Ostallgäuer müssen zwei weitere Niederlagen gegen Riessersee und Lindau hinnehemen

Die Negativ-Serie des EV Füssen hält weiter an

Eishockeyspieler aus Füssen und Lindau
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Auch in Lindau gibt es für den EV Füssen an diesem Wochenende nichts zu holen. Am Ende heißt es 3:1 für die Westallgäuer.
  • vonMatthias Matz
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Füssen/Lindau - Trotz guter Vorstellungen musste der EV Füssen am Wochenende erneut zwei Niederlagen hinnehmen: nach dem 3:6 gegen den SC Riesssersee mussten sich die Ostallgäuer am gestrigen Sonntagabend in Lindau mit 1:3 geschlagen geben.

Wie schon am Freitag gegen Garmisch bot der EVF auch in Lindau eine gute Vorstellung, war über weite Strecken sogar die bessere Mannschaft. Beim 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) scheiterte man aber vor allem an der eigenen Chancenverwertung. Bei 42 Schüssen auf das gegnerische Tor und damit doppelt so vielen wie die Gastgeber war ein einziger Treffer aus den vorhandenen Möglichkeiten einfach zu wenig um zu punkten. Dadurch kamen die Islanders zu einem glücklichen Sieg, für den EV Füssen war es mittlerweile bereits die elfte Niederlage in Folge. Dennoch stimmte der Einsatz am Wochenende und es war ein deutlicher Aufwärtstrend festzustellen.

Viel Erfahrung fehlte dem Füssener Team am Bodensee. Miller, Dropmann, Stocker, Rott, Sill, Stauder und Vogl waren nicht dabei. Trotzdem begann man mit einer guten Startphase und kam zu mehreren Torchancen. Die beste hatte Marc Besl, dessen Schuss in Überzahl gehalten wurde. Beim nächsten Powerplay traf aber Florian Simon von der blauen Linie zur verdienten Füssener Führung. Leider währte die Freude nur 39 Sekunden, denn dann staubte Andreas Farny mit der ersten Lindauer Chance zum 1:1 ab. Nun kippte das Spiel etwas in Richtung der Heimmannschaft, die bis zur Pausensirene eine ganze Reihe sehr guter Möglichkeiten hatte. Benedikt Hötzinger hielt seinen Kasten aber auch bei einer doppelten Unterzahl sauber.

Ebenfalls in Unterzahl begann das Mitteldrittel aus Füssener Sicht, und kaum wieder komplett ging es weitere zwei Minuten mit einem Mann weniger weiter. Die Situationen wurden aber sehr gut überstanden, und nach und nach bekamen die Ostallgäuer Oberwasser. Bei einem eigenen Powerplay hatten Velebny, Besl und Payeur sehr gute Möglichkeiten, zur Hälfte der Partie wurden die Islanders gar mit Schüssen eingedeckt. Auch im nächsten Überzahlspiel waren die Chancen für den EVF da. Lindau blieb bei Kontern gefährlich, insgesamt war die Partie in dieser Phase von viel Kampf auf beiden Seiten geprägt. In der letzten Minute lag zweimal die Füssener Führung in der Luft. Nach einem Abwehrfehler verpassten Keller und Höfler frei vor dem gegnerischen Tor, danach wurde ein tolles Solo von Echtler gehalten.

Auch im letzten Abschnitt begann der EVF mit viel Druck auf das gegnerische Tor. Chancen um Chancen erspielten sich die Schwarz-Gelben. Klein, Simon, Payeur, Besl, Deubler hatten jeweils den zweiten Treffer auf dem Schläger. Bei einem Überzahlspiel hatte Marc Besl die Möglichkeit zum zweiten Treffer, er verfehlte aber knapp. Erst nach zehn Minuten kam Lindau zu einer ersten, allerdings sehr guten Chance in Form eines Pfostentreffers. Auf der anderen Seite scheiterte der frei gespielte Diebolder am mit Abstand besten Lindauer, Torhüter Luca Di Berado. Tobias Echtler traf von der blauen Linie den Außenpfosten. Als der EVF einmal zu offensiv agierte, wurde er neun Minuten vor Ende prompt zum 1:2 durch Daniel Schwamberger ausgekontert. Die Füssener gaben sich nicht geschlagen, Marc Besl kam frei vor dem Tor zum Schuss, aber auch diesmal war beim gegnerischen Torhüter Endstation. In der Schlussphase gab es nochmals eine Überzahlsituation und damit die Möglichkeit zum Ausgleich, bei gezogenem Torhüter traf aber Brayden Low zum 3:1 ins verlassene EVF-Tor.

