Wettkampfvorbereitung mit paralympischen Schwimmer - 1000 Schwimmer aus 10 Nationen in München

Wasserratten bei der Head Trophy

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Wasserratten bei der HEAD TROPHY München 2016 in der Münchner Olympia-Schwimmhalle.

Fürstenfeldbruck - Neben der Spitzenfunktionärin des DSV waren auch die FINA Schiedsrichter Andrea Thielenhaus und Jürgen Bosch am letzten Wochenende, 5./6. 3.  in der Münchner Olympiahalle, denn die HEAD TROPHY lockte einmal mehr fast 1000 Schwimmer und Schwimmerinnen aus 10 Nationen nach München. Das zweitgrößte Schwimmfest in Deutschland genießt seit Jahren einen exzellenten Ruf bei den Schwimmvereinen in ganz Europa, denn neben dem einzigartig vitalem Olympiapark bietet das Schwimmfest jedes Jahr eine besondere Atmosphäre.

 

Spitzenschwimmer, die sich dieses Jahr sogar für RIO2016 im Rahmen des Wettbewerbes qualifizieren konnten, teilen sich Bad und Schwimmbecken mit Nachwuchsschwimmern. Der Hauptsponsor HEAD sorgt jedes Jahr dafür, dass Spitzenschwimmer aus ganz Europa zu diesem Schwimmfest kommen und mittendrin und nicht nur dabei sind.

 Die Fürstenfeldbrucker Wasserratten haben hier einen kleinen Vorteil, denn der Vereinspräsident organisierte auch dieses Jahre am Freitagabend ein Sonder-Spezialtraining für die Schwimmer der beiden besten Leistungsgruppen im Olympiabad mit der, schon für RIO qualifizierten Birgit Koschischek, den beiden noch hoffnungsfrohen Grazern Gotti Eisenberger und Daniel Pilhatsch.

 Mit Andreas Onea war auch ein paralympischer Schwimmer mit am Beckenrand und zeigte den jungen Brucker Schwimmern, was man alles sportlich erreichen kann, wenn man nur einen Arm hat. Als Junge im Alter von 6 Jahren hatte Andy seinen linken Arm verloren und heute gehört der sehr sympathische und immer freundliche Onea bereits zum Paralympischen Aufgebot für die Spiele in RIO. Nach dem Training gab es noch reichlich Zeit für Autogramme, Photos und auch Fragen und Gespräche.

So gingen die Brucker Schwimmer am Samstag und Sonntag hochmotiviert an den Start und konnten bei den ersten Langbahn Wettkampf des Jahres einmal mehr mit sehr guten Leistungen aufwarten.

Besonders viel hatte sich Carina Hengstenberger vorgenommen, denn der 50m Schmetterling Vereinsrekord auf der langen Bahn von Patricia Pitschi war, laut Carina jetzt endlich fällig. 30,76 Sekunden später schien der Traum vom ersten Vereinsrekord für die 14- jährige Aicherin in Erfüllung gegangen zu sein, denn die Zeit war brillant. Minuten später krachte das Kartenhaus zusammen und Carina wurde wegen eines Fehlers beim Anschlag disqualifiziert.

Einige Tränen und viel Trost seitens der Trainer und Vereinskameraden später war aber klar, aufgeschoben ist nicht aufgehoben und nach den Osterferien wird die Mission Vereinsrekord weiter verfolgt. Somit war Carina’s Saisonstart auf der Langbahn nicht vom Glück begleitet, aber die gezeigten Leistungen auf den anderen Strecken lassen auf eine gute Saison hoffen.

Die Überfliegerin der letzten Wochen, Lea Obermair ging nach einer Woche mit Grippe und Schnupfen etwas geschwächt an den Start. Dennoch konnte Lea wieder zwei Langbahn Vereinsrekorde schwimmen und zeigte, dass sie auch in Normalform sehr schnell unterwegs ist. 100m Freistil in 1:02,22 min und 50m Rücken in 32,30 sek sind die neuen Rekordzeiten.

