»Wir stehen nicht unter Erfolgsdruck«

Zurück im Motorsport: Das Team Kößler startet mit einem neuen Auto in der höchsten Rallyeklasse

Neues Auto des Füssener Teams Kößler
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In dieser Saison geht das Team Kößler mit einem Rally2 Wagen an den Start.
  • VonChris Friedrich
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Füssen – Nach längerer Pause im Motorsport nimmt Manuel Kößler heuer wieder an internationalen Wettbewerben teil. So geht sein Team von 25. bis 29. Mai bei der Rallye Velenje in Slowenien an den Start. 

Im Jahr 2014 war Manuel Kößler Sieger im europäischen Mitropa Cup. Nun möchten er und sein Team wieder angreifen, und zwar mit einem neuen Wagen. Im Interview spricht Kößler über sein neues Auto und wie die ersten Tests verliefen.

„Wir fahren wieder in den Füssener Farben“, sagt Rallyepilot Manuel Kößler, der sich mit Benedikt Hofmann auf die Piste begibt. „Wir sind in der höchsten Fahrzeugklasse angekommen. Hier können wir im Feld der Profis Erfahrungen sammeln“, gibt der 33-Jährige die Richtung für sein motiviertes Team vor, dem auch sein Vater Sepp Kößler angehört.

War Ihr Team bei einer Testrallye in Slovenien erfolgreich?

Kößler: „Mit dem siebten Platz sind wir hochzufrieden. Im großen Teilnehmerfeld waren einige Vollprofis. Nur vier Piloten dieser Klasse waren besser als wir.“

Nicht mehr konkurrenzfähig

Der Subaru Impreza R4 hat ausgedient. Sie gehen in der laufenden Saison im modernen Rally2 Wagen an den Start. Was können Sie mit dem neuen Auto erreichen?

Kößler: „Wir hatten erfolgreiche Jahre mit dem Auto, das jetzt in der Garage steht und vorerst nicht verkauft wird. Mit dem betagten Subaru waren wir zuletzt trotz einer letztmöglichen Ausbaustufe und fahrerischen Höchstleistungen nicht mehr konkurrenzfähig. Um im Motorsport dabei zu sein, musste eine Lösung gefunden werden. Bei einem Test in Italien haben wir festgestellt: es führt kein Weg an einem neuen Auto vorbei. Wir haben es speziell für unsere Bedürfnisse zusammengebaut und in den Füssener Farben lackiert. Wir freuen uns auf die nächsten Rallyes, denn wir haben die Chance, einen Eindruck über das Potential der höchsten Rallyeklasse außerhalb der Rallyeweltmeisterschaft zu gewinnen. Dabei stehen wir nicht unter Erfolgsdruck.“

Habe ich das richtig verstanden: das neue Auto ist Ihren Mechanikern zu danken?

Kößler: „Ja, aber nicht allein! Das in der Nähe von Udine beheimatete Friul Motor Team des ebenfalls im Mitropa Cup bestens bekannten Rallye-Piloten Claudio de Cecco lieferte nicht nur einen neu aufgebauten Hyundai I20 R5, auf dem in der vergangenen Saison bereits bekannte Fahrer wie