Der EVF konnte den SC Riessersee auch zum dritten Mal in dieser Saison nicht bezwingen und unterlag mit 3:6 (0:2, 1:2, 2:2). Gegenüber den letzten Vorstellungen zeigten sich die Ostallgäuer gerade von der Intensität her deutlich verbessert, konnten aber vor allem ihre Überzahlsituationen nicht nutzen. Über weite Strecken war das Spiel, zu welchem beide Teams ersatzgeschwächt angetreten waren, ausgeglichen und kampfbetont. Die individuelle Klasse der Top-Reihe mit Maurer, Vollmer und Soudek gab insgesamt den Ausschlag.

Anfangs hatten die Gäste aus Garmisch die besseren Chancen. Nach der ersten guten Möglichkeit, welche Andreas Jorde noch mit der Fanghand entschärfte, gab es Überzahl für den SCR. Hier konnte Maurer die Führung erzielen. Danach hatte Füssen seine Chancen durch Höfler und Deubler, musste aber nach gut sechzehn Minuten das 0:2 durch Alexander Eckl hinnehmen. Der EVF machte danach wieder Druck, durfte sich nach einem Abwehrfehler aber bei Jorde bedanken, der ein weiteres Gegentor verhinderte.

Ungünstig begann das Mitteldrittel. Nach nur 26 Sekunden schlug ein Schuss von Soudek aus spitzem Winkel zum 0:3 ein. Als beide Teams mit einem Mann weniger agierten, erzielte Marc Sill im Alleingang das 1:3. Doch eine weitere Strafe brachte die Füssener in doppelte Unterzahl, wo Endress wieder auf 1:4 erhöhte. Danach hatten die Garmischer, immer noch im Powerplay, mehrere Möglichkeiten zum fünften Treffer. Der fiel hier nicht, und in der Folge war der EVF am Drücker, zeigte großen Einsatz und hatte deutlich mehr vom Spiel, konnte seine Chancen aber nicht verwerten. Vor allem in einem späten Powerplay wären die Gelegenheiten da gewesen.

Auch im Schlussabschnitt waren die immer noch in Überzahl spielenden Füssener nah an einem Treffer, die beste Möglichkeit hatte Marc Besl, der am reaktionsschnellen Böhm im SCR-Tor scheiterte. Wieder komplett vergab Kronawitter bei einem Konter, auch der EVF wurde im letzten Moment bei einem Gegenstoß gestoppt. Riessersee verwaltete nun das Ergebnis und kam nur noch selten mit Kontern vor das EVF-Gehäuse. Das hatte zur Folge, dass die Füssener immer mehr Übergewicht bekamen, insgesamt feuerten sie in diesem Drittel 30 Schüsse auf das gegnerische Tor ab. Bereits sechs Minuten vor Ende zog Trainer Becherer seinen Torhüter gegen einen sechsten Feldspieler, durch einen individuellen Fehler konnte Soudek hier aber das 1:5 markieren. Es spricht für die Moral des EVF, dass er sich trotz der langen Niederlagenserie und des klaren Rückstandes nicht hängen ließ. Sam Payeur markierte vier Minuten vor dem Ende das 2:5, erneut mit gezogenem Torhüter fälschte Florian Höfler zwei Zeigerumdrehungen vor Ende die Scheibe zum 3:5 ins Tor. Den Schlusspunkt setzte aber der Tabellenvierte in der Schlussminute mit seinem zweiten Empty-Net-Treffer durch Allavena zum 3:6.

mil

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