Ca. 20.000 Bewerber, 238 Kilometer, 5.500 Höhenmeter - SC Gröbenzeller Rennradtrainer Sandor Tettenborn war beim Ötztaler Radmarathon 2015 dabei

Ötztaler Radmarathon 2015

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Tettenborn im Ziel 

Gröbenzell - Unter den Rennradlern ist der Ötztaler Radmarathon das Highlight des Jahres. Auf gut 4.000 Startplätze kommen ca. 20.000 Bewerber. Nach den Jahren 2007, 2009, und 2011 bis 2013 durfte der SC Gröbenzeller Rennradtrainer Sandor Tettenborn heuer wieder dabei sein. Was bringt Menschen dazu 238 km und 5.500 Höhenmeter in einer Tour auf dem Rennrad zu fahren, und was denken sie sich dabei? Tettenborn beschreibt seinen sportlichen Höhepunkt des Jahres 2015 so: „Den Wecker auf 4:45 Uhr gestellt. Natürlich schon um 3 Uhr wach geworden und rumgewälzt. Auch wenn dies schon mein 5. Ötzi war ist es immer wieder Gänsehaut Feeling pur. Flaschen gefüllt, ausgiebiges Frühstück, rein in die Klamotten. Mit Riegel und Gels bewaffnet um kurz vor 6 Uhr raus Richtung Start. 6:45 Uhr Startschuss für den 1. Block. So langsam setzen sich die 4289 Starter in Bewegung.

"Um 6:51 rolle ich auch über die Matte. Vom Kopf her aber noch nicht frei, bzw. kein Vertrauen in die Technik. Nach mehreren Reifendefekten im Mai bei der Tour de Kärnten, einem MTB Abgang und im Juli bei einem Sturz mit ca. 50 Km /h hoffte ich etwas der alten mentalen Stärke bergab wieder zurück gewinnen zu können. Ötz (km 32) war nach 38 min erreicht. Der erste Anstieg geht hoch zum Skigebiet Kühtai auf 2020 m ü. NN. Dort war ich nach genau 2:00 h Rennzeit. 430 Plätze gut gemacht. Auf der rasanten Abfahrt nach Kematen, wo ich die Jahre zuvor mit teils 104 Km/h unterwegs war, wollte der Kopf nicht mehr wie 76 Sachen zulassen, und so habe ich wieder gut 50 Positionen verloren.

Über Innsbruck ging es dann mit gut 45 km/h Richtung Brenner. Am Brenner selbst heißt es immer zurückhalten und nicht überziehen. Auf jedem der vier Berge zwei neue Trinkflaschen holen, einen Riegel essen und 1-2 Gels schlürfen war der Plan. Der Jaufenpass hatte mir bei 32 Grad Celsius zuvor etwas Angst in die Augen getrieben. Aber es lief einfach nur top. Die Beine waren trotz fast 300 Watt frei.

Am Timmelsjoch waren es dann 37 Grad Celsius in Moos. Jeder der mich kennt weiß, dass ich Hitze nicht gut abkann. Bis zur Labe Schönau auf 1800 m Höhe war ich sogar noch in meinem selbstgesteckten Zeitfenster, bis es dann doch im rechten Fuß und in der Wade zu Zwicken anfing. Ich musste rausnehmen… nur keine Krämpfe, bitte keine Krämpfe…

Tettnborn vorne im Bild 

Am Straßenrand hatte ich schon dutzende Radler sitzen, stehen und schieben gesehen. Ich wollte unter 9 h bleiben. Aber spätestens ab jetzt war klar. Das wird 2015 nichts. Nachdem mir das Rennleiter Auto 1200 m vorm Gipfel mit 8:49 h Rennzeit entgegen kam sollte ein klares „unter 10 Stunde“ drin sein. In der Abfahrt vom Timmelsjoch mal wieder in die Hose gemacht bei fast 77 Km/h. An den Gurgeler Bergbahnen vorbei mit etwas Rückenwind habe ich dann die Vorzüge der Übersetzung 53 zu 11 auskosten können, und bin bestimmt an 20 Radlern mit über 70 km/h leicht abfallend vorbei. Jetzt waren fast alle Abfahrten gemeistert. Die Technik hat gehalten und der Kopf wurde zunehmend freier. Trotzdem bleib ich konzentriert. Bis nach Solden rein noch drei direkte „Gegner“ vor mir. Bei der 500 m Marke meine Sprintstärke nochmal voll eingesetzt. Bei leichtem Rückenwind laut GPS mit 65 Sachen über die letzte Welle und beinahe die 90 Grad Abzweigung nach rechts ins Ziel nicht bekommen.

Da war ich nun im Ziel, nicht nach 8 h irgendwas sondern nach 9:38.44,1 als 619. in meiner AK wohl behalten und gesund.“

Sandor Tettenborn

Der 1. SC Gröbenzell bietet im Sommer immer Donnerstags um 18 Uhr Rennradtraining in zwei Leistungsgruppen für Damen und Herren ab 18 Jahre. Treffpunkt ist auf der Nordseite des Bf. Gröbenzell.

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