"Brauchen Unterstützung!"

Freie Wähler wollen Eishockey-Vereinen wie dem EVF helfen

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EVF-Sportdirektor Thomas Zellhuber (v.l.), DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel, der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl und Bürgermeister Maximilian Eichstetter diskutieren im Füssener Bundesstützpunkt, wie der Eishockey-Sport unterstützt werden kann.

Kaufbeuren/Füssen – Wird es im Herbst wieder Eishockeysport geben? Die Vorzeichen in der Corona-Pandemie geben zum jetzigen Zeitpunkt doch etwas Grund für Optimismus, dass beispielsweise am Füssener Kobelhang in absehbarer Zeit wieder gespielt wird.

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler will nicht nur den Sport der Kufenflitzer, sondern auch Handball, Volleyball und Basketball wieder zum Laufen bringen. Das betonte der Kaufbeurer Abgeordnete Bernhard Pohl am Dienstag in einem Pressegespräch im Füssener Bundesstützpunkt.

Elf Jahre lang war Bernhard Pohl selbst Präsident des ESV Kaufbeuren. Für ihn sind die Zuschauereinnahmen stets eine tragende Säule gewesen, „ohne die die Vereine in wirtschaftliche Schieflage geraten. Wir müssen hier finanziell helfen“, betonte der Abgeordnete und verwies auf das Finanzierungsmodell des Bundes, von dem die DEL und auch die DEL 2 profitieren. 200 Millionen Euro seien hier im Gespräch, die der Bund für Team-Sportarten und die Dritte Fußballliga zur Verfügung stellt. Mit dem Geld sollen 80 Prozent der Verluste aus entgangenen Zuschauereinnahmen ausgeglichen werden.

Bereits seit Wochen wird hinter den Kulissen an Lösungen gearbeitet, denn die Herausforderungen für die Teams und den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) sind enorm. Ziel müsse sein, vor Zuschauern zu spielen, sofern die Infektionszahlen dies zuließen. „Sollten die Oberliga-Süd und die Bayernliga ihren Spielbetrieb vor leeren Rängen durchführen müssen, wird dies möglicherweise zu einer Pleitewelle führen, die auch vor Traditionsvereinen nicht Halt macht“, warnt denn auch DEB-Präsident Franz Reindl.

Wie sehr auch der lokalen Politik Eishockey am Herzen liegt, zeigte die Teilnahme von Füssens Bürgermeister, Maximilian Eichstetter (CSU) am Pressegespräch im Bundesstützpunkt. Der neue Rathauschef hofft, dass es bald konkrete Neuigkeiten für eine Unterstützung der Eishockeyvereine, also auch für den EV Füssen, gibt.

Erleichterung beim EVF

Pohl verwies derweil auf die gute Zusammenarbeit mit DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel und DEB-Präsident Reindl. „Kompliment an den Deutschen Eishockey-Bund und in erster Linie an die Vereine. Sie ziehen alle in der für uns wirklich nicht einfachen Zeit gemeinsam an einem Strang!“ Schaidnagel selbst machte deutlich, dass auch die Vereine in der Oberliga und Bayernliga zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs Einnahmen generieren müssen. Pohl rechnet mit einer Größenordnung für den Teamsport in Bayern zwischen 30 und 50 Millionen Euro. Auch freut sich der Abgeordnete über die große Solidarität in der Lechstadt.

Ein positives Fazit zog EVF-Sportdirektor Thomas Zellhuber nach dem Pressegespräch. „Endlich wurden die Probleme und unsere Sorgen genannt und gehört. Wir brauchen Unterstützung!“ Nach eigenen Angaben kalkuliert der Sportdirektor mit mindestens 20 Prozent Einbußen. Besonders deutlich werde dies beim Thema Catering, wo nach jetzigem Stand keine Einnahmen generiert werden.

Task Force Eishockey

Unterdessen hat bereits eine sogenannte Task Force Eishockey das umfangreiche Hygiene- und Zuschauerkonzept präsentiert. Somit sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb zu gewährleisten. Das Konzept gilt als Leitfaden für die Eishockeyclubs, von den Profiligen über den Nachwuchs bis hin zum Freizeit- und Breitensport. Eines der Kernstücke des Konzeptes ist das Musterbeispiel am Bundesstützpunkt Füssen. „Sicherlich ist es schön, dass wir hier als Vorreiterrolle dienen. Doch das Konzept gilt in erster Linie nur für die Arena, nicht für die kleine Halle“, machte Zellhuber deutlich. „Unser Ziel ist es nun, dass Hygienekonzept so umzulegen, dass wir auch in beiden Hallen spielen können“, verweist der Sportdirektor auf die fehlenden Werberechte in der Arena.

Die Zeit läuft

Pohl drückt unterdessen bei den Teams in der Bayernliga und Oberliga auf die Tube. Der Eishockeysport stehe unter einem enormen Zeitdruck. „Anders als in anderen Sportarten sind wir auf den Zeitraum Oktober bis April beschränkt. Spätestens im April wird in den Eisstadien das Eis abgetaut, bis dahin muss die Saison beendet sein!“ Die Staatsregierung hat in zwei Nachtragshaushalten 20 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Corona-Folgen zur Verfügung gestellt. „Es ist etwas anderes, einem Traditionsverein mit Nachwuchsarbeit unter die Arme zu greifen, als Landesbürgschaften in Millionenhöhe für Schalke 04 zu gewähren“, sagte Pohl abschließend. 

Stefan Günter

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