Wochenlange Vorbereitungen zahlten sich aus - Reibungslose Organisation der internationalen Prädikatsläufe  in Olching

Speedway Olching FIM Youth Gold Trophy 125ccm

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Tim Wunderer in Schräglage

Olching – Fast zwei Jahrzehnte lang hatte der Motorsportclub Olching keine internationalen Prädikatsläufe mehr ausgerichtet – und nun stand für die neue Truppe um den ersten Vorsitzenden Stefan Lochner, die erst seit Anfang des Jahres im Amt ist, mit der FIM Youth Gold Trophy der 125 ccm-Klasse gleich eine Europameisterschaft auf dem Programm.

 Die wochenlangen Vorbereitungen hatten sich gelohnt, die aus allen Himmelsrichtungen angereisten Offiziellen waren von der reibungslosen Organisation begeistert. Die Freude über die rundum gelungene Veranstaltung wurde am Ende nur noch durch einen heftigen Platzregen während der Siegerehrung getrübt. – „Die Dusche hätt’s echt nimmer gebraucht, aber sonst war’s super!“ kommentierte ein tropfnasser Fan die Olchinger Veranstaltung nach der Pokalvergabe.

Die Augen der einheimischen Fans hatten sich bei diesem Event vor allem auf den Olchinger Clubfahrer Tim Wunderer gerichtet. Der vierzehnjährige Nachwuchsstar aus Grießbeckerzell gilt als eine der größten deutschen Nachwuchshoffnungen im Speedwaysport. Entsprechend hatte sich Wunderer für dieses Finale fest vorgenommen, seinen Heimvorteil in den Amperauen zu nutzen. Für einen Platz auf dem Siegerpodest reichte es am Ende jedoch nicht.

Speedway Action!

In seinem ersten Rennlauf konnte Wunderer sein Vorhaben problemlos umsetzen: gleich nach dem Start ging er in Führung und behielt diese bis ins Ziel – fünf Punkte verbuchte er dafür auf seinem Konto. Doch auch die internationale Konkurrenz kam mit der bestens präparierten Olchinger Rennpiste gut zurecht – und Wunderer passierte in seinem zweiten Durchgang ein Malheur. Vom Start weg ging der junge Pole Denis Zielinski in Führung, doch Wunderer holte auf und ging an die Spitze. Für die Fans war nun eigentlich schon klar, dass ein weiterer Sieg des Olchingers in der Tabelle vermerkt werden konnte. Doch dann nahm Wunderer plötzlich das Gas weg – er hatte sich bei den Runden verzählt und dachte, der Lauf wäre schon zu Ende. Zielinski nutzte die Panne und raste vorbei. Nur gut, dass Wunderer schleunigst noch überblickte, dass hier gerade etwas schieflief und den Gashahn gleich wieder aufdrehte. So konnte er in diesem Lauf immerhin noch Platz zwei über die Ziellinie retten.

Denis Zielinski wäre bei diesem Rennen möglicherweise sogar ein Podestanwärter gewesen, doch in Lauf 9 rutschte er in der Kurve weg. Der hinter ihm fahrende Jan Kvěch (Tschechien) konnte nicht mehr ausweichen und flog über Zielinskis Rennmaschine. Der Sturz sah böse aus, doch glücklicherweise verlief das Ganze noch einigermaßen glimpflich: Zielinski konnte das Rennen zwar nicht mehr fortsetzen, kam jedoch mit Prellungen davon. Kvěch überstand den Crash unbeschadet und bestritt auch noch seine weiteren Läufe.

Tim Wunderer schaffte mit einem vierten Platz im dritten Durchgang dann den Sprung in die Halbfinalläufe. Hier konnte er wieder einen Laufsieg verbuchen, der ihm das Ticket ins große Tagesfinale sicherte. Hier trafen die sechs Topfahrer des Tages aufeinander, es wurde noch mal so richtig spannend: in der zweiten Runde rutschte der Niederländer William Kruit aus. Referee Pavel Kubeš brach den Lauf aus Sicherheitsgründen ab. Für Wunderer, der beim ersten Versuch an letzter Stelle gelegen hatte, war der Neustart des Finallaufes die Chance, sich zu verbessern. Dies klappte jedoch nicht – am Ende landete der Olchinger auf Gesamtrang fünf.

Den Europameistertitel holte sich der junge Pole Marcin Turowski, der sich im Verlauf des Rennens kontinuierlich gesteigert hatte und auch den Finallauf klar für sich entschied. Auf Gesamtrang zwei landete Kyle Bickley aus Großbritannien vor Jan Kvěch und Filip Šifalda (beide aus Tschechien). Maximilian Troidl vom Nachbarclub AMC Haunstetten wurde Gesamtneunter.

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