»Eine irre Challenge«

Sport während Corona: Steffen Wittmann läuft übers Hahntennjoch bis Imst

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Steffen Wittmann von der Laufarena Allgäu Nesselwang stellt sich einer persönlichen Herausforderung und läuft über die Hahntennjochstraße bis nach Imst.

Hopferau/Tirol – Keine Wettbewerbe, kein Ziel, auf das man hinarbeiten kann – da fällt das Training während der Corona-Krise schwer. Deshalb hat sich Marathonläufer Steffen Wittmann von der Laufarena Allgäu Nesselwang jetzt selbst einer Herausforderung gestellt.

Inspiriert von Laufprofi Florian Neuschwander lief Wittmann von Elmen übers Hahntennjoch bis nach Imst. Die 30,4 Kilometer und gut 949 Höhenmeter legte er in 2:18:22 Stunden zurück. In diesen schwierigen Zeiten ist es auch für die Allgäuer Athleten jeglicher Sportarten nicht immer einfach die Motivation fürs Training hochzuhalten. Schließlich gibt es keine genaue Prognose, ab wann Wettbewerbe wieder stattfinden können. 

Viele Sportler, besonders in Individualsportarten, trainieren derzeit alleine vor sich hin – ohne Ziel und Aussicht auf eine baldige Besserung. Umso wichtiger ist es nach Ansicht von Marathonläufer Steffen Wittmann, sich gegenseitig zu motivieren, um nicht in einen „Sportlerblues“ zu fallen. Der 33-Jährige aus Hopferau hat sich deshalb von Laufprofi Florian Neuschwander inspirieren lassen.

Dieser hat sich seinen eigenen Marathon auf der Rossfeldstraße in Berchtesgaden zum Ziel gesetzt. Dabei lief Neuschwander die Passstraße zwei Mal hoch und herunter, was die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometer mit 2000 Höhenmetern ergab. 

„Als ich begeistert von der Aktion von Florian Neuschwander erzählte, hatte meine Freundin Jessy die Idee, dass ich doch die klassische Hahntennjochstraße zu Fuß zurücklegen könnte“, sagt Wittmann. „Ich kannte die Straße nur mit dem Motorrad und vom Umfahren, wenn mal ein Stau am Fernpass war – aber die Idee festigte sich und so begannen wir das ganze ernsthaft ins Auge zu fassen.“ 

Am vorvergangenen Donnerstag war es dann soweit: Wittmann machte sich mit seiner Freundin auf ins Tiroler Lechtal. Um 6.45 Uhr startete er bei nassen Bedingungen auf der Lechbrücke in Elmen/Klimm. Nach einer kurzen Einlaufphase ging es weiter auf die Passstraße über Bschlabs, Taschach, Zwieslen und Pfafflar. Das Hahntennjoch auf 1894 Höhenmetern erreichte der Physiotherapeut aus Füssen in 1:24 Stunden im strömenden Regen. Dabei legte er bis hierher bereits 15,5 Kilometer und 949 Höhenmeter zurück. 

Langer Abstieg

Begleitet von seiner Freundin im Auto ging es dann in den langen Abstieg bis nach Imst. „Dank des schlechten Wetters war auf der Passstraße sehr wenig los, was das Laufen sehr angenehm machte“, berichtet Wittmann. Nach einer Gesamtdistanz von 30,4 Kilometern und 949 Höhenmetern erreichte Steffen Wittmann sehr zufrieden nach 2:18:22 Stunden (Schnitt 4:33 min/km) das Sportzentrum in Imst. 

„Eine irre Challenge, wenn auch etwas verrückt!“, lautet Wittmanns Fazit. „Das beweist wieder mal, dass auch Straßenlauf seinen Reiz hat und durchaus Spaß machen kann, vor allem bei diesem tollen Bergpanorama!“

kb

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