Curling: Füssener wird mit Team aus Baden-Hills Deutscher Meister

Überraschender Sieger

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Bei der Deutschen Meisterschaft in Oberstdorf gab es eine Riesenüberraschung: Den Titel bei den „Herren“ holte sich das jüngste Team mit Sixten Totzek (v.l.), Klaudius Harsch, Joshua Sutor und Jan-Luca Haag.

Füssen – Ein Wechselbad der Gefühle erleben derzeit die Mitglieder des Curling Clubs Füssen. So durfte sich Vorsitzender Roland Jentsch darüber freuen, dass dem 18-jährigen Joshua Sutor ein Coup gelungen war: Im Team des befreundeten Clubs Baden-Hills wurde er in Oberstdorf Deutscher Meister.

Ebenfalls Deutscher Meister wurde das Nationalteam der Frauen mit Füssener Curlerinnen rund um Skip Daniela Jentsch. Hier hatte das erfahrene Team von Andrea Schöpp das Nachsehen. Vor dem Meisterschaftsturnier 2017 gelang den Frauen und Männer der beiden Nationalteams zwar in letzter Sekunde noch die Qualifikation für die kommende Weltmeisterschaft. 

Doch beide Mannschaften verpassten klar das Ticket für die kommenden Olympischen Spiele (der Kreisbote berichtete). Bei den Damen ist die Enttäuschung darüber riesengroß. Wer Daniela Jentsch kennt, weiß: bei der WM soll ihre stark verjüngte Mannschaft zeigen, dass sie mit der Weltspitze nicht nur mithalten kann, sondern im Turnier für eine positive Überraschung sorgen will. Es soll eine sehr gute Platzierung erreicht werden. 

Der Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft wurde allerdings auch etwas getrübt. Denn Skip Daniela Jentsch und ihre Teamkolleginnen Josephine Obermann, Analena Jentsch und Pia-Lisa Schöll holten sich den Titel nicht ungeschlagen. Anders verlief das Herren-Turnier. Am Ende stand das Team mit Skip Klaudius Harsch, Sixten Totzek, Jan-Luca Haag, alle vom Club Baden Hills, und dem Füssener Joshua Sutor ganz oben auf dem Podest, weil es auch seine Partie gegen das Nationalteam mit Alexander Baumann gewinnen konnte. Ungeschlagen waren die unter 20-Jährigen durch den Wettbewerb gegangen. 

Einem 10:3-Erfolg zum Auftakt gegen das Konstanzer Team Trevision folgte ein 8:7 gegen den deutschen EM-Teilnehmer, das Team von Alexander Baumann. Und nach einem 9:6 gegen die Oberstdorfer Gastgeber vom Team Knoll setzte sich der neue Deutsche Meister auch gegen das Team um Marc Muskatewitz mit 6:3 durch. Silber sicherte sich das Team Baumann vor Team Muskatewitz. 

Ausgeglichenes Feld 

Bei den Frauen zeigte sich das Feld recht ausgeglichen. So musste sich der spätere Sieger gleich zu Beginn der Spielgemeinschaft um Skip Emira Abbes aus Füssen, die ebenfalls Jung-Nationalspielerin ist, geschlagen geben. Dann folgten drei Siege. Denkbar knapp fiel hier das 8:7 gegen die Füssenerinnen mit Skip Mia Höhne aus, die als jüngstes Team teilgenommen hatten und sich über die Bronzemedaille freuten. 

Auf Top-Niveau sind es im Curling oft Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. So kommentierte Joshua Sutor seinen überraschenden Titel-Gewinn: „Wir hatten ja in Oberstdorf nichts zu verlieren, sind ein gut eingespieltes Team mit Perspektiven und hatten am Ende sicherlich auch die etwas glücklichere Hand.“ 

Glück ist den beiden deutschen Teams auch bei der B-Weltmeisterschaft in Finnland zu wünschen, die am kommenden Mittwoch, 3. Januar 2018, beginnt. Sutor sagte dazu: „Die deutschen Junioren haben bei der B-WM zuletzt immer nur den undankbaren vierten Platz belegt. Drei Teams steigen auf. Unser Leitsatz für die Turnierteilnahme bei der B-WM ist der von der vor kurzem gewonnenen Deutschen Meisterschaft: nichts zu verlieren, aber trotzdem an sich glauben!“

Chris Friedrich

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