Sport während der Krise

Füssener Curlerin: "Jede weiß, woran sie zu arbeiten hat"

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Die Curlerin Mia Höhne muss derzeit eigenständig trainieren. Hier trimmt sie beim Unterarmstütz ihre Rumpfstabilität.

Füssen – Mit Intervalltraining, Laufen und Krafttraining versucht sich derzeit die Füssener Curlerin Mia Höhne fit zu halten. Die 19-jährige Spitzensportlerin wäre eigentlich im Team um Skip Daniela Jentsch bei der Curling-WM in Kanada dabei gewesen. Doch dann kam das Corona-Virus.

Nun hofft die junge Athletin, dass die Curler bald ihren normalen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen dürfen. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 2018 in Tallinn haben die Curling-Frauen die erste Medaille für den Deutschen Curling Verband seit neun Jahren geholt. 

Im Aufgebot des Verbands mit Skip Daniela Jentsch war als fünfte Curlerin Mia Höhne, ebenfalls aus dem Füssener Club, dabei. Die 19-Jährige Sportsoldatin aus Füssen – Tochter des Ex-Nationalspielers Holger Höhne aus dem legendären Team Kapp – wäre gerne Teilnehmerin bei der WM in Kanada gewesen, die aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste.

Von einer „großen Enttäuschung“, spricht Höhne mit Blick auf die Absage. Die WM wäre ihr erstes Event mit dem Frauenteam außerhalb von Europa gewesen. „Wir hatten eine gute Vorbereitung“, so die Sportsoldatin. Höhne weiß allerdings, dass ihr Training unter den besonderen Bedingungen in der Corana-Krise nicht umsonst sein wird: ihrer Generation gehört eine große Zukunft im Leistungssport. 

Noch kann sie aber nicht aufs Eis. Ihr fehlt auch das gemeinsame Training im Club und im Kader des deutschen Nationalteams. Um trotzdem topfit zu bleiben, liegt ihr Schwerpunkt im Trainingsprogramm derzeit auf der Ausdauer. „Ich mache unter anderem Intervalltraining“, erklärt Höhne.

Im Laufen legt sie im Monat zirka 100 Kilometer zurück. Ein weiterer Trainingsschwerpunkt sei die taktische Schulung. Mental und körperlich macht sie einen guten Eindruck. Die Füssener Spitzensportlerin, die in ihrem Verein gezielt gefördert wurde, hat Vorteile gegenüber anderen Athleten, die sich auf künftige nationale und internationale Turniere vorbereiten wollen. 

Einer ihrer Trainer ist ihr Vater Holger Höhne. Darüber hinaus liegt das Bundesleistungszentrum in Füssen vor der Haustür. Zum Ausgleich ist die 19-Jährige mit ihrer Mutter unterwegs. Beide machen Nordic Walking. Dann ersetzen zwei Gehstöcke den Curling-Besen. 

Zudem macht sie mit ihrem jüngeren Bruder manchmal eine Fahrradtour, wenn sie trainingsfrei hat. So wiegt sie bei einer Körpergröße von 1,71 Meter weiterhin 67 Kilogramm. „Ich habe keine Probleme, mein Gewicht zu halten“, betont die Curlerin, die in der Ausnahmesituation durchaus auch ganz normale Trainingseinheiten absolvieren kann. So hat sie die Möglichkeit, einen privaten Kraftraum zu nutzen. 

Allerdings stelle dies im Vergleich zum Krafttraining, das in der normalen Saison täglich stattfindet, doch eine Einschränkung dar. „Ich freue mich darauf, dass mein normales Krafttraining wieder beginnt“, erklärt Höhne gegenüber dem Kreisbote. Hier überwiege der Aspekt, dass „Krafttraining die Voraussetzung sei, um gutes Curling zu spielen“. 

Anschluss nicht verlieren 

Sie hofft, Anfang August mit dem Team von Daniela Jentsch ein Vorbereitungsturnier in der Schweiz bestreiten zu können. „Jede von uns weiß, woran sie zu arbeiten hat, vor allem wegen der bald angesetzten Leistungstests“, weist Höhne auf die Eigenverantwortung der Teammitglieder hin. 

Die Curlerinnen hatten zwei Monate früher als sonst aufgehört auf dem Eis zu trainieren. Klar sei: „Je später wir den normalen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen dürfen, desto schwieriger wird es wieder internationalen Anschluss zu finden.“

Chris Friedrich

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