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Türkgücü München will im Stadion des SC Fürstenfeldbruck spielen

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Von: Dieter Metzler

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Viele Zuschauer im Stadion des SC Fürstenfeldbruck an der Klosterstraße bei Spiel gegen FC Bayern
So könnte es dann zuschauermäßig ausschauen, wenn tatsächlich Türkgücü München im städtischen Stadion an der Klosterstraße spielen sollte, wie hier 2012, als der FC Bayern zu einem Freundschaftsspiel gegen den SC Fürstenfeldbruck antrat. © Dieter Metzler

Fürstenfeldbruck - Wie ein Lauffeuer verbreitete sich über Ostern die Nachricht unter den Fußballinteressierten im Landkreis, dass der Drittligist Türkgücü München im städtischen Stadion der Großen Kreisstadt zukünftig seine Spiele austragen möchte.

Nach dem insolvenzbedingten Rückzug aus dem Drittliga-Spielbetrieb möchte Türkgücü München in der Saison 2022/23 in der Regionalliga Bayern starten. Die Lizenzunterlagen wurden fristgerecht beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) eingereicht, ansonsten fehlt es aber noch an fast allem: einem Trainer, einer Mannschaft und zuallererst einer Spielstätte. Für letztgenanntes hagelte es von anderen Vereinen reihenweise Absagen.

Türkgücü unter Druck

Eine Lösung für den türkischen Verein könnte sich nun beim Kreisligisten SC Fürstenfeldbruck anbahnen, der das städtische Stadion angeblich sogar auf eigene Kosten umbauen lassen würde, um es regionalligatauglich zu machen. Türkgücü steht aber unter enormen Zeitdruck, denn bis zum 30. Juni muss der Verein dem Verband eine verbindliche Spielstätte benennen, sonst gibt es keine Lizenz. Wie in Tageszeitungen zu lesen war, haben dazu zwischen Türkgücü-Präsident Kenan Kivran und SCF-Präsident Jakob Ettner bereits erste Gespräche stattgefunden. Danach sollen beide Seiten großes Interesse signalisiert haben.

Stadt liegt noch kein Antrag vor

Allerdings ist die Stadt Fürstenfeldbruck Eigentümer der Sportanlage in der Kreisstadt und hat diese mit einem Vertrag dem Brucker Sportclub zur Nutzung überlassen. Inwieweit der SCF dort dann eigenmächtig Umbaumaßnahmen und Veränderungen vornehmen kann, ohne die Genehmigung des Eigentümers, müsste wohl erst noch geklärt werden. Bei der Stadt ist laut Oberbürgermeister Erich Raff bisher jedenfalls kein entsprechender Antrag eingegangen.

Nicht regionalligatauglich

Gleichwohl ist aber bekannt, dass das Stadion nicht regionalligatauglich ist, was auch von Michael Maurer, in der Stadtverwaltung Referent für „Bildung, Familie, Jugend und Sport“ den Zeitungen bestätigt hat. Das fängt an mit der maroden und unzureichenden Flutlichtanlage. Eine neue LED-Anlage kostet rund 120.000 Euro. Allein von der Kapazität der Zuschauer ist das Stadion zwar mit 5.000 ausreichend, allerdings muss nach Ligavorschriften ein Gästeblock errichtet werden. Die Pläne für einen entsprechenden Umbau soll der SCF bereits in der Schublade haben, denn vor wenigen Jahren erst hatte der SV Pullach einmal angefragt, ob der Verein im Stadion an der Klosterstraße spielen könnte.

Vorerst keine Ortsbesichtigung

Der SCF ist bereit, dem Münchner Verein zu helfen. Allerdings gehört der angekündigte Besuch des Türkgücü-Geschäftsführers Maximilian Kothny in Bruck zur Ortsbesichtigung bereits schon wieder der Vergangenheit an, denn der erst 25-jährige Kothny wechselte zum französischen Zweitligisten AS Nancy.

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