Nur Vorletzter werden die deutschen Curler bei der EM

Füssen – Nur Neunter im Feld der zehn Teilnehmer wurde Team Allgäu, das jetzt für Deutschland bei der Curling-Europameisterschaft (EM) in Schweden gestartet war. Damit steigt Deutschland in die B-Gruppe ab.  Die deutschen Frauen schafften als Siebte den Klassenerhalt in der A-Gruppe.

Bedingt durch die Erkrankung von Daniel Herberg vom Club aus Oberstdorf (der KREISBOTE berichtete) musste Skip Andras Lang vom Füssener Curling Club sein Team umstellen. Mit Routinier Andreas Kempf aus dem Erfolgsteam von Andreas Kapp stand dem Spielführer aber ein weiterer guter Curler zur Verfügung. Es gelang der deutschen Mannschaft in Karlstad aber nach einem schwachem Start zu keiner Zeit, ihr Leistungsvermögen abzurufen. Nach sieben Niederlagen in Folge führte der in Schwangau lebende Skip Lang sein Team zum 6:5-Sieg gegen die Ungarn und zu einem ersten Punktgewinn.

Team Allgäu verliert das entscheidende Spiel

Der neunten Begegnung in der Vorrunde kam auch deshalb besondere Bedeutung zu, weil der Gegner Frankreich hieß. Die Allgäuer mussten die Franzosen besiegen, wenn Deutschland nicht in die B-Gruppe abstürzen wollte. Durch die Niederlage gegen Frankreich wurde allerdings der erste Abstieg aus der EM-Gruppe seit 1975 besiegelt. Wie die „Schicksalsbegegnung“ für Deutschland so verlaufen konnte, war den Beobachtern des Deutschen Curling Verbands ein Rätsel. Die Funktionäre und andere Beobachter des Spiels sahen eine hoch motiviert und konzentriert auf der Eisbahn auftretende Mannschaft. Das Allgäuer Quartett war die gesamte erste Hälfte klar überlegen. Deutschland führte zur Halbzeit mit 6:3. Danach verloren sie jedoch den Faden. Mit vier Steinen im sechsten „End“ drehten die Franzosen vorübergehend das Spiel. Danach konterte Deutschland jedoch und zog mit 9:7 erneut davon. Trotz dieser Führung gab Deutschland die EM-Begegnung aus der Hand. Am Ende hatte Frankreich mit 12:9 die Nase vorn. Damit landete Deutschland nach der Vorrunde nur auf Platz neun und muss bei der nächsten Europameisterschaft in Stavanger in Norwegen in der B-Gruppe antreten. Diese Platzierung, Minimalziel war Platz sieben und damit die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2014 in Sotchi, bedeutet, dass Deutschland nur noch eine winzige Chance bleibt, um in Sotchi dabei zu sein. Sportdirektor Rainer Nittel erklärte: „Jetzt müssen wir die richtigen Schlüsse für die Olympiaqualifikation im Dezember 2013 ziehen.“ Bei diesem Turnier, das in Füssen ausgetragen werden könnte, hat es Team Allgäu in der Hand, das Ticket für die Olympiade zu erwischen. Europameister wurde das Team aus Schweden, das im Finale Norwegen mit 8:5 schlug.

Happy-End für die deutschen Damen

Auf eine richtige Zitter-Europameisterschaft mit Happy End blickten hingegen die deutschen Damen mit Skip Andrea Schöpp vom SC Riessersee und Corinna Scholz vom Curling Club Füssen zurück. Vor der Abreise hatten Schöpp und Scholz erklärt: „Wir sind nicht in Form, wir spielen gegen den Abstieg.“ Das sollte in Schweden der schwache Start bestätigen. Doch das Team steigerte sich, erreichte mit vier Siegen Platz sieben in der A-Gruppe und damit den Klassenerhalt. Die Mannschaft rutschte mit Glück auch noch auf den freien Platz für die Weltmeisterschaft in Riga, weil das als Gastgeber schon qualifizierte Lettland gegen Norwegen gewinnen konnte. Die Goldmedaille bei den Damen ging an die Russinnen, die Silbermedaille holte sich Schottland.
cf

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