfährt dadurch eine Aufwertung“, sagt Kemether. 

Helfer bei Anbau, Umbau und Abbau gesucht

Am Festsonntag, 7. Juli, wird der Ortsgründungsstein um neun Uhr am neuen Standort feierlich eingeweiht. Anschließend gibt es einen Festzug zum Dorfplatz mit einem Halt am Graf-Toerring-Brunnen. Um 10 Uhr findet ein ökumenischer Gottesdienst statt, danach ist ein musikalischer Weißwurstfrühschoppen mit der Blaskapelle Maisach geplant. „Dabei gibt es Preise wie anno dazumal“, verspricht Christian Kemether. Als Erinnerung an das Fest können Bürger ab sofort eine Gedenkmedaille zum Preis von sieben Euro kaufen. Weil sich viele Programmpunkte im Freien abspielen werden, hoffen die Organisatoren vor allem auf schönes Wetter am Festwochenende. Immerhin steckt viel Arbeit dahinter: „Wir haben eine Mammutaufgabe vor uns“, so Christian Kemether. Weitere Helfer seien deswegen willkommen. „Wir sind froh über jede Unterstützung, wenn zum Beispiel jemand beim Aufbau, Umbau oder Abbau hilft.“ 

Schuri

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