Der EV Füssen besiegt den Tabellenletzten Moosburg mit 7:2 und kassiert ersatzgeschwächt eine 1:5-Niederlage gegen Geretsried

Eine souveräne Angelegenheit

ESC Geretsried - EV Füssen 5:2
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Der Torwart des ESC Geretsried versucht sein Tor gegen den EVF zu verteidigen.

Füssen/Moosburg – Drei Punkte hat sich der EV Füssen am Wochenende erkämpft.

Nachdem er am Freitag ersatzgeschwächt gegen einen hochmotivierten ESC Geretsried mit 1:5 unterlag, wurden die Füssener am Sonntag ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit 7:2 besiegten sie das Tabellenschlusslicht EV Moosburg. Am Freitag sahen die Zuschauer von Anfang an, für welche Mannschaft es um mehr ging. Die Gäste aus Geretsried brauchten noch zwei Punkte, um die Zwischenrunde zu erreichen. 

Der EVF legte seinen Fokus dagegen auf das DNL-Derby in Kaufbeuren, was die Füssener am Ende mit 5:2 gewannen. Durch die Abstellungen und verletzungsbedingten Ausfällte fehlten den Füssenern vor über 1000 Zuschauern gleich acht Spieler, so dass die zwei jungen Spieler Sebastian Schlag (18) und Luca Schollenberger (17) ihr Debüt im Seniorenbereich feiern durften. Gleich zu beginn kamen die hochmotivierten Gäste zu den ersten Chancen. 

Nach einer Strafzeit war der EVF kaum wieder komplett, als Ondrej Horvath einen Abstauber zum 1:0 für Geretsried nutzte. Bei einem Konter über Nikolas Oppenberger und Ron Newhook unterlief Geretsried zwei Minuten später beinahe ein Eigentor. Die erste Füssener Überzahl nutzte Ron Newhook dann zum Ausgleich. Im zweiten Drittel bekamen die Füssener immer mehr spielerisches Übergewicht. Eric Nadeau verpasste einen Abpraller nur knapp, bei einem Konter setzte Marc Besl die Scheibe an den Pfosten. 

Ein Überzahlspiel brachte weitere Möglichkeiten für die heimische Vertretung, aber keinen Treffer. Die „River Rats“ markierten dagegen kurz vor Drittelende das überraschende 2:1, als der EVF die Scheibe nicht konsequent klärte. In der 40. Minute lag der Ausgleich in der Luft, doch Sean Kavanaghs Schuss landete am Pfosten und Oppenberger konnte den Abpraller vor dem leeren Tor nicht kontrollieren. 

Emotionen kochen hoch 

Auch ins letzte Drittel startete der EVF dank Überzahl mit guten Chancen. Den Deckel drauf machten aber die Gäste nach knapp vier Minuten. Ondrej Horvath und Vladimir Zvonik sorgten für eine tschechische Co-Produktion und das 3:1. Anschließend gab es ein munteres Auf und Ab, beide Teams brachten aber bis in die Schlussminute nichts Zählbares zustande. Dann sorgte der bis dahin gut leitende Schiedsrichter für Aufregung beim EV Füssen, als er innerhalb von 49 Sekunden 18 Strafminuten gegen die Hausherren aussprach. Geretsried kam in doppelter Überzahl noch zu zwei leichten Treffern in der letzten halben Minute und konnte einen 5:1-Sieg feiern.

 Der Fokus seines Teams liege bereits auf der Zwischenrunde, erklärte EVF-Trainer Thomas Zellhuber nach der Partie. „Trotzdem wollten wir heute natürlich gewinnen, sind aber für zwei schwere Fehler, als wir die Scheibe nicht aus dem Drittel beförderten, bestraft worden. Das ist auch gut so, dadurch haben wir hoffentlich wieder was gelernt. Am Ende sind die Emotionen hochgekocht, aber das ist Sport und sollte nicht überbewertet werden.“ 

Am Sonntag ging der EV Füssen dann als klarer Favorit gegen den EV Moosburg aufs Eis. Bereits in der zweiten Spielminute brachte Marc Besl die Gäste in Führung. Zwar kam danach auch Moosburg zu einigen Chancen, die besseren hatten aber Marvin Schmid und Ron Newhook. Als der EVF erstmals in Überzahl agierte, musste Torwart Benedikt Hötzinger bei einem Konter eine Fanghandparade auspacken. 

