Thomas Salzmann – Eishockey-Referee aus Leidenschaft pfiff sein 500. Spiel

Vom Saulus zum Paulus

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Thomas Salzmann, seit 2007 Eishockey-Schiedsrichter, blickt inzwischen auf 500 Einsätze zurück.

Fürstenfeldbruck – Thomas Salzmann, Eishockey-Schiedsrichter aus Leidenschaft, beging am 17. Dezember beim Bezirksligaspiel des EV Fürstenfeldbruck I b gegen den EA Schongau I b ein kleines Jubiläum. Der 40-Jährige, der in Hattenhofen wohnt und seit neun Jahren zunächst für Bad Nauheim und dann für den SC Deggendorf Spiele bis zur Landesliga hinauf leitet, knackte die 500er Marke.

„Bevor ich Schiri wurde, zählte ich jahrelang bei den Spielen des EV Fürstenfeldbruck mit zu den lautesten Kritikern im Brucker Fanblock“, berichtete Salzmann von seiner Wandlung vom Saulus zum Paulus. Die teilweise derben Beschimpfungen brachten ihn jedoch eines Tages zur Besinnung, und er dachte sich: „Das versuch´ ich jetzt selber einmal.“ Im September 2007 meldete er sich kurzerhand zum Neulingskurs an. Auf Anhieb schaffte er die Prüfung und wurde Schiedsrichter für die Region vier, die sich von Dachau bis Mittenwald erstreckt. Schon recht bald bekam Salzmann als Referee auf dem Eis zu spüren, dass es gar nicht so einfach war, ein Spiel zu leiten. „Das Regelwerk ist doch sehr umfangreich“, musste Salzmann feststellen. Und nun blies ihm plötzlich die vulgäre Kritik der Fans ins Gesicht, und er erinnerte sich beschämt an die Zeit zurück, als er seine unangebrachten Schmährufe vom Stapel ließ.

Mit der Zeit habe er sich an die dummen Sprüche gewöhnt, meinte Salzmann. „Man nimmt sie einfach hin beziehungsweise hört darüber hinweg:“ Belasten tun sie ihn nicht, sonst würde er die Pfeife gleich an den Nagel hängen. „Im Gegenteil: Mir bereitet das Pfeifen aber immer noch viel Spaß“, sagt er, „und wenn ich gesund bleibe, möchte ich schon noch ein paar Jahre pfeifen. Vielleicht schaffte ich ja noch 1.000 Spiele.“ Auch aufgrund der Tatsache, dass es im Eishockey zu wenig Schiedsrichter gibt, werde er noch weitermachen und dabei Neulinge in das Schiedsrichterwesen einführen. Dann erinnert sich Salzmann an das kälteste Spiel in seiner bisherigen Karriere. „Das war 2009 in Hohenfurch bei 28 Grad minus gegen Landsberg.“ Da habe er ohne Handschuhe gepfiffen. Und als er und sein Kollege ein Loch in der Natureisfläche festgestellt hatten, musste eine Lösung her oder das Spiel konnte nicht stattfinden. Kurzerhand stellten sie eine Pylone an das Loch und markierten es auch noch mit roter Farbe. „Und es war unglaublich“, erzählte Salzmann. „Während des gesamten Spiels wurde die Pylone nicht einmal getroffen oder gar verschoben.“ Der damalige Obmann fand das allerdings gar nicht lustig, erinnerte sich Salzmann zurück. Er und sein Schiri- Kollege mussten anschließend zum Rapport.

Dieter Metzler

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