Krav Maga: Benjamin Langmayr bietet Selbstverteidigungskurs für Frauen an

Mit Tritten und Schlägen gegen Übergriffe

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Benjamin Langmayr und eine Teilnehmerin liefern sich einen heftigen Kampf
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Florian Zintl zeigt den Teilnehmerinnen, wie man sich aus dem "Schwitzkasten" befreien kann 
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Florian Zintl zeigt den effektiven Einsatz mit dem Kubotan

Puchheim - Damit Frauen heute und zukünftig ohne Angst vor einem Übergriff nach einem Discobesuch durch eine dunkle Gasse gehen können, boten Benjamin Langmayr und Florian Zintl am 06. und 20. Februar einen auf Frauen zugeschnittenen Krav Maga Selbstverteidigungskurs an.

Ein Mann bewegt sich auf eine junge Frau zu und bedrängt sie. Als sie ihm aus dem Weg gehen will, verfolgt er sie. Plötzlich tritt ein weiterer Mann aus dem Schatten eines Containers auf die Frau zu und schneidet ihr den Weg ab. Die Männer weichen nicht von ihr ab und zerren sie auf den Boden. Nur durch Tritte mit ihren hohen Absätzen, harte Schläge und das Kontern von Griffen kann sich die Frau schließlich befreien. Einem der Angreifer reißt sie noch die Schutzmaske herunter und schlägt damit auf ihn ein. Dann läuft sie davon. Die Frau, die diese zwei starken Männer so souverän bezwingen konnte, heißt Steffi. Steffi ist eine der 17 Teilnehmerinnen im Selbstverteidigungskurs von Benjamin Langmayr und Florian Zintl.

Die beiden „Angreifer“ heißen eigentlich Flo und Mark. Die Männer stellen den Abschluss der Praxisübung eines Krav Maga Workshops für Frauen dar, bei dem sie einen Überfall inszenieren. Damit sich keiner verletzt, tragen sie eine komplette Körperschutzmontur. Der 25-jährige Flo arbeitet bei der Polizei, genauer bei der Kriminalpolizei in Fürstenfeldbruck. Ursprünglich kommt er aus Passau, sei aber wegen seiner Freundin in den Landkreis gezogen, da diese in München studiere, erzählt er. Der zwei Jahre ältere Mark hat bei der Bundeswehr Pharmazie studiert und arbeitet nun als Apotheker. Die beiden haben eine gemeinsame Leidenschaft: Krav Maga

Benjamin Langmayr, der Trainer der beiden, erklärt was es mit dem alten israelischen Selbstverteidigungssystem auf sich hat: „Beim Krav Maga gibt es keine Regeln, es handelt sich um reine Selbstverteidigung. Das Ziel ist es sich effektiv gegen einen oder mehrere Angreifer zu wehren, egal ob diese mit Flaschen oder Messer bewaffnet sind.“ Außerdem sei Krav Maga keine Kampfkunst, sondern vermittle die richtigen Techniken für eine erfolgreiche Selbstverteidigung. Krav Maga ist kampferprobt und wird auch bei der Polizei und dem Militär eingesetzt. Benjamin Langmayr lernte Krav Maga in Israel kennen und ist jetzt schon seit zehn Jahren dabei, vier davon als Ausbilder. Sein Kollege Florian Zintl seit sieben Jahren.

Durch mögliche Szenarien wie dem plötzlichen Auflauern einer oder mehrerer Personen in einer dunklen Gasse, wie Mark und Flo es inszeniert haben, lernen die Teilnehmerinnen sich im Ernstfall richtig zu wehren. Vom einfachen Würgegriff bis hin zur lebensgefährlichen Bedrohung mit einem Messer, für jedes Szenario, ob gegen ein Auto gedrückt oder bereits auf dem Boden liegend, lernen die Teilnehmer wie sie sich verhalten müssen, um den Angreifer zu verjagen. Mit reiner Körperkraft oder mit Hilfsmitteln, wie dem Pfeffer- bzw. Tierabwehrspray oder dem sogenannten Kubotan, einem länglichen metallenen Stift, der die angewendete Körperkraft auf einen Punkt konzentrieren kann und somit auch für schwache Personen gut geeignet ist.

Damit keiner der Teilnehmer den Kurs zu locker nimmt und die Übungen unsauber ausführt, stürmt Langmayr immer wieder auf verschiedene Teilnehmerinnen zu und provoziert einen Angriff. Dieser kann aus einem Würgegriff, an den Haaren ziehen oder einfachem Festhalten bestehen. Die Zielperson muss nun beweisen, ob sie die richten Griffe, Tritte und Bewegungsabläufe verstanden hat und anwenden kann, um sich von Langmayr loszureißen. Für seinen eigenen Schutz trägt Benjamin Langmayr hierfür einen Gesäß- und Gebissschutz.

Zum Abschluss folgte ein kleiner Parcours um das Gebäude mit den beiden „Angreifern“ Mark und Flo, die sich erst verstecken und dann die Frauen aus dem Hinterhalt heraus attackieren. Um in einer Situation, in der Adrenalin und Angst leicht die Überhand gewinnen, die Kontrolle zu behalten und das Gelernte umzusetzen, sei ein längeres Training notwendig, warnt Langmayr. Er empfiehlt deshalb den regelmäßigen Besuch von Krav Maga Kursen, da man so die Praxis verinnerlicht und auch in kritischen Situationen intuitiv richtig handelt. Einige der Teilnehmerinnen haben sich bereits für weitere Einheiten angemeldet, Benjamin Langmayr hofft, dass es noch mehr werden und er bald einen eigenen Kurs in Selbstverteidigung nur für Frauen anbieten kann.

Felix Hamann

Kurse/Termine: Für Einsteiger lohnen sich die Kurse am Montag 20:00 - 21:45  und am Donnerstag 18:15 - 19:30 in der Lindberghstrasse 1, Puchheim. Internet: www.krav-maga-puchheim.de

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