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Basketball auf zwei Rädern

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Fürstenfeldbruck – Das Mannschaftsband umgelegt, in den Rollstuhl gesetzt und den Gurt festgezurrt. Die Medaillengewinnerin aus Rio Laura Fürst und ihre Kollegin Katharina Lang besuchten am 7. Dezember die Integrationsklassen der Berufsschule in Fürstenfeldbruck und zeigten jungen Asylbewerbern Basketball – im Rollstuhl.

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2 / 13Hochkonzentriert: Mustafa (schwarzes T-Shirt) bereitet sich auf den Richtungswechsel vor. © Hamann
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Ein junger Mann in schwarzem „Quicksilver“ T-Shirt, dunkelblauer Hose und weißen Turnschuhen setzt sich in den Rollstuhl, legt die Hände an den Greifreifen und drückt sich ab. Anfangs noch planlos, dann immer koordinierter, rollen er und die Jugendlichen über den olivgrünen Hallenboden der Wittelsbacherhalle und probieren allerhand aus. Rückwärts-fahren, Lenken, Beschleunigen und Dribbeln. Mustafa ist Schüler der Integrationsklasse der Berufsschule.

Der 18-jährige Somalier floh vor zwei Jahren nach Deutschland, als er aufgrund von Bürgerkrieg und Terrorismus sein Land verlassen musste. Nun möchte er nach dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss die Mittlere Reife nachholen und anschließend eine Ausbildung zum Erzieher anstreben. Basketball im Rollstuhl spielt er zum ersten Mal. „Ich spiele in einer Herrenmannschaft in Gernlinden Fußball“, erzählt er. Damit sich die Jugendlichen auf den zwei Rädern orientieren können, werden die Jugendlichen von Rollstuhl Profi-Basketballerin Laura Fürst unterstützt. Die 25-Jährige holte bei den Paraolympischen Spielen in Rio mit ihrem Team Silber und spielt für den RBB München in der 2. Bundesliga. Der Kontakt zum Verein kam über Ulrich Haderer zustande, der zusammen mit Anja Wöldering das Projekt initiierte. Die Sport- und Mathematik- Lehrerin erklärt, um was es bei „Inklusion meets Integration“ geht: „Uns ist es ein Bedürfnis unseren Schülern nicht nur die deutsche Sprache und Fachwissen zu vermitteln, sondern auch ihre Sozialkompetenz zu erweitern.“ In der Halle beginnt derweil das Spiel. Auf dem Feld stehen sich sechs Feldspieler gegenüber. Während Mustafas Kameraden den Gegner früh attackieren und am Passen hindern – wartet der Somalier abseits der anderen auf den Ballgewinn seiner Kollegen.

Sobald er einen langen Pass quer über das Spielfeld bekommt, kann er sofort zum Korb ziehen. Die Taktik geht größtenteils auf, nur beim Abschluss schwächelt Mustafa. „Ich habe schon versucht den Korb zu treffen, aber es hat nicht geklappt“, erzählt er. Dass der Rollstuhl auch sonst so seine kleinen Tücken hat, erlebt Mustafa beim schnellen Richtungswechsel. „Ich bin zweimal umgefallen, weil ich zu schnell gewesen bin“, erzählt er. Dennoch: „Es hat viel Spaß gemacht“ und mit Blick auf seine Finger: „Es ist aber sehr schwer, man braucht viel Kraft und Training“. Nicht nur die Spieler waren glücklich, auch die Trainerin Laura Fürst zeigt sich zufrieden mit der Leistung der Jugendlichen: „Sie haben sich sehr gut geschlagen, es hat richtig Spaß gemacht“.

Felix Hamann

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