Das Bundesleistungszentrum wird zum Hexenkessel

Fast 2400 Fans kamen zum Heimspiel ins BLZ – über ein Drittel davon aus Selb. Foto: Köhntopp

Füssen – Am Freitagabend bildeten 2378 Zuschauer in der Füssener Eishockeyarena einen stimmungsvollen Rahmen für den 5:4-Sieg des EV Füssens über die Selber Wölfe. Im Sonntagspiel gegen den EHC Klostersee riss dann die Siegesserie der Leoparden. Hier mussten sie sich mit 2:4 geschlagen geben.

Mit ein paar kleinen Ausnahmen verhielten sich die Fans zivilisiert. Die rund 870 Selber Fans kamen mit einer Stunde Verspätung mit einem Sonderzug in Füssen an und verpassten dadurch die für sie engagierten Musiker. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Sowohl die Selber als auch die Füssener Fans feuerten ihre Mannschaften lautstark an. Obwohl Füssen nach einer Eingewöhnungsphase etwas mehr Anteile am Spiel hatte, gelang den Selbern in der vierten Minute der Führungstreffer, als ein von Jordes Helm abgeprallter Puck Peter Hendrikson direkt vor den Schläger fiel. Die Füssener belohnten sich in der achten Minute für ihre Arbeit mit dem Ausgleich durch Matthias Ziegler (V. Gschmeißner, D. Meisinger). Als dann Yannik Baier (J. Gordon, E. Nadeau) und Sascha Golts (Andrej Naumann, Peter Meier) in der zehnten Minute binnen 35 Sekunden auf 3:1 davonzogen, kochte die Halle vor Begeisterung. Der gegnerische Trainer Cory Holden nahm daraufhin eine Auszeit. Eine Strafzeit gegen Füssen nutzten die Gäste in der 16. Minute zum 2:3. Noch in der gleichen Minute stellten die Hausherren durch Andrej Naumann auf Zuspiel von Torwart Andreas Jorde und Sascha Golts mit dem 4:2 den alten Abstand wieder her. Knapp eine Minute vor der Sirene wurde Baier hart gecheckt, worauf der Unparteiische eine 5+Spieldauer gegen den Selber Timo Roos verhängte. Kurz vor Drittelende stand Eric Nadeau dann allein vor dem Selber Keeper, Marko Suvelo. Nadeau wurde aber am Tor-Schuss gehindert. Die ins zweite Drittel reichende Überzahl bescherte den Füssener unter Mithilfe des Selber Goalies den fünften Treffer. Er wehrte einen Schuss von John Gordon ab, spielte die Scheibe dabei aber wieder Gordon auf den Schläger, der das Geschenk zum fünften Füssener Treffer dankbar annahm. Eine weitere Überzahl dauerte nur ein paar Sekunden, da verhängte der Unparteiische eine Strafe gegen einen Füssener. Nun waren die Gäste deutlich besser. Füssen wehrte sich gegen einen weiteren Treffer, doch Selb gelang das Tor zum 3:5 in der 27. Minute. Dann sprach der von beiden Seiten mehrfach gescholtene Hauptschiedsrichter eine 5+Spieldauer gegen Valentin Gschmeißner aus. Die Hausherren präsentierten sich jedoch stark in der Abwehr. Die einzige Ausbeute auf Füssener Seite war ein Stangentreffer von Gordon in der 38. Minute. Weitere Strafzeiten auf beiden Seiten ließen keinen Spielfluss aufkommen. Auch das letzte Drittel begann in Überzahl für den EVF und weitere Strafen gegen den Gast bescherten den Hausherren Möglichkeiten, doch es gelang nichts mehr. Nachdem der Schiedsrichter Gordon hinausgestellt hatte, nutzen die Oberfranken ihre 5:3-Überzahl zum Anschlusstreffer durch Kevin Richardson in der 49. Minute. Die Gäste witterten ihre Chance und drängten auf den Ausgleich. Doch die Füssener Abwehr hielt stand. Eine Minute vor Ende nahmen die Gäste den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus, doch das änderte nichts am Spielstand. 

Der EV Füssen tritt gegen Klostersee an 

Nur einen Tag Pause hatten die Leoparden, bevor sie am Sonntag in Grafing zum siebten Spiel innerhalb von 14 Tagen antraten. Die Partie gegen den EHC Klostersee fing für den EVF mit einem Pfostenschuss in der zweiten Minute recht gut an. Beide Mannschaften tasteten sich zunächst ab. Eine Überzahl nutzte John Gordon zu einem Gewaltschuss, mit dem er einem Gegner den Schläger aus den Händen schoss, dadurch aber sein Ziel verfehlte. Während der zweiten Strafzeit gegen die Gastgeber gelang den Füssener durch Daniel Stiefenhofer (Sascha Holz) der Führungstreffer in der 15. Minute. Dann zeigte Andre Irrgang sein Können. Er war aber in Unterzahl kurz vor Drittelende, nachdem er schon zwei Chancen abgewehrt hatte, beim Ausgleich machtlos. Anschließend machte es sich im Spiel der Füssener bemerkbar, dass Hubert Schöpf nach der zehnten Minute nach einem nicht geahndeten Kniecheck nicht mehr einsatzbereit war. Das 2:1 in der 25. Minute durch Max Kaltenhauser motivierte die Mannschaft von Trainer Doug Irwin. Sekunden später verpasste Yannick Baier die Chance zum Ausgleich. Auch eine weitere Strafzeit gegen Klostersee brachte keinen Erfolg, der Gegner war einfach spritziger, den Füssenern war der Kräfteverschleiß aus dem Freitagspiel anzumerken. Im letzten Drittel überstand Füssen zwei Strafzeiten ohne Gegentor. Wieder vollzählig  zeichnete sich der Füssener Goalie André Irrgang aus, ehe in der 52. Minute doch das 3:1 fiel. Ein Schlagschuss von Daniel Stiefenhofer  in der 55. Minute weckte die Hoffnung der Füssener. Eineinhalb Minuten vor Spielende nahm Trainer Dave Rich eine Auszeit und noch den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis.  Doch ein Abpraller des letzten Füssener Mannes im gegnerischen Drittel bescherte Michael Dorr die Scheibe, der sie zum 4:2-Endstand ins leere Füssener Tor einnetzte.  Am kommenden Freitag, 11. Januar, kommt um 19.30 Uhr der EV Erding nach Füssen. Die Oberbayern liegen in der Tabelle nur zwei Punkte hinter dem EVF, sind also ein Konkurrent um den achten Platz. Am Sonntag, 13. Januar, geht es zum Tabellenersten, dem EC Peiting. dg

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