5:3- und 3:0-Sieg des EV Füssen gegen den EHC Klostersee

EV Füssen steht im Finale um die Bayerische Meisterschaft

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Der Torhüter des EHC Klostersee hat gegen den EV Füssen viel zu tun.

Füssen – Der EV Füssen ist im Finale um die Bayerische Meisterschaft. Nachdem die Schwarz-Gelben am Freitag den EHC Klostersee daheim mit 5:3 besiegt hatten, machten sie am Sonntag mit dem zweiten Sieg gegen Klostersee den Einzug ins Finale perfekt. Bei den Grafingern gelang ihnen ein 3:0-Erfolg.

Damit trifft der EVF in der Endserie um die Bayerische Meisterschaft ab Freitag, 22. März, auf den TEV Miesbach, der sich im zweiten Halbfinale ebenfalls in zwei Spielen gegen den HC Landsberg durchsetzte.

Am vergangenen Freitag war der frisch gebackene Oberligaaufsteiger vor nur etwas über 800 Zuschauer seinem Gegner klar überlegen. Nachdem Marius Keller nach langer Verletzungspause wieder dabei war und das DNL-Team an diesem Wochenende spielfrei hat, fehlten dem EVF nur Lubos Velebny und Moritz Kircher, so dass er sogar mit vier Sturmreihen agieren konnte. Die Partien gegen Klostersee waren in dieser Spielzeit Geduldsfragen, spielen die Grafinger doch meistens aus einer gesicherten Abwehr heraus, die es erst einmal zu knacken gilt. Diesmal war es in der 15. Spielminute Samuel Payeur, der beim ersten Füssener Überzahlspiel einen Schuss ins Netz abfälschte. Die Gäste hielten ansonsten in diesem Abschnitt gut mit, hatten allerdings auch nur eine einzige zwingende Torchance. 

Im Mitteldrittel nutzten die Schwarz-Gelben dann schnell auch ihr zweites Überzahlspiel. Eine tolle Kombination verwandelte Max Dropmann zum 2:0. Und als Marc Besl bei einem Konter den dritten Treffer markierte, war erst die Hälfte der Partie gespielt. Danach verschärften die Gäste die Gangart, auf die Strafbank mussten die Füssener, die aber ein starkes Penaltykilling praktizierten. Ein aus Füssener Sicht penaltywürdiges Foul an Vincent Wiedemann sah der Unparteiische nicht als solches, Marius Keller und Tylor Wood scheiterten knapp am vierten Treffer. Diesen erzielte im letzten Drittel nach einem lehrbuchreifen Konter EVF-Kapitän Eric Nadeau nach toller Vorarbeit von Markus Vaitl und Tobias Meier. 

Während Gästestürmer Thomas Hummer frei an Andi Jorde im EVF-Kasten scheiterte, erhöhte der vierte Füssener Sturm durch Ondrej Zelenka auf 5:0. Die Luft war damit raus, Klostersee wechselte Torhüterin Lisa Hemmerle ein, die sich die letzten zwölf Minuten nicht mehr bezwingen ließ. Als aus Sicht des EVF ein Foul am Füssener Spieler nicht gesehen wurde, wohl aber dessen Revanche, nutzten die Gäste den Platz für zwei Treffer. In der 58. Minute markierten sie sogar noch das 3:5. Doch danach hatte Klostersee keine Chance mehr für einen weiteren Treffer. Der Sieg der Füssener war indes zweifelsohne verdient. 

Am Sonntag ging der EVF dann mit ganz anderen Voraussetzungen auf das Eis in Grafing. Topscorer Marc Besl war kurzfristig erkrankt, außerdem waren die DNL-Spieler nicht dabei. Trotzdem machte der EVF bereits von Beginn an Druck. In der dritten Minute scheiterte Markus Vaitl an der Torlatte, zwei Zeigerumdrehungen später sprang die Scheibe nach einem Schuss von Tobi Meier vom Innenpfosten ins Feld zurück. Eric Nadeau konnte zudem frei vor dem Tor die Scheibe nicht entscheidend kontrollieren. In Überzahl gab es weitere Chancen, aber keine Treffer. Beim ersten Powerplay der Gastgeber musste dann in der letzten Minute des ersten Abschnitts Benedikt Hötzinger im Füssener Tor sein ganzes Können aufbieten. 

Als im zweiten Abschnitt nach Strafen gegen beide Teams viel Platz auf dem Eis war, nutzte das der frei gespielte Lubos Velebny, um den Puck ins Grafinger Tornetz zu senden – die Führung für Füssen in der 22. Spielminute. Klostersee antwortete mit wütenden Angriffen und fast mit dem Ausgleich. Dabei zeigte Hötzinger sein ganzes Können. 

Zweites Tor für Velebny 

Auf der anderen Seite lief Eric Nadeau auf das gegnerische Tor zu. Dabei wurde der Füssens Kapitän aus Sicht des EVF vom Verteidiger abgedrängt und prallte mit dem Torhüter zusammen, das Tor verfehlte er knapp. Für diese Aktion bekam der Routinier zwei Strafminuten wegen Behinderung aufgebrummt. Füssen überstand die Unterzahl. Der EHC hatte beim nächsten Powerplay der Füssener die größte Chance zum Ausgleich, der Unterzahlkonter des Schweden Andreas Persson verfehlte aber das Tor knapp. So musste wieder Lubos Velebny ans Spielgerät. 34. Spielminute, Schlagschuss, 2:0 für Füssen. Jetzt hatte der EVF wieder Oberwasser und durch Nadeau gleich drei Chancen. 

Auch die Anfangsphase der letzten zwanzig Minuten gehörte den Schwarz-Gelben, von Klostersee war offensiv zunächst nichts zu sehen. Das änderte sich nach einer Meinungsverschiedenheit zwischen Florian Simon und Philipp Quinlan, die nach einer Disziplinarstrafe das Spielende für den Füssener Verteidiger bedeutete. Die Hausherren wurden nun immer dominanter und waren laufstärker. 

EVF-Goalie ist zu stark 

Beim EVF schienen die Kräfte zu schwinden, es gab fast keine Entlastung mehr. So nahm Trainer Andreas Becherer in der 54. Minute eine Auszeit und sorgte für die neue Einstellung des Teams. Danach blieb Klostersee dominant, Füssen defensivstark. Brenzlig wurde es erst nach einer Strafzeit rund fünf Minuten vor Spielende, hier hatten die Grafinger gleich viermal den Anschlusstreffer auf dem Schläger. Hötzinger war aber nicht zu bezwingen und wurde schließlich auch als bester Spieler der Partie gewählt. 

Und als der EHC dann den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, konterte der Oberliga-Aufsteiger aus dem Allgäu in der letzten Minute durch Ron Newhook zum 3:0 für Füssen. Der Finaleinzug war perfekt. 

„Das Spiel hat sich heute nicht so angefühlt wie ein Halbfinale, es war alles relativ brav, eher wie ein Ligaspiel“, kommentierte Füssens Trainer Andreas Becherer anschließend die Partie. „Ich denke, dass wir heute über 60 Minuten bis auf wenige Phasen sehr kontrolliert gespielt haben, sehr clever, und haben daher verdient gewonnen. Wir sind froh, jetzt im Finale zu stehen.“ 

mil

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