7:4-Sieg im Aufstiegskrimi gegen den direkten Konkurrenten TEV Miesbach

Der EV Füssen steigt in die Oberliga auf

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Der EV Füssen feiert nach dem Spiel gegen Miesbach den Aufstieg in die Oberliga.

Füssen/Miesbach – Drei Jahre und sieben Monate nach seiner Neugründung ist der EV Füssen wieder in der Oberliga angekommen. Durch einen 7:4-Sieg beim direkten Konkurrenten Miesbach erkämpften sich die Schwarz-Gelben am Sonntag den zweiten Platz in der Zwischenrunde hinter dem SC Riessersee.

Mindestens 400 EVF-Fans begleiteten am Sonntag die Füssener Mannschaft zum Endspiel um den Aufstiegsplatz nach Oberbayern. Diese sahen zunächst zwei eher defensiv agierene Teams und sehr wenige Torchancen im ersten Abschnitt. Vor allem der EVF wies nicht viele Offensivszenen auf, während der TEV durch seine Importspieler Filip Kokoska und Bohumil Slavicek Füssens Torhüter Benedikt Hötzinger zu zwei Glanzparaden zwang. 45 Sekunden vor Drittelende war jedoch Ron Newhook frei vor dem gegnerischen Tor und markierte mit der ersten nennenswerten Möglichkeit gleich die 1:0-Führung für Füssen. 

Das Mitteldrittel startete wesentlich munterer. Gleich in der ersten Minute wurden Hötzinger und sein Gegenüber Timon Ewert zu Großtaten gezwungen. Danach gab es eine Strafzeit gegen die Gastgeber, die sie zwar überstanden, der EVF war aber immer noch im Angriffsmodus. So erhöhte Tyler Wood bestens frei gespielt auf 2:0. Ein Überzahlspiel brachte Miesbach viele Torschüsse, die aber meistens knapp vorbei segelten. Als in der 31. Minute Christoph Gottwald EVF-Stürmer Thomas Böck in die Bande beförderte, ging es für ihn zum Duschen. Das fünfminütige Überzahlspiel konnten die Ostallgäuer aber nicht nutzen. 

Doch auch Miesbach vergab im Anschluss ein Powerplay, erhöhte danach noch einmal den Einsatz. Die Folge waren zwei Strafzeiten in der 40. Minute, die zu unschönen Szenen führten. Füssen vergab aber auch diese gute Überzahlmöglichkeit, um in der 41. Minute selbst wieder in Unterzahl auf dem Eis zu stehen. Markus Vaitl überlief die gegnerische Abwehr und vollendete zur 3:0-Führung für Füssen. 

Miesbach kämpft sich zurück 

Es folgte eine bärenstarke Phase des EVF, in der Tobias Meier das 4:0 für Füssen erzielte. Als dann auch noch Miesbachs letzter Mann die Scheibe an Marius Klein verlor und dieser eiskalt den fünften Füssener Treffer erzielte, schien die Entscheidung gefallen zu sein. Der Füssener Anhang feierte bereits, als Miesbach in einer verrückten Schlussphase zurückschlug. Erneut in Überzahl traf Christian Czaika zum ersten Mal für den TEV. Nur 41 Sekunden später verkürzte Liga-Topscorer Bohumil Slavicek auf 2:5. Nur dreißg Sekunden später folgte die dritte Strafzeit für die Füssener in diesem Abschnitt und sechs Sekunden danach eine aus Sicht des EVF völlig überzogene Spieldauerstrafe gegen Lubos Velebny. 

Diese brenzlige Situation war ein gefundenes Fressen für die Topscorer der Gastgeber. Slavicek nutzte die doppelte Überzahl zum 3:5, worauf Füssen eine Auszeit nahm. Das brachte etwas Entlastung. Als die Scheibe dann aber von einem Füssener Verteidiger aus ins Netz rutschte, hieß es plötzlich 4:5 und Miesbach stand noch drei Minuten in Überzahl auf dem Eis – das Unmögliche schien nun möglich zu sein. Außerdem schwanden beim EVF nach dem schweren Spiel am Freitag zusehends die Kräfte. 

