Traditionsgemäß fand das Turnier, das zum vierten Mal ausgerichtet wurde, auch heuer wieder am ersten Samstag nach dem Fasching statt.

90 Jahre Schachabteilung

Dieter Metzler
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Brucks Schach-Aushängeschild „Hajo“ Hecht
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Über 142 Schachspieler aus Deutschland und dem Ausland nahmen an dem Schachblitzturnier des TuS teil
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Am Zug der bulgarische Großmeister Kiril Georgiev
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Schach-Abteilungsleiter Helmut Becker (re.) überreichte der 3. Bürgermeisterin Karin Geißler (v. li.), OB Klaus Pleil, stellvertr. Landrätin Martina Drechsler, TuS-Präsident Herbert Thoma, Sponsor Thomas Hirn und dem ältesten Teilnehmer Kurt Winhart je ein Exemplar der Chronik.

Fürstenfeldbruck – Er dürfte zu einem der leisesten Clubs in der Fürstenfeldbrucker Vereinslandschaft zählen. Dennoch existiert die Schach-Abteilung des Turn- und Sportvereins Fürstenfeldbruck (TuS) seit nunmehr 90 Jahren. Im Rahmen dieses Jubiläums veranstaltete die Abteilung am 13. Februar in der altehrwürdigen Brucker Marthabräuhalle ihr inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Schnell-Schachturnier.

 Traditionsgemäß fand das Turnier, das zum vierten Mal ausgerichtet wurde, auch heuer wieder am ersten Samstag nach dem Fasching statt. In einer Spielpause des mit über 140 zum Teil hochrangigen Schachspielern besetzten Turniers überreichte der Abteilungsleiter Helmut Becker eine von ihm erstellte 64-seitige Chronik „90 Jahre Schach in Fürstenfeldbruck“ an die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler, OB Klaus Pleil, die dritte Bürgermeisterin Karin Geißler, TuS-Präsident Herbert Thoma, sowie an Sponsor Thomas Hirn und den ältesten Teilnehmer, den 84-jährigen Kurt Winhart. „Ich bin stolz darauf, einem Verein mit dieser langjährigen Tradition anzugehören und wünsche mir, dass diese Geschichte weitergeschrieben werden kann“, sagte Becker bei der Überreichung seines umfangreichen, auch mit vielen historischen Fotos versehenen Werkes.

Die Vereinsgeschichte begann im Februar vor 90 Jahren, exakt am zweiten Februar 1926. 18 schachbegeisterte Männer gründeten einen Schachclub, der erst 30 Jahre später in den TuS integriert wurde. Der heutige Abteilungsleiter Helmut Becker meinte dazu: „Schach ist ja eher ein Spiel und kein Sport.“ In der Gründungsversammlung, die zwei Stunden dauerte, wurde Ingenieur Schuster zum ersten Präsidenten gewählt, im November flatterte die Nachricht von der Aufnahme in den Bayerischen Schachverband ins Haus. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein immerhin schon 25 Mitglieder. Trotz eines Beitrags von monatlich 50 Pfennig schloss der junge Verein mit einem positiven Kassenbestand von 27 Mark das erste Vereinsjahr ab. Erster offizieller Schachmeister von Fürstenfeldbruck wurde Vereinspräsident Schuster.

 Eine erste Krise hatte der Schachclub bereits 1929 zu überstehen, als die Mitgliederzahlen schrumpften und Kassenwart Hölzl mit 70 Mark Vereinsvermögen verschwand. 1931 beschloss die Mitgliederversammlung aber, den Club nicht aufzulösen. Im Jahre 1938 gründete man im Café Brameshuber die Schachgemeinschaft Fürstenfeldbruck, die ein Jahr später wieder 42 Mitglieder hatte. Ein Jahr nach Kriegsende erfolgte die Neugründung des Schachklubs Fürstenfeldbruck, der beim Landratsamt damals unter der Vereinsnummer 3039 registriert wurde. Im Jahr 1955, als die Bundesrepublik ihre staatliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit erhielt, veranstaltete der Schachclub mit den Oberbayerischen Blitzmeisterschaften mit über 50 Teilnehmern erstmals ein großes Turnier. Nachdem der Verein zunächst über einen Anschluss an den SC Fürstenfeldbruck diskutiert hatte, entschloss man sich dann 1956 dem TuS anzuschließen.

Anlässlich der 100-Jahrfeier des TuS und zugleich der 50-Jahrfeier Stadt Fürstenfeldbruck durfte die Schachabteilung die Deutschen Blitzmeisterschaften der Frauen ausrichten. Wohl zu den erfolgreichsten und bekanntesten Schachspielern des Brucker Vereins zählt der heute 77-jährige Hans-Joachim Hecht, der 1983 sogar unter die Buchautoren und mehrere Bücher über Schach schrieb. Für Deutschland nahm Hecht an zehn Schach-Olympiaden teil. 1976 wurde ihm das Silberne Lorbeerblatt, die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland verliehen. Heute zählt die Schachabteilung des TuS ca. 70 Mitglieder, überwiegend Männer frönen dem herausfordernden Denksport.

Dieter Metzler

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