Bangen um Peking

Deutsche Curler kämpfen in Kanada um die Winter-Olympiade 2022

Curling
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Die deutschen Curler kämpfen derzeit in Kanada um ihr Ticket für Olympia 2022.

Füssen/Calgary – Fünf Mal in Folge hatte das junge deutsche Curling-Team zum Auftakt der Curling-Weltmeisterschaft im kanadischen Calgary verloren. Es drohte eine weitere Niederlage. Doch ausgerechnet in der Vorrundenbegegnung mit dem souveränen Tabellenführer Norwegen fand die Mannschaft in die Erfolgsspur und siegte mit 8:6.

Auf das folgende unglückliche 8:9 gegen die Mannschaft aus Schottland gelang der zweite Sieg. Beim 8:6 gegen Dänemark unterstrichen Skip Sixten Totzek und seine Kollegen vom Curling-Club Füssen, dass sie die Kurve kriegen können. Noch stehen fünf Vorrundenspiele (Stand Mittwoch) aus: gegen die Niederlande, Südkorea, China und Schweden, ehe das deutsche Team auf Gastgeber und Medaillenfavorit Kanada trifft. Das deutsche Team ist in der Tabelle auf dem Weg nach oben und sollte nach dem Fehlstart immerhin noch eine einstellige Platzierung erreichen können.

Bundestrainer Uli Kapp jedenfalls rechnet in Kanada mit weiteren Erfolgserlebnissen seiner Youngsters. Dabei verweist er auf das Niveau, das seine Mannschaft erreichen kann, um auch den großen Curling-Nationen Paroli zu bieten. Als Beispiel dafür dient aktuell, dass Norwegen, das fünf Spiele unbesiegt geblieben war, gegen das deutsche Team den Kürzeren zog. Gegen die Schotten war danach souverän ein 6:2-Vorsprung heraus gespielt worden, bis Markus Muskatewitz aufgrund heftiger Zahnschmerzen ausscheiden musste. Die Folge war bitter: die Schotten spielten auf der Curlingbahn ihre ganzen Stärken aus und drehten die Begegnung bis zum knappen Erfolg.

Aus dem Füssener Club waren Dominik Greindl, Marc Muskatewitz und Joshua Sutor von Kapp nominiert worden, der als Bundestrainer nach langer Quarantäne mit Sixten Totzek vom Baden-Hills-Club als Skip ins Weltturnier mit insgesamt 14 Teilnehmern startete. Sollte wegen der schwachen Anfangsphase die direkte Qlympia-Qualifikation nicht gelingen, hat das Team auch noch im Dezember bei einem anderen, international besetzten Turnier die Chance, sich einen Platz für Peking 2022 zu sichern. Dafür würde jetzt in Calgary der sechste Platz reichen – möglicherweise auch Platz sieben.

Nicht die stärksten Gegner

Doch die von den deutschen Curlern angestrebte Platzierung schien nach fünf Auftaktniederlagen in weite Ferne gerückt. Die beiden siegreichen Begegnungen veränderten das Bild: wie die Tabelle zeigt, liegen die Mannschaften mittlerweile eng beieinander. Hoffnung macht, dass Deutschland in den noch ausstehenden Spielen auf Gegner trifft, die nicht zu den stärksten im Teilnehmerfeld zählen – mit Ausnahme von Gastgeber Kanada. Die favorisierten Kanadier werden zum Abschluss der 13 WM-Vorrundenspiele Gegner der deutschen Mannschaft sein.

Fünf Niederlagen in Folge

Im Rückblick auf den bisherigen Turnierverlauf fällt vor allem die Auftaktbegegnung gegen Japan ins Auge. Totzek und Co. erwischten nach langer Quarantäne, den denkbar schlechtesten Start. Im ersten End – meint Spiel in der Curlersprache – durfte der Gegner vier Steine schreiben. Ex-Nationalspieler Holger Höhne aus dem viele Erfolge feiernden Füssener Team Kapp kommentiert: „Das Team hat sich gefangen und gut aufgeholt. Am Schluss haben der deutschen Mannschaft die vier gewonnenen Steine der Japaner aus dem ersten End weh getan.“ Es folgten direkt nacheinander noch vier weitere Niederlagen: 5:8 gegen die Schweiz, 5:7 gegen die USA, deutliche 3:9 gegen Italien und 4:6 gegen Russland. Die Wende kam schließlich gegen Norwegen, das sicherlich nicht unterschätzt wurde.

kb

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