Startschuss für alpine Gehörlosen-WM

„Donnernder Applaus“ in Gebärdensprache bei der Pressekonferenz. Foto: jl

Nesselwang – Der Startschuss zur ersten alpinen Weltmeisterschaft der Gehörlosen ist am vergangenen Samstag in Nesselwang gefallen. Die Mitglieder der Skischule Nesselwang überbrachten die 13 Flaggen der teilnehmenden Nationen, bevor sie in den Kurpark zogen, in dem die WM eröffnet wurde.

Dort sprachen Dr. Theo Waigel und Dr. Irene Epple-Waigel, die die Schirmherrschaft für die WM übernommen haben, Grußworte. Auch der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut, der Bürgermeister der Gemeinde Markt Nesselwang, Franz Erhart, und DGS-Präsident Karl-Werner Broska begrüßten alle Nationen und dankte den Organisatoren und Helfern für ihre Arbeit. Mark Cooper vom Internationalen Gehörlosen Sport-Verband (ICSD - CEO) eröffnete dann offiziell die erste Alpine Weltmeisterschaft der Gehörlosen. Die Grußworte und Reden wurden von vier Gebärden-Dolmetscher übersetzt, wie auch die beiden mit feierlichem Ernst gesprochenen Eide – Philipp Eisenmann, Mannschaftsführer der deutschen Nationalmannschaft, sprach ihn für die Athleten und Rudolf Brandl, FIS-Schiedsrichter, für die Sport-Juroren. Mit einem furiosen Feuerwerk endete schließlich die Eröffnungszeremonie. Untergebracht sind die Mannschaften im Feriendorf Reichenbach, das nun quasi ein kleines olympisches Dorf ist. Alle Betreuer im Dorf haben eine Einführung in die Gebärdensprache erhalten, ebenso wie die Streckenposten. Jeder der Hörenden, der bei der WM eingesetzt ist, hat als Ausrüstung einen Block und einen Stift für alle Fälle dabei. Von den Gymnasien Füssen und Hohenschwangau sind Schüler zur Unterstützung der Betreuung eingesetzt. Wer es nicht weiß, kommt bei den Rennen auf der Piste nicht auf die Idee, dass die Athleten ein Handicap haben. Die Leistungen seien gigantisch, so Epple-Waigel. Nur wer weiß, dass die Sportler nicht nur nichts oder wenig hören, sondern durch den Verlust des Gehörs auch Probleme mit dem Gleichgewicht haben, da der Gleichgewichtssinn im Ohr sitzt, weiß die sportlichen Leistungen erst richtig zu schätzen. Eine besondere Regelung besagt, dass kein Athlet mit einer Hörhilfe an den Start gehen darf. Ob ein Athlet überhaupt an Gehörlosen-Wettkämpfen teilnehmen darf, bestimmt ein HNO-Audiogramm vor jedem Wettbewerb. 55 Dezibel Hörverlust auf dem „besseren“ Ohr muss diagnostiziert sein, damit der Start möglich ist. Auch während der Wettkämpfe müssen die Sportler mit einer HNO-Untersuchung rechnen, ähnlich wie andere Sportler mit Doping-Kontrollen. Seit Montag starten 52 internationale Sportler in den unterschiedlichen alpinen Wett- kämpfen. Höhepunkt ist der Nacht-Slalom am heutigen Mittwoch ab 17 Uhr. Am Donnerstag ist wettkampffreier Tag und am Freitag sind um 10 Uhr und 13 Uhr zwei Wettkämpfe im Riesenslalom angesetzt. Die Siegerehrung findet um 17 Uhr im Kurpark statt. Am letzten Wettkampftag, Samstag, 2. März, finden um 10 Uhr und um 13 Uhr jeweils Slalom-Rennen statt. Die Siegerehrung ist an diesem Tag bereits um 15 Uhr und im Anschluss ist der Aufmarsch der Nationen vorgesehen. Ab 18 Uhr wird die Abschlussfeier unter dem Motto „Bayrische Party Nacht“ in der Alpspitzhalle stattfinden. jl

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