»Es ist ein erster Schritt«

Neustart für Fußballer im Landkreis Fürstenfeldbruck nur in kleinen Schritten möglich

Vier Kinder in schwarz-gelber Fußballkleidung und zwei blau gekleidete Trainer beim Fußballtraining.
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Kontakt ist No-Go bei den Fußball-Trainings. Mit Ball geht, aber allzu viel Nähe zwischen den Spielern nicht.

Emmering – Neustart nach der langen Kickpause – der FC Emmering ist nur ein Beispiel für die vielen Amateurklubs, die froh sind, zumindest wieder trainieren zu dürfen.

„Es ist ein erster Schritt“, sagt Emmerings Jugendleiter Tommy Zimmerer und ist erleichtert, dass es überhaupt mal wieder losgeht mit Kicken – auch wenn es eher der kleine Bruder Fußball ist, der da auf dem Sportplatz stattfindet. Denn was geht, ist Dribbeln, Passen, Sprinten, Schusstraining. „Aber nichts, was irgendwie mit Kontakt zu tun hat“, betont Zimmerer. Hygienevorschriften und Regelungen von Freistaat und Bayerischem Fußball-Verband schränken den vollen Spaß doch ein.

„Viele haben Geschwisterkinder, die wegen der Corona-Regeln noch nicht zum Fußball dürfen.“ Das empfinde der eine oder andere als ungerecht, so Zimmerer. „Denn das Wichtigste ist: Wieder mal rauskommen. Freunde im Verein treffen.“

Was auch aus der Sicht des Vereins, der an Mitgliederzahlen denken muss, Sinn macht. Doch die Älteren müssen erst einmal bis zum 22. März warten, ehe sie ebenfalls mit Doppelpass und Volleyschuss loslegen können. Sie müssen darauf hoffen, dass bis dahin die Inzidenzzahlen das jetzige Niveaus nicht mehr erheblich überschreiten.

Schulstress als mögliche Ursache für einen Rückgang an Mitgliedern

Noch ist Zimmerer davon entfernt, einen deutlichen oder gar beängstigenden Rückgang festzustellen. Aber auf die nächsten Monate hin könne er sich schon vorstellen, dass die Zahlen gehen. Schulstress, der vielerorts nachzuholende Lernstoff könnten Ursachen dafür sein, dass Eltern und Schüler die Prioritäten anders setzen müssen.

Zimmerer hat noch einen smarten Gegner ausgemacht: „Einige werden wir an Netflix und Co. verlieren.“ Mancher habe sich vielleicht zu sehr ans „Training“ mit der Fernbedienung oder dem Smartphone gewöhnt.

Aber Zimmerer ist noch aus anderem Grund froh über die teilweise Öffnung. „Es hat sich doch eine gewisse Lockdown-Müdigkeit breit gemacht.“ Während der ersten Schließung im Frühjahr 2020 habe man die Begeisterung an den Challenges hoch halten können. Nun, beim zweiten Lockdown, sei die Beteiligung doch überschaubar gewesen.

Die Erlebniswelt eines Trainings wird nach Zimmerers Meinung wohl noch eine ganze Weile ausreichen müssen. „Das mit dem Spielbetrieb steht erst einmal noch weit in den Sternen.“ Wie viele andere im Land denkt Zimmerer an Corona-Mutanten und dass Unvernunft oder übermäßiges Ausnutzen von Lockerungen die Zahlen wieder in die Höhe heben. Dabei gibt es bei Emmerings Jugendleiter über die Wirksamkeit eines Mittels keine zwei Meinungen: „Wenn ich mich an die Regeln halte, dann trage ich viel zur Sicherheit bei.“

Hans Kürzl

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