Jubel im türkischen Verein in der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck wollte kein Ende nehmen 

Brucker Türken aufgestiegen – "Heißer Tanz"

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Jubel im türkischen Verein in FFB.

Fürstenfeldbruck – Der Jubel bei den Fußballern des türkischen Vereins aus der Kreisstadt wollte auf dem Sportplatz in Breitbrunn kein Ende nehmen. Der A-Klassenzweite des Beistandsvereins türkischer Arbeitnehmer (BVTA) kehrt nach einem hochdramatischen Relegations-Rückspiel in die Kreisklasse zurück. Mit 1:2-Toren verloren die Kreisstadt-Türken zwar die Hitzeschlacht im Dorf am Ammersee, aber nach dem 2:0-Hinspielsieg reichte der auswärts erzielte Treffer, um nach dreijähriger Abwesenheit wieder in die Kreisklasse zurückzukehren.

 „Ich erwarte einen heißen Tanz“, befürchtete Breitbrunns Trainer Oliver Schnös bereits vor dem Anpfiff im Hinspiel schon einen schweren Gangs für seine Mannschaft „Heute sind wir Außenseiter“, schob der Breitbrunner Coach die Favoritenrolle den Gastgebern zu, nachdem seine Elf vorher erfolgreich aus der ersten Relegationsrunde gegen Schöngeising hervorgegangen war. In den ersten 45 Minuten sollte der SF-Trainer tatsächlich Recht behalten. Die Kreisstadt-Türken erspielten sich Vorteile, ohne aber große Chancen herauszuspielen. So entsprang der Führungstreffer eher einem Zufall. Ismail Koc, der Bruder des BVTA-Trainers Aslan Koc, zog vom rechten Flügel einfach mal in Richtung Tor einen Schuss ab. Der Ball senkte sich hinter dem ein wenig zu weit vor seinem Tor stehenden Breitbrunner Torhüter ins Netz. Wenig später wäre Mehmet Acikgöz fast noch das 2:0 gelungen. 

Bis zur Pause verbissen sich beide Mannschaften in viele Zweikämpfe ohne weitere Chancen. In den zweiten 45 Minuten verstärkte Breitbrunn seine Angriffsbemühungen und setzte die Gastgeber bei einsetzendem Regen unter Druck. Die BVTA-Elf kam nur noch sporadisch in Nähe der Breitbrunner Strafraums. Doch dann hatte der Brucker Trainer ein glückliches Händchen. Er wechselte den Torschützen aus und brachte Mustafa Erkovan. Der ließ mit seiner ersten Ballberührung im Brucker Technomarkt-Stadion türkische Atmosphäre aufkommen. Serdar Sahin zirkelte einen Freistoß in den Breitbrunner Strafraum und Erkovan, völlig unbedrängt, köpfte das nasse Leder unerreichbar für den SF-Torhüter in die Maschen. Und auch im Rückspiel wechselte der BVTA-Trainer zum richtigen Zeitpunkt aus. Diesmal sorgte der eingewechselte Alex Cosic nach fünf Minuten für den wichtigen Auswärtstreffer zum 2:1-Anschluss. Dieses Tor bewahrte die 430 Zuschauer vor einer Verlängerung und eventuell vor einem Elfmeter-Schießen. 

Dabei sahen die Kreisstädter zur Halbzeitpause noch ziemlich enttäuscht drein, lagen sie doch mit 0:2-Toren hinten, womit der Torerückstand aus dem Hinspiel egalisiert war. Spielentscheidend war die gelbrote Karte eines Breitbrunners, der obwohl schon mit der gelben Karte vorbelastet, übermotiviert in Höhe der Mittellinie ein dummes Foul leistete und vom Unparteiischen zum Duschen geschickt wurde. „Das war eine spielentscheidende Szene“, waren sich viele Zuschauer einig. Mit diesem Platzverweis brachten sich die Gastgeber selbst um die Chance, das Spiel in numerischer Überzahl zu Ende zu führen, denn zehn Minuten vorher hatte Cengiz Civgin nach einem üblen Foul zu Recht die Rote Karte gesehen. In den zweiten 45 Minuten war klar, wer das nächste Tor schießen würde, der stieg auf. Entweder gelang Breitbrunn das 3:0 oder dem BVTA der 2:1-Anschlusstreffer. Nach dem vielumjubelten Treffer des eingewechselten Cosic lief dann den Breitbrunnern die Zeit davon. Der BVTA verteidigte geschickt den knappen Rückstand bis zum Schlusspfiff und hätte durch zwei, drei Konter gar noch den Ausgleich erzielen können. 

Dieter Metzler

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