Präsident Stefan Sponer stellte Arroyo Toledo vor, hauptamtlicher Trainer und promovierter Sportwissenschaftler 

SV FFB Wasserratten verpflichtete Trainer aus Mexiko

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Wasserratten-Präsident Stefan Sponer (li.) und sein neuer Trainer Juan Jaime Arroyo Toledo aus Mexiko wollen neue Wege beschreiten

Fürstenfeldbruck – „Wir brauchen keinen Trainer, der vor 20 Jahren Erfolg gehabt hat, wir brauchen einen Trainer für die Zukunft“, begründete Präsident Stefan Sponer die Verpflichtung von Juan Jaime Arroyo Toledo als hauptamtlichen Trainer für den Brucker Schwimmverein „SV Fürstenfeldbrucker Wasserratten“ (SVFW e. V.). Mit dem 45-jährigen Mexikaner hat der Schwimmverein in der Kreisstadt nicht nur einen promovierten Sportwissenschaftler und professionellen Schwimmtrainer angestellt, sondern beschreitet zugleich auch Neuland.

Erstmals arbeitet der Verein nicht nur mit ehrenamtlichen Trainern, sondern hat den Schritt gewagt, einen Profi einzustellen. „Mit ihm wollen wir ein Elite-Team aufbauen und nicht nur bei den Jahrgangsmeisterschaften, sondern auch an den offenen deutschen Meisterschaften teilnehmen“, erklärt Sponer die hochgesteckten Ziele des Vereins. Natürlich sollen aber auch die, die nicht mehr leistungsbezogen trainieren wollen, weiterhin im Verein die Möglichkeit haben, ein vernünftiges Training zu absolvieren, verspricht Sponer. Das sieht jedenfalls das Schwimmlehrkonzept von Jaime Arroyo Toledo t vor. Das von dem gebürtigen Mexikaner entwickelte Konzept sieht einen fünfstufigen Ausbildungszyklus innerhalb eines Zweijahresrhythmus vor, nach dem ein Schwimmanfänger in 80 Trainingseinheiten am Ende alle vier Schwimmlagen (Brust, Rücken, Freistil, Schmetterling) in den Grundzügen beherrscht.

 Im Gegensatz zu den früheren Trainingsmethoden, bei denen hauptsächlich „Kilometer geschwommen wurden“, enthält Toledos Konzept zunächst kurze Trainingseinheiten. Dabei wird die Technik und Methodik ständig verbessert. Nach der sogenannten Basisausbildung teilen sich die Schwimmer in Richtung Wettkampfschwimmen sowie in Gesundheits- und Fitness-Schwimmen auf. Arroyo Toledo wird auch die ca. 25 Übungsleiter unterweisen, damit sein Konzept gesamteinheitlich im Verein zum Tragen kommt. „Das ist ein sehr ehrgeiziges Konzept“, so Sponer, von dessen Erfolg der Präsident aber überzeugt ist. Über eine Annonce kam die Verbindung zwischen den Brucker Wasserratten und dem Mexikaner zustande. Der Doktor der Sportwissenschaften, der auch mehrere Publikationen sowie zwei Bücher veröffentlicht hat und neben seiner spanischen Muttersprache fließend Englisch und Französisch spricht, hat vor sieben Jahren während eines Studienlehrgangs in Leipzig seine deutsche Frau kennengelernt. Wenn er eine entsprechende Wohnung in der Kreisstadt gefunden hat, wird sie nachkommen. 

 Leisten kann sich der 460 Mitglieder zählende Schwimmverein den hauptberuflichen Trainer schon, meinte Sponer. Der Brucker Verein sei in den 61 Jahren seines Bestehens finanziell stets gut aufgestellt gewesen, versicherte Sponer. Die Voraussetzungen in der Kreisstadt für den Schwimmsport bezeichnete Sponer als fast optimal. Man habe mit der Amperoase ein Hallen- und ein Freibad sowie eine Schwimmhalle im Fliegerhorst zur Verfügung. „Das erachte ich als ausreichend“, so Sponer, „wenn der Verein diese Stätten auch entsprechend nutzen dürfte.“ Als Problem sieht Sponer, dass sich der Verein die Sportstätten mit der Öffentlichkeit teilen muss, und dass vonseiten der Öffentlichkeit dafür zu wenig Verständnis aufgebracht werde.

Mit einer Traglufthalle könnte man das Freibad nicht nur vier Monate im Sommer nutzen, sondern ganzjährig, schlug Sponer zum Beispiel vor. „Wenn wir es schaffen könnten, Fürstenfeldbruck und die Bevölkerung für den Schwimmsport zu begeistern, dann hätten wir alles, was wir brauchen“, meinte Sponer abschließend. Der SVFW-Präsident bedauerte, dass der Schwimmsport zwischen den Olympiaden nicht so wahrgenommen werde. Immerhin sei der Schwimmsport eine olympische Kerndisziplin und der Deutsche Schwimmsportverband der drittgrößte Verband in der Republik. 

Dieter Metzler

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