Trotz der Winterrückkehr joggen und rennen 180 Aktive durch die Olchinger Amperauen, darunter ein EM-Kandidat

Frühlingslauf durch die Amperauen

+
Idyllische Winterstimmung in den Amperauen – der schnelle Simon Kreußer (SV Esting) hatte dafür aber keine Zeit.

Wer am Sonntag Vormittag in der Toni-März-Straße aus seinem Fahrzeug stieg, bekam gleich einmal nasse Füße: große Pfützen wechselten sich mit Eis und Schnee ab. In den Amperauen kamen noch knöcheltiefe Matschlöcher dazu. Bedingungen wie bei einem anspruchsvollen Crosslauf. Oder wie beim früheren Olchinger Neujahrslauf, den der TSV Olching zwei Jahrzehnte im Januar ausgetragen hatte.

Olching - Mit anderen Worten: Wer am Olchinger Frühjahrslauf teilnahm, gehört zum „harten Kern“ der Laufenthusiasten. Wie Lokalmatador und Vorjahressieger Danilo Friedrich, der vor dem Rennen scherzte: „Heute werde ich wohl keine Bestzeit laufen.“ Eine knappe Stunde später war ihm das Lachen vergangen: Er hatte sich ein Knie blutig geschlagen, der Matsch war ihm bis zum Rücken hoch gespritzt. 

Anja Kobs wagt Comeback

„Eine ziemliche Tortur“, schnaufte der 37-Jährige, der dennoch Zweiter über zehn Kilometer in 35:51 Minuten wurde. Schon nach 31:47 Minuten hatte Thorben Dietz (LG Filstal) das Zielband gerissen – ein Marathon-Spitzenmann mit einer Bestzeit von 2:19 Stunden. Der Württemberger lebt zurzeit bei seiner Freundin in München und nutzte die Olchinger Veranstaltung zu einem Training unter Wettkampfbedingungen. Dietz hat eine großes Ziel: „Die Teilnahme an den Europameisterschaften im Sommer in Berlin.“ Bei den Frauen wagte die Allingerin Anja Kobs ihr Comeback nach mehr als fünf Monaten Pause. Ein eingeklemmter Nerv hat der Triathletin zu schaffen gemacht. In der ersten (von zwei) Runden bildete sie mit dem späteren Fünf-Kilometer-Sieger Andreas Fuchshuber (20:44) ein Gespann, danach war sie alleine unterwegs. 

Schneeballschlacht vor dem Start

Bis 200 Meter vor dem Ziel, als der 13-jährige Estinger Daniel Weber plötzlich an ihr vorbei spurtete (41:43). Kobs nahm den forschen Auftritt des Lauftalents gelassen. Sie freute sich vor allem, dass sie schmerzfrei angekommen war (41:44). Die Dreikämpferin hat heuer ebenfalls einiges vor: die Langdistanz-Triathlon-EM im September in Madrid. Auf den Rängen zwei und drei folgten die zwei jungen Estingerinnen Mathilda Stockhaus (44:44) und Melanie Philipp (47:53). Siegerin über fünf Kilometer wurde die 13-jährige Olchingerin Emily Hell (22:48). Vor den langen Rennen waren die Kinder und Jugendlichen im tief verschneiten Gehölz unterwegs. Manche hatten sichtlich Spaß an der winterlichen Stimmung. Klar, dass einige Buben die Gelegenheit zu einer Schneeballschlacht nutzten. 

180 Läufer in den Amperauen unterwegs

Dazu hatten Paul Kreußer (SV Esting) und Christoph Kaltenbach (TSV Geiselbullach) keine Zeit: Sie gewannen das 1000-Meter-Rennen in 4:22 Minuten. Das schnellsten Mädchen war Antonia Teufel (TuS FFB) in glatten fünf Minuten. Über 1.500 Meter hatten Simon Kreußer (SV Esting, 6:21) und Sofie Traub (WSV Olching, 7:07) die Nase vorne. Insgesamt waren 180 Unentwegte in den Amperauen unterwegs. Eine Zahl, über die der Leichtathletik-Abteilungsleiter des TSV Olching, Hans Knoll, sehr glücklich war. Noch mehr freute er sich allerdings, „dass keiner sich verletzt hat“. 

Horst Kramer

Auch interessant

Kommentare