Finanzen sind ein "Riesenproblem"

Dieter Grimmer (rechts) und Jakob Muron werden für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement beim EV Füssen ausgezeichnet. Foto: Berndt

Füssen – Ein „Riesenproblem" sei, dass der EV Füssen in der Saison 2013/14  „mehr ausgegeben als eingenommen“ hat, erklärte der geschäftsführende Vorsitzende Jürg Tiedge bei der Jahreshauptversammlung im Bundesleistungszentrum. Deshalb freue man sich „über jeden, der eine Eintrittskarte kauft“.

 Völlig gegensätzlich zur wirtschaftlich bereits klammen Lage der Schwarzgelben stellt sich der sportliche Zustand dar, den der Nachwuchskoordinator des EVF, Markus Gmeiner, in seinem Jahressportbericht als durchaus gut beschrieb. So verbuchte es Gmeiner unter anderem als Plus, dass die erste Mannschaft in der zurückliegenden Spielzeit in der Eishockey-Oberliga Süd immerhin wieder den Sprung in die Play-offs geschafft hatte und „wir mit fünf Nachwuchsteams in der höchstmöglichen Spielklasse“ mitgemischt haben. Gmeiner ließ zudem zahlreiche Turniere sowie andere Wettkämpfe Revue passieren, bei denen sich die jungen Eishockeyspieler des EV Füssen mal mehr und mal weniger Meriten erworben hatten.  

Sportlicher Erfolg dürfte der Oberligamannschaft unter der neuen Führung von Teammananger Marcus Bleicher und Trainer Wolfgang Koziol auch in der kommenden Saison nicht in den Schoß fallen. Das liegt zum Teil daran, dass sich einige Akteure vor der am 26. September beginnenden Oberliga-Punkterunde 2014/15 vom Verein verabschiedet haben. Entweder haben sie ihre Eishockeykarriere an den Nagel gehängt oder sich auf den Weg gemacht, ihr Glück woanders zu suchen. Vor allem Letzteres prangerte insbesondere Bleicher bei zwei Spielern an, die er allerdings nicht namentlich nennen wollte. „Es weiß schon jeder, wen ich meine“, sagte er. Damit stieß er in etwa ins gleiche Horn wie Koziol, der wie Bleicher betonte, dass man am Kobelhang nur Spieler haben wolle, „die auch hier spielen wollen.“  

In dem Zusammenhang verwies Tiedge darauf, dass es nicht immer so einfach sei, solche Akteure auswärts zu finden. Deshalb versuche der EVF weiterhin den eigenen Nachwuchs möglichst gut auszubilden, um ihn für die eigene Oberligamannschaft tauglich zu machen. Wenn manche Spieler aber für höhere Aufgaben qualifiziert seien, stelle dies ein Problem für die Schwarzgelben dar, wenn sie Füssen in Richtung anderer Vereine verließen und der EVF finanziell leer ausgehe. Das sei in der Vergangenheit unzählige Male passiert, unterstrich Tiedge und erklärte: „Seit 1996 haben wir 1,6 Millionen Euro in die Ausbildung von jungen Spielern investiert, ohne einen einzigen Cent zu bekommen.“ 

Da das rein ökonomische Vereinsergebnis in der Periode 2013/14 sogar „nach Korrekturbuchungen noch knapp 14.000 Euro minus“ betrage und zum Beispiel allein für die Fahrtkosten der Teams insgesamt rund 63.700 Euro angefallen seien, gelte am Kobelhang weiterhin das Motto: „Im Rahmen des Machbaren wird sparsamst gewirtschaftet.“ Den-noch reichte es an diesem Abend zu Urkunden und anderen Anerkennungsgeschenken für mehrere geehrte Vereinsmitglieder.  lex

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