Schließung seit 18. Mai

Sportschule Puch kämpft und trainiert sich durch die Krise

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Lorenz „Lenz“ Westner muss die Sportschule weiter geschlossen halten. Das Foto zeigt ihn mit Fabian Krnja.

Fürstenfeldbruck - Das Corona-Virus hat auch vor den Fitness-Studios und Sportschulen nicht Halt gemacht. „Unser aller Leben wurde in den vergangenen Wochen völlig auf den Kopf gestellt“, beschreibt Lorenz „Lenz“ Westner, der Chef der Sportschule Puch im Brucker Westen, die Situation.

Auch seine weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Sportschule musste am 18. März wegen der Corona-Pandemie vorerst bis zum 19. April schließen. „Plötzlich stehst du da wie ein angeschlagener Boxer“, schildert Westner die Verfassung, in der sich seine Mitarbeiter und er momentan befinden. Seit 38 Jahren steckt er sein ganzes Herzblut in die Sportschule.

Mitglieder unterstützen weiter mit Mitgliedsbeiträgen

Bisher haben er und sein Mitarbeiter-Team aber viel Zuspruch von den Mitgliedern erhalten, berichtet Westner. „Ich habe das Gefühl, dass wir von den Mitgliedern wahnsinnig viel zurückbekommen. Das macht uns allen Mut in dieser schweren Zeit.“ Insbesondere freut ihn die Zusicherung vieler Mitglieder, keine Einwände gegen einen weiteren Einzug der Mitgliedsbeiträge zu erheben. „Ohne die finanzielle Unterstützung würden wir es nicht schaffen, die Sportschule, wie sie die Mitglieder kennen und schätzen, mit all ihren Arbeitsplätzen zu erhalten.“

Zeit wird für Renovierung genutzt

„Natürlich hätten auch wir gerne weiter geöffnet“, zeigt Westner jedoch Verständnis, dass der Betrieb in der Sportschule ruhen muss, um die Infektionen einzudämmen. Die Zeit der Schließung nutzt der Sportschulenchef für Renovierungsarbeiten wie beispielsweise die Notbeleuchtung oder die Rauchmelder zu erneuern.

Heimtrainingsplan für Mitglieder

Lenz Westner hofft, dass es nach dem 19. April irgendwie weitergeht. „In diesem Fall würden wir mit unserem vollen Angebot wieder für alle Mitglieder zur Verfügung stehen.“ Für die Zeit der Schließung verspricht der Sportschulenchef faire flexible Lösungen. Auf Anfrage unter dem #trainingtrotzcorona erstellt die Sportschule für ihre aktiven Mitglieder einen auf sie zugeschnittenen Heimtrainingsplan. Ohnehin haben Mitglieder der Sportschule mit gesundheitlichen Problemen haben, schon Heimübungen in ihren Plänen.

Hilfe vom Staat hilft nicht

Die vom Staat angebotene Soforthilfe helfe der Sportschule nicht wirklich weiter, meint Westner. Betriebe in dieser Größenordnung müssen zunächst alle ihre liquiden Mittel aufbrauchen. Auch Kurzarbeit zu beantragen, ist für Westner derzeit kein Thema. „Ich habe meinen Mitarbeitern angeboten, ihren Jahresurlaub zu nehmen. Da erhalten sie weiter ihr volles Gehalt. Eine Ausfallversicherung zahlt leider bei so einer Katastrophe nicht.“ „Es wäre ein kleines Wunder, wenn in fünf Monaten alles wieder normal laufen würde, gesamtwirtschaftlich, meine ich“, glaubt auch Westner an eine große Rezession. „Jetzt heißt es erst einmal für uns alle, da einigermaßen unbeschadet durchzukommen. Hut ab, was das Gesundheitssystem in Deutschland bisher geleistet hat.“

Dieter Metzler

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