Von diesem Wechsel waren auch Insider überrascht

Trainer Sarisakal verlässt nach drei Jahren den SC FFB

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Tarik Sarisakal verlässt nach drei Jahren den SC FFB um den Bezirksligisten TSV Jetzendorf zu trainieren.

Fürstenfeldbruck – Die Nachricht schlug zwar nicht ein wie eine Bombe, aber selbst die Insider des Brucker Sportclubs wurden zu Jahresbeginn davon doch einigermaßen überrascht. So überrascht wie seinerzeit vor drei Jahren, als der ehemalige Präsident des SC Fürstenfeldbruck, Eckart Lutzeier, nach dem Abstieg aus der Bayernliga mit Tarik Sarisakal vom Kreisklassisten TSV Indersdorf bereits einen Tag nach Beendigung der Bayernliga einen neuen Trainer präsentierte. Sarisakal selbst sorgte nun mit der Ankündigung, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern, für die erste dicke Sensation beim Brucker Sportclub im neuen Jahr. Ab Juli trainiert Sarisakal den Bezirksligisten TSV Jetzendorf.  

Einen ehemaligen Bayernligakicker, der den SCF kennt, hatte Lutzeier damals angekündigt. Wer nun aber mit einem SCF-Spieler aus glorreicheren Bayernligatagen rechnete, sah sich getäuscht. Dass sich der einen Tag vor Heilig Abend in der Landeshauptstadt München geborene Türke zu einem wahren Glücksgriff erwies, konnte freilich niemand ahnen, und so waren auch gleich die ersten Zweifler auf dem Plan. Doch, obwohl Sarisakal in bisher 86 Landesliga-Punktspielen für den SCF eigentlich mit 29 Siegen, 23 Unentschieden und 34 Niederlagen nur eine negative Bilanz vorweisen kann, so hat er sich dennoch das Prädikat als Erfolgstrainer mehr als verdient. Diese widersprüchliche Feststellung, die zwar nach der Statistik nicht passt, passt aber umso mehr, wenn man die drei Jahre Revue passieren lässt. Und danach muss man einfach zu der Feststellung kommen: „Ohne Sarisakal wäre der SCF längst aus der Landesliga abgestiegen.“

Davon sind übrigens auch die damaligen Skeptiker inzwischen überzeugt. SCF-Präsident Jakob Ettner hätte gern mit Sarisakal weiter gemacht. <P>Der damals 40-Jährige, der in Markt Indersdorf wohnt, hatte zuletzt als Trainer in der Kreisklasse beim TSV Indersdorf und davor als Spielertrainer beim Bezirksligisten SV Nord- Lerchenau Erfahrungen gesammelt, bevor er beim SCF den Trainerjob übernahm. Als aktiver Spieler stand Sarisakal in der Regionalliga-Elf des FC Augsburg, spielte für den SV Lohhof in der Bayernliga und den TSV Eching und Türk Gücü München jeweils in der Landesliga Süd. Aber auch in seiner Heimat Türkei war der in München am Vorabend von Heilig Abend geborene Sarisakal aktiv. Bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag wurde der technisch versierte Mittelfeldspieler damals an den Erstligisten Genclerbirgli Ankara ausgeliehen. Wenn es am schönst ist, solle man aufhören, meint Sarisakal zu seinem Entschluss, nach drei Jahren eine neue Herausforderung zu suchen. Die Entscheidung sei ihm zwar schwer gefallen, weil ihm die Mannschaft doch sehr ans Herz gewachsen ist, aber bis auf einmal ist er nie länger als drei Jahre bei einem Verein geblieben, erinnert er sich zurück. Und da lief es dann auch nicht mehr so gut.

 Beim finanziell angeschlagenen Verein hat Sarisakal drei turbulente Jahre hinter sich, die darin gipfelten, dass selbst, als der Verein eine Zeitlang die Spielergehälter nicht zahlen konnte, Sarisakal die Mannschaft zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenschweißte. Wer den 43-Jährigen am Spielfeldrand erlebt hat, der bekam hautnah zu spüren, wie Sarisakal den Fußball lebt, wie engagiert er bei der Sache ist. Auch die Spieler ziehen den Hut vor Sarisakal. „Unglaublich, was dieser Trainer geleistet hat“, lobt Kapitän Marian Knecht den scheidenden Coach. „Der Verein kann froh sein, solch einen Trainer gehabt zu haben." Die Suche nach einem Nachfolger sollte sich für den SCF nicht so schwierig gestalten.

Mit Michael Westermair, der seit Saisonbeginn beim SCF als Sarisakals Co-Trainer und zuvor als Co-Trainer beim SC Oberweikertshofen neben Spielertrainer Florian Hönisch arbeitete, hätte der SCF nahezu frei Haus einen kompetenten Trainer, der darüber hinaus die Landesliga aus dem Effeff kennt, und der eine Chance als Cheftrainer durchaus verdient hätte. Von Vorteil wäre dabei auch, dass er die Spieler und das gesamte Vereinsumfeld bereits bestens kennt.

Dieter Metzler  

 

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