Felix Mende kommt immer besser in Schwung und mit einem sehr starken 2. Platz im Jahrgang 2002 über 200m Brust konnte der Olchinger beweisen, dass er auch gegen internationale Konkurrenz sich gut in Szene setzen kann. 6 persönliche Bestzeiten bei 6 Starts lassen eine Qualifikation zur DJaM in Berlin immer realistischer werden.

Felix Stenglein war, wie Carina nicht ganz so zufrieden. Hatte sich Flux doch einen neuen 200m Rücken Vereinsrekord vorgenommen. „Das ist schon frech und mutig, vor dem Rennen sowas anzukündigen“, so Trainerin Monika Cmarits, denn Flux hätte seine Bestzeit auf der langen Bahn um 9 Sekunden verbessern bzw. seine Kurzbahnbestzeit einstellen müssen. So hat es am Ende nicht ganz gereicht, aber die neue persönliche Bestzeit steht jetzt bei 2:34,44 min und mit vier weiteren persönlichen Bestzeiten zeigt Felix, dass er gut drauf ist.

Sieben Einzelstarts hatte die Zweitjüngste im Team auf dem Programm stehen, dazu noch einen Start in der NightFinal Staffel. Corinna Wirkner schwimmt seit ein paar Wochen sich selbst auf ein neues Niveau und darf wohl doch schon in dieser Saison von einer Teilnahme an den Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften im Juli in Würzburg träumen. Bei allen Starts konnte Corinna neue persönliche Bestzeiten schwimmen, teilweise erreichte sie ihre Kurzbahn Bestzeiten, die sie erst vor zwei Wochen bei den Kreismeisterschaften erzielt hatte.

Niklas Biesold hat schon diverse Starts in Würzburg sicher und konnte mit einer neuen Bestzeit und zwei sehr guten Zeiten über die kurzen Kraulstrecken zufrieden sein.

Zwei Starts, zwei Bestzeiten und zweimal Platz 13 im Jahrgang 2004 konnte Lara Cosic erschwimmen, die ebenso wie Lia Neuhierl eine Rückenspezialistin ist. Lia konnte drei sehr gute Rennen absolvieren und steigert sich kontinuierlich.

Johanna Ruoff steigerte sich deutlich über 200m Rücken, die aktuell ihre Paradestrecke ist. Zwei schnelle Rennen über 50m Rücken bzw. Freistil komplettierten den erfolgreichen Wettkampf für die junge Olchingerin.

Annika Greese dufte über 50m Freistil an den Start gehen und nach 32,40 Sekunden schlug die junge Bruckerin mit neuer persönlicher Bestzeit an.

 Laura Bertram aus Gernlinden konnte sich im Vorfeld für 5 Rennen qualifizieren und zeigte eine wieder aufsteigende Form, die sie durch 3 persönliche Bestzeiten auch deutlich untermauerte.

Ein Highlight der HEAD TROPHY sind die NIGHTFINALS am Samstag Abend und die 6 x 50m Freistil Mix Staffel. Nicht nur auf Grund ihres Alters sind die jungen Wasserratten Schwimmer hier noch chancenlos, aber in der Besetzung Carina, Lea, Corinna, Fabio, Felix und Felix konnte das Team nicht nur den Flair der Nacht geniessen, sondern einen tollen neunten Platz belegen.

Cheftrainer Elli Mangafic war mit den Leistungen seiner Wasserratten sehr zufrieden: “Alle Leistungen waren gut, teilweise sehr gut. Wenn wir jetzt im Trainingslager in den Osterferien eine Woche auf der langen Bahn intensiv trainieren können, dann wird die nächste Station der HEAD TROPHY in Graz ein großer Erfolg für uns. Wir kommen von der kurzen Bahn und habe diese Jahr noch nie auf der 50m Bahn trainiert, dann muss man etwas Geduld mitbringen. Dennoch sind Lea, Carina, Felix Mende und auch Felix Stenglein immer noch auf dem Weg zur DJaM nach Berlin, auch wenn der Weg jetzt anstrengend und steil werden wird.“

Stefan Sponer

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