Jugend-Förder-Gemeinschaft wird nach zehn Jahren aufgelöst

Neuorientierung für Olchings Jugendfußball

SC Olching: Vizepräsident Huppmann, Präsident Schädler, Jugendleiter Wimmer, Vizepräsident  Renn und Sportleiter Jugend Huber.
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Für den SC Olching wollen Vizepräsident Bernhard Huppmann, Präsident Eugen Schädler, Jugendleiter Mike Wimmer, Vizepräsident Roland Renn und Sportleiter Jugend Jan Huber (von links) eine neue Identität schaffen.

Olching – Zehn Jahre lang hatte die JFG Amperspitz Bestand. Zehn Jahre lang bot der Zusammenschluss von SC Olching, TSV Geiselbullach und SV Esting Nachwuchsfußballern von den A- bis zu den D-Junioren eine sportliche Heimat. Das hat nun zur Jahresmitte ein Ende. Die Saison 2019/21, wie auch immer sie noch gestaltet wird, wird noch abgewickelt. Dann wird die Jugend-Förder-Gemeinschaft (JFG) aufgelöst.

Eines haben die drei Klubs gemeinsam: Die JFG, in der von den D- bis A-Junioren gekickt wird, hat für sie bei ihrer Gründung Sinn gemacht und gute Arbeit geleistet. Manfred Happ, Jugendleiter beim TSV Geiselbullach und JFG-Gründungsmitglied, sieht im Rückblick sogar eine große Bedeutung für Olchings Fußball: „Es hat für alle Jungs in der Stadt eine Perspektive gegeben, weiter Fußball zu spielen.“ Allerdings räumt Happ auch ein, dass die JFG keine große emotionale Begeisterung entfacht hat: „Sie war schon ein gewisses Kunstgebilde, mit dem man sich im Zweifelsfall nicht so identifiziert hat.“ Eine Aussage, die Bernhard Huppmann bestätigt, der jetzige Vizepräsident und frühere Jugendleiter des SC Olching.

Den Entschluss die JFG aufzulösen, sei auch durch die Meldeliga erleichtert, die der Bayerische Fußball-Verband im vergangenen Sommer eingeführt hatte. Demnach können Kreisvereine ihre Jugendteams in den Ligen anmelden, die sie sportlich für passend halten.

Gleichwohl will man beim SC Olching leistungsorientierter arbeiten. „Mit mindestens einem Team je Altersklasse“, erklärt Präsident Eugen Schädler. In den anderen Teams einer Jahrgangsstufe, wo dann eher der Spaß im Vordergrund steht, soll das Leistungsgefälle einigermaßen eben sein. Dafür ist man beim SCO bereit, Geld in die Hand zu nehmen – für lizenzierte Trainer. „Der Vorstand steht voll dahinter, die Jugend soll nicht um jeden Cent kämpfen müssen“, betont Präsident Schädler.

Der Anspruch bezieht sich beim SC Olching auf die nächsten Jahre hin gesehen durchaus im Hinblick auf die Herrenmannschaften und dass die „Erste“ dauerhaft in der Landesliga verbleibt. „Mit möglichst vielen Spielern aus Olching und Umgebung“, so SCO-Chef Schädler.

„Ein Verein, ein Ansprechpartner, schnellere Entscheidungswege“

Da sei die Loslösung von einer JFG von Vorteil, so Schädler. „Identifizieren, das geht im eigenen Verein besser.“ Das schließe eine eigene Spielphilosophie ebenso ein wie die reine vereinsinterne Organisation. „Ein Verein, ein Ansprechpartner, schnellere Entscheidungswege“, beschreibt das Huppmann plakativ.

Was die neue Identität ebenso wieder verstärkt verschaffen soll: Gemeinschaftsgefühl, Jugend- und Herrenmannschaft unterstützen sich gegenseitig – mit tatkräftigen Hilfeleistungen und Wissen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Cheftrainer Martin Buch. Der hat vor Olching im Nachwuchsbereich der SpVgg Unterhaching gearbeitet – leistungsorientiert in der dortigen U14. „Buch hat ein gutes Auge und ein gutes Händchen für die Jugend“, sagt Schädler. Davon würden alle profitieren.

Bei weitem nicht in diesen Sphären bewegt sich der SV Esting. Fußball ist dort Breitensport, wird nur von den Kleinsten bis hinauf zu den D-Junioren gespielt. In der JFG Amperspitz war der SV Esting also nur mit einer Altersklasse vertreten. Brenner macht keinen Hehl daraus, dass er das gerne beibehalten hätte. „Ich bedaure die Auflösung“, sagt er. „Es war eine Supergeschichte, dass sich drei unterschiedliche Vereine zusammengeschlossen haben, um Kindern und Jugendlichen das Fußballspielen zu ermöglichen.“ Man akzeptiere aber die Entscheidung der beiden anderen Vereine.

Hans Kürzl

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