Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen wird Vierter bei Weltmeisterschaft

Sportgeschichte geschrieben

Eishockey, Frauen, Nationalmannschaft, Deutschland
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Die Allgäuerinnen Marie Delarbre (links) und Torfrau Franziska Albl waren vom DEB für die WM 2017 in den USA nominiert worden, wo sie internationale Erfahrungen sammeln konnten.

Füssen –  Mit der Nationalmannschaft hat Eishockeystürmerin Marie Delarbr bei der WM 2017 Sportgeschichte geschrieben: Ihr gelang das Siegtor gegen Russlang, was den erstmaligen Einzug für das deutsche Fraueneishockeyteam in ein WM-Halbfinale bedeutete. Am Ende war die Konkurrenz aber zu stark.

Am Ende des Turniers in Plymouth waren die Frauen aus Deutschland – darunter auch zahlreiche Allgäuerinnen – mit Platz vier zufrieden. Denn die Lücke zu Mannschaften wie den drei Medaillengewinnerinnen USA (Gold), Kanada und Finnland sei „noch zu groß“, sagte der deutsche Coach Benjamin Hinterstocker, als das spannende Turnier mit der Siegerehrung zu Ende gegangen war. 

Im Finale hatte die USA gegen Kanada mit 3:2 erst nach Verlängerung den WM-Titel geholt. Gegen die späteren Weltmeisterinnen hatten Delarbre & Co im Halbfinale eine deutliche Schlappe kassiert: Mit 0:11 verlorene sie gegen die US-Girls. Doch das mussten die Deutschen schnell abhacken. Wichtig war, sich auf den Kampf um Platz drei einzustellen. Doch auch das Spiel um die Bronzemedaille gegen Finnland ging recht deutlich mit 0:8 verloren. Wer Marie Delarbre kennt, die derzeit in den USA als Studentin im Merrimack College-Team dem Puck hinterher jagt, weiß: es muss sie gewurmt haben, dass es auch keiner ihrer für die WM vom Deutschen Eishockey- Bund (DEB) nominierten Mannschaftskameradinnen gelungen war, zumindest den Ehrentreffer im Halbfinale oder später im Spiel um Platz drei zu erzielen. 

Die vorausgegangene Begegnung gegen die Russinnen begann auch nicht nach den Vorstellungen der DEB-Auswahl. Noch nicht einmal drei Minuten waren vorbei, da nutzen die Russinnen eine 2-1 Situation clever aus und überwanden die erfahrene Jennifer Harß aus Füssen im deutschen Tor. Deutschland gab nicht auf und erspielte sich ein paar gute Chancen. 6:9 lautete die Torschussstatistik nach dem ersten Drittel. Mit 0:1 für die Russinnen ging es in die erste Pause. 

Im zweiten Drittel gelang den Deutschen dann der Ausgleich zum 1:1. Zehn Minuten vor Schluss hatte das deutsche Team erneut Grund zum Jubeln: Marie Delarbre brachte in der 50. Minute ihre Mannschaft in Führung. Dieses Ergebnis ließ sich das deutsche Team, auch mit etwas Glück, nicht mehr aus der Hand nehmen. 

Der vierte Platz bei der Weltmeisterschaft brachte dem deutschen Team allerdings kein Start-Recht bei den Olympischen Spielen 2018 ein. Aber den Spielerinnen gehört die Zukunft – Marie Delarbre ist Jahrgang 1994. Sie freue sich „wahnsinnig für die Mannschaft“, dass „Germany“ erstmals zu den vier besten Damenteams der Welt gehört, erklärte die erfolgreiche Stürmerin nach dem 2:1-Triumph über die Russinnen, die bis zuletzt das Spiel noch drehen wollten und deshalb für die letzten Aktion sogar ihre Torfrau vom Eis genommen hatten.

Chris Friedrich

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