Durchwachsenes Jahresende für den EV Füssen

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Kämpferische Leoparden sichern gegen die Selber Löwen einen Punkt.

Füssen – Schwere Partien hatten die Eishockeyspieler des EV Füssen über die Feiertage zu überstehen, und das unter erschwerten Bedingungen. Zwar muss man beim Sport immer mit Verletzungen rechnen, doch so wie es den EVF zurzeit in der Verteidigung trifft, war in diesem Ausmaß noch nicht da.

Nachdem Matthias Mayr und Daniel Stiefenhofer wahrscheinlich für den Rest der Saison ausfallen, erwischte es nun auch noch den Topverteidiger der Füssener, Nerijus Alisauskas. Der Litauer wurde operiert und wird voraussichtlich ebenfalls für den Rest der Spielzeit ausfallen. Da auch Lukas Jentsch zuletzt nicht einsatzfähig war und Förderlizenzspieler Thomas Botzenhardt bei der U20-WM weilt, standen am vergangenen Wochenende nur noch drei Abwehrspieler aus dem etatmäßigen Kader zur Verfügung. Trainer Marcus Bleicher musste somit erneut stark improvisieren. Er griff wieder auf Jugendverteidiger Tobias Dressel (17) zurück und beorderte Stürmer Andrej Naumann in die Abwehr. Als sechsten Mann konnte er neu im Team Tobias Wedl (20) vom EV Ravensburg begrüßen. Dieser lief beim EVR in der Juniorenmannschaft auf, und wurde bereits in der Vorbereitungsphase getestet. Er kann nun mit einer Förderlizenz für den EVF spielen. Bei dieser völlig neu zusammengestellten Verteidigung mutete der 6:4-Heimsieg gegen die Tölzer Löwen schon wie ein kleines Wunder an.

Vor allem die ersten beiden Drittel waren eine tolle Vorstellung gegen die favorisierten Gäste, welche im Schlussabschnitt durch drei schnelle Tore noch mal zum 4:4 ausgleichen konnten, ehe Butzi Mayr und Tim Richter alles klar machten. Zuvor hatten schon Dominik Meisinger, John Gordon, Andrej Naumann und nochmals Tim Richter getroffen. Das 1:9 in Peiting (Tor: John Gordon) zwei Tage später gab ihm dann auch deutlich Recht. Dank der Hilfe der Tölzer Löwen konnte nun zumindest die Verpflichtung eines deutschen Verteidigers auf den Weg gebracht werden. Thomas Schmid (19) wird vorerst bis zum Saisonende aushelfen, und soll in Füssen mehr Spielpraxis erhalten. Nichts zu holen gab es für den EV Füssen bei seinem Auswärtsspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag im Breisgau. 7:1 gewann der Tabellenzweite EHC Freiburg sein Heimspiel, doch bis zur 28. Spielminute war die Begegnung beim Stand von 1:1 völlig offen, dann brachte ein Doppelschlag die Wölfe auf die Siegerstraße, und der erneut stark ersatzgeschwächte EVF kam nicht mehr entscheidend zurück. Zum Heimspiel am Samstag gegen die Selber Wölfe konnte zumindest Butzi Mayr wieder mitwirken, doch der Stürmer wurde am Ende zum tragischen Helden. Insgesamt sahen die über 1400 Zuschauer eine kämpferisch überragende Leistung der Schwarzgelben gegen den Tabellenführer aus Selb. Dieser war vor allem im ersten Drittel klar überlegen, doch die Füssener wehrten sich bis zur 14. Spielminute, ehe der Topscorer der Liga, Kyle Piwowarczyk, den hohen Favoriten in Führung brachte. Etwas überraschend kamen die Leoparden jedoch nur eine gute Minute später zum Ausgleich. Sascha Golts bediente den aus dem Rückraum heraneilenden Butzi Mayr, und gegen dessen satten Schuss hatte auch der deutsch-finnische Startorhüter der Porzellanstädter, Marko Suvelo, kein Mittel parat.

Und es kam für die heimische Vertretung sogar noch besser: Tim Richter düpierte mit einem Solo kurz vor Drittelende die gegnerische Abwehr und verlud auch noch Suvelo zum überraschenden 2:1. Wütende Angriffe der Wölfe waren im mittleren Abschnitt die Folge, aber mit Glück und Geschick überstand der EVF die Angriffsbemühungen der Oberfranken. Und ab der Hälfte des Spiels kam die Mannschaft von Trainer Bleicher ihrerseits zu großen Chancen: Bei einem Konter verfehlte Eric Nadeau das fast leere Tor, Butzi Mayr jagte die Scheibe an die Latte, und kurz vor Drittelende setzte der zusammen mit Torhüter Andre Irrgang beste EVF-Spieler John Gordon den Puck zweimal an den Torpfosten. Auf der Gegenseite hatten die Selber die große Chance, per Penalty auszugleichen, doch diesmal scheiterte Piwowarczyk. Besser machte es sein Stürmerkollege Eric Neumann, der in der 43. Minute den Ausgleich erzielte. Nun wurde die hochklassige Partie immer spannender. Es war der Füssener Butzi Mayr, der bei einem Konter eiskalt blieb und in der 53. Minute das viel umjubelte 3:2 gegen den Liga-Primus markierte. Doch dieser kam in der 57. Minute nach einem Bully erneut zum Ausgleich durch Geisberger. 90 Sekunden vor Ende bekamen auch die Leoparden einen Penalty zugesprochen, doch Sascha Golts konnte die große Chance zum Siegtreffer nicht nutzen. Und eine Minute später erhielt der zweifache Torschütze Mayr nach einer Rangelei mit einem Gegner eine Spieldauerstrafe, gleichbedeutend mit fünf Minuten Unterzahl. Die Füssener retteten sich zwar in die Verlängerung und sicherten damit zumindest einen Punkt, doch dort gelang den Gästen bereits nach 17 Sekunden der Siegtreffer durch Verteidiger Travis Martell.

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