Das zweite Powerplay nutzte dann Sean Kavanagh am langen Torpfosten zum 2:0 für Füssen. Die Gastgeber mussten kurz darauf zum dritten Mal auf die Strafbank und hier hatte dann plötzlich Verteidiger Andre Bühler freie Bahn zum Tor, er scheiterte aber. 

Kurz vor Drittelende hieß es erneut „Überzahl EVF“. Dieses Mal ließ sich Nikolas Oppenberger nicht lange bitten und erhöhte auf 3:0 für den EVF. 

EVF dominiert Partie 

Im Mitteldrittel war zunächst der EV Füssen klar überlegen. Im Powerplay traf Kapitän Eric Nadeau, nachdem er die ersten drei Tore noch vorbereitet hatte. Als Ron Newhook nach noch nicht einmal der Hälfte des Spiels das 5:0 für den EVF markierte, drohte den Gastgebern ein Schützenfest der negativen Art. 

Doch die Füssener ließen ab der 34. Minute in der Intensität nach, was sich vor allem auf die Abwehrarbeit auswirkte. Plötzlich hatte EVF-Torwart Hötzinger alle Hände voll zu tun. Zunächst machte er drei sehr gute Chancen der Heimmannschaft zunichte, dann zielte ein EVM-Stürmer vorbei und im ersten Unterzahlspiel des EVF rettete der Innenpfosten für die Schwarz-Gelben. 

Kurz darauf musste der Füssener Schlussmann erneut eine Parade auspacken. Zwischendurch scheiterte Oppenberger mit einem Unterzahlkonter nur knapp. Den letzten Abschnitt begannen die Füssener deutlich engagierter. 

Der Lohn war bereits nach gut zwei Minuten das 6:0 für den EVF durch Florian Simon. Moosburg blieb aber vereinzelt gefährlich und traf nach einem Konter zum zweiten Mal den Pfosten. Beim nächsten Angriff erzielte Sean Kavanagh aus dem Rückraum das 7:0 für Füssen. In der 51. Minute gelang dann Daniel Möhle der schon lange verdiente erste Treffer der Heimmannschaft, dem aber gleich zwei Großchancen durch Besl und Simon folgten. 

Es trafen aber nur noch die Gastgeber. Denn sie nutzten ein doppeltes Überzahlspiel zum 2:7. Auf der anderen Seite konnte der EV Füssen seine Überlegenheit durch zu wenig Zug zum Tor nicht in weitere Treffer ummünzte, so dass es am Ende beim 7:2 für Füssen blieb. Während Moosburg nun in die Abstiegsrunde muss, warten auf den EV Füssen in der Zwischenrunde neue Gegner. Sollte es beim sechsten Tabellenplatz bleiben, würde Füssen auf die Oberligisten ECDC Memmingen und EHC Waldkraiburg sowie Dorfen und Landsberg treffen. 

Der fünfte Platz und damit die andere Gruppe der Zwischenrunde wäre noch möglich, wenn der EV Füssen am Sonntag, 14. Januar, um 17.30 Uhr daheim Germering besiegt und Erding zuhause gegen Schongau verliert. 

EVF lädt zum Benefizspiel 

Zuvor lädt der EVF aber noch zu einem Benefizspiel ein. Am Freitag, 12. Januar, um 19.30 Uhr spielt der gesamte Bayernliga Kader zugunsten der Familie Zieglebner. Denn der 41-jährige Stephan Zieglebner verstarb im Dezember an den Folgen einer schweren Erkrankung. Der ehemalige Eishockeyspieler engagierte sich zuletzt rund um den EV Füssen. Er hinterlässt eine Ehefrau und drei Kinder. Beim Benefizspiel trifft der Bayernliga Kader unter anderem auf die EVF-Legionäre mit ehemaligen Spielern wie Markus Kehle, Florian Jung, Hansi Stetter oder Marcus Bleicher. Eintritt und Bewirtung sind kostenlos. Um Spenden zur Unterstützung der Familie wird gebeten.

mil

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