Corona-Lockdown im Amateursport

Einige Sportverbände beenden Spielbetrieb bereits vor Montag

Vor dem Fußballfeld in der Gemeinde Gröbenzell steht wegen Corona ein Hinweisschild „Sportplatz gesperrt“
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Und wieder werden die Platzwarte das Hinweisschild aufstellen

Landkreis – Die Sportverbände haben am Mittwochabend auf die neusten Beschlüsse aus der Politik reagiert, in dem wohl der Spielbetrieb im Fußball, Handball, Eishockey und Volleyball vorerst wieder eingestellt wird.

Allerdings warten die Vereine überwiegend noch auf die offizielle Mitteilung ihrer Verbände. „Im Vordergrund stehen jetzt die Gesundheit, die Vermeidung von Kontakten sowie die Unterbrechung von Infektionsketten. Wie im Frühjahr möchte und wird der Sport seinen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten“, heißt es von den vielen Verantwortlichen in den Amateurvereinen.

„Wir spielen am Samstag noch gegen den SC Maisach“, teilte Abteilungsleiter Alfred Thurner vom Kreisligisten SC Fürstenfeldbruck mit. „Es sei denn, der BFV (Bayerische Fußballverband) entscheidet, den Spielbetrieb bereits vor Montag einzustellen.“ Das Sportlerheim an der Klosterstraße wird auf jeden Fall wieder geschlossen, wie bereits im Frühjahr, gab Thurner bekannt.

Ungerechte Gebühren und große Kraftanstrengung

„Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht und ob das Ligapokalspiel bei Hertha München ausgetragen wird“, teilte Unterpfaffenhofens Sportdirektor Jürgen Kapfer mit. Der BFV tage erst heute Abend und werde erst dann den Vereinen die Entscheidung mitteilen. Als eine Sauerei empfindet Kapfer, dass man Punktspiele kostenfrei derzeit wegen Corona verlegen kann, die Ligapokalspiele aber nicht. „Dafür verlangt der Verband auch noch Gebühren“, regt sich Kapfer auf. „Ich halte es eigentlich für sinnlos und unverantwortlich, jetzt noch zu spielen“, so Kapfer weiter. Den Spielbetrieb für 27 Mannschaften aufrechtzuerhalten mit den hygienischen Auflagen kostet die Vereine eine große Kraftanstrengung. „Viele haben überhaupt keinen Bock mehr zu spielen. Wenn es um die Gesundheit geht, gibt es keine Alternative.“

Handball am Wochenende wie geplant

Das zweite Heimspiel des Drittligisten HCD Gröbenzell wurde bereits vor der Regierungserklärung der Kanzlerin vom TS Herzogenaurach abgesagt. Die Gäste hatten bereits schon im Spiel gegen Haunstetten auf zwei wichtige Spielerinnen wegen Krankheit verzichten müssen, teilte Co-Trainer Harald Fischer mit. „Für unser Spiel haben sie jetzt wegen zwei Corona-Fällen absagen müssen“, so Fischer. „Wir bedauern das, denn wir hätten natürlich gern gespielt. Aber die Gesundheit geht absolut vor und die Entscheidung ist alternativlos. Angesichts der Ministerpräsidenten-Konferenz und den damit einhergehenden neuen Corona-Maßnahmen teilte Melanie Prell, zuständig beim DHB für den Spielbetrieb mit, dass die Spiele in der 3. Liga wie geplant an diesem Wochenende stattfinden. Sollten allerdings einzelne Vereine Schwierigkeiten durch kommunale Regelungen haben, so der Verband, ist eine Rücksprache mit der spielleitenden Stelle zu führen. „Wie es dann weitergeht, bleibt offen“, so Fischer. Hinsichtlich einer Einordnung der 3. Liga als Profi- oder Amateursport eruiert der DHB die Lage nochmals und wird sich in der kommenden Woche dazu äußern.

Auch Volleyballer ohne Spiele und Training

Bei den Regionalliga-Volleyballern steht ein offizielles Statement auch noch aus, teilte der Estinger Frauentrainer Patrick Müller mit. Das Spiel am Sonntag gegen Regenstauf sei aber bereits schon am vergangenen Montag abgesagt worden von den Gästen, weil die Mannschaft seit zwei Wochen vom Landkreis aus nicht mehr trainieren durfte. „Ich gehe davon aus, dass ab Montag bei uns in der Regionalliga vier Wochen kein Training und keine Spiele stattfinden“, glaubt auch Müller.

Eishockey sagt sofort alles ab

Auch beim Eishockey-Landesligisten in der Kreisstadt warten die Verantwortlichen ebenfalls auf eine offizielle Entscheidung des Bayerischen Eissportverbandes (BEV). Gestern Abend tagte vorab schon einmal der Vorstand des EVF. „Wir haben gegenüber unseren Spielern und der Gesellschaft eine hohe Verantwortung und deshalb beschlossen, für alle Mannschaften ab sofort den Spielbetrieb einzustellen“, teilte Vereins-Vize Manuel Vilgertshofer dem Tagblatt mit. Man sei gerade dabei, die Trainer aller Mannschaften sowie auch die Eltern der vielen Jugendmannschaften entsprechend zu informieren, die ebenfalls teilweise am Samstag hätten spielen sollen. Auch die Landesliga-Mannschaft tritt heute Abend in Bad Tölz gegen den SC Reichersbeuern nicht an und die Heimspielpremiere am Sonntag gegen Lechbruck ist auch abgesagt.

Außerdem kein spielbares Stadion

Die Brucker haben ohnehin noch ein weiteres großes Problem: sie haben kein bespielbares Stadion. „Wir haben bis jetzt noch keine Linien“, teilte Technischer Leiter Wolfgang Wickenrieder mit. Zweimal musste der Arbeitsdienst des Vereins seine Eisvorbereitung für eine bespielbare Fläche wegen Regen abbrechen.

Dieter Metzler

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