Doch dank eines überragenden Benedikt Hötzinger, der zwei weitere Großchancen entschärfte, überstanden sie diese heikle Phase mit einem „blauen Auge“. Als Miesbach dann seine einzige Strafzeit im letzten Abschnitt hinnehmen musste, nutzten die Füssener das aus. Maximilian Dropmann fälschte den Schuss von Marius Klein zum 6:4 für Füssen ab. Als der TEV den Torhüter herausnahm, traf auch noch Markus Vaitl zum 7:4-Endstand. Miesbach gab aber bis zum Ende nicht auf und bestätigte trotz der Niederlage seine starke Form. 

Starke Vorstellung gegen den SC Riessersee

Einen wahren Eishockeykrimi hatten die Füssener Fans aber bereits zwei Tage zuvor gesehen. Gegen den SC Riessersee zeigte der EVF das wohl beste Spiel seit seiner Neugründung. Garmisch begann sehr zielstrebig und hatte die ersten Torchancen. Erst nach fünf Minuten musste der Gästetorhüter Daniel Fießinger erstmals eingreifen und eine Minute später auch hinter sich greifen. Ein verdeckter Schuss von Lubos Velebny hatte eingeschlagen, das Stadion jubelte. Doch keiner der drei Unparteiischen hatte den Treffer gesehen, es ging mit 0:0 weiter. Nicht die einzige diskussionswürdige Situation in diesem Spiel. 

Füssen antwortete mit wütenden Angriffen und erspielte sich ein klares Chancenplus. Dreimal liefen die Schwarz-Gelben in Person von Marc Besl, Marius Klein und Markus Vaitl allein auf das gegnerische Tor zu, scheiterten aber jedesmal an Fießinger. Auch Tyler Wood, Florian Simon und Ron Newhook konnten den gegnerischen Goalie nicht überwinden, während Sam Payeur bei einem Konter das leere Toreck vor sich hatte, die Scheibe aber nicht traf. So ging es mit einem 0:1 in die Kabine, denn Hagen Kaisler hatte nach einem Konter und einem Pfostentreffer aus dem Rückraum die Scheibe zur Garmischer Führung ins Netz befördert.

Im Mitteldrittel scheiterte zunächst Vincent Wiedemann mit dem nächsten Alleingang, dann misslang es Marc Besl die Scheibe im Tor unterzubringen. Auf der anderen Seite hatten die Werdenfelser bei Füssener Powerplay gleich drei Unterzahlchancen. Insgesamt spielten beide Teams sehr intensiv, die Anzahl der Torchancen war aber deutlich geringer als im ersten Abschnitt. Die größte hatte noch Payeur in Überzahl, als er den am langen Pfosten frei stehenden Florian Simon übersah und mit seinem eigenen Abschluss scheiterte. Zum Ende hin wurde dann der SCR aktiver und EVF-Torhüter Andi Jorde bekam einiges zu tun. 

Jorde hält sein Team im Spiel

Im letzten Abschnitt war den Teams das hohe Tempo der ersten 40 Minuten deutlich anzumerken, es ging nicht mehr ganz so schnell zur Sache. Besl scheiterte mit dem fünften Alleingang des EVF an diesem Abend an der Latte, Newhook konnte vor dem Tor einen Abpraller nicht unterbringen und in Überzahl ging die abgefälschte Scheibe nach einem Schuss von Wood knapp am Pfosten vorbei.

Auf der anderen Seite verzog der SCR bei zwei Kontern nur knapp. Dem EVF lief die Zeit davon, doch eine Aktion hatte er noch. Nach einem gewonnenen Bandenzweikampf setzte Sam Payeur das Hartgummi ins lange Eck und sorgte so zwei Minuten vor Schluss für den Ausgleich. 

Somit ging es in die Verlängerung, in der Andi Jorde gegen die überlegenen Gäste gleich vier Glanzparaden auspacken musste, um sein Team ins Penaltyschießen zu bringen. Hier konnte er auch die ersten drei Versuche des Gegners parieren, der vierte Versuch von Verteidiger Silvan Heiß saß dann aber. Es war die Entscheidung, da beim EVF Wood, Nadeau, Newhook und Rott teilweise sehr knapp scheiterten. 

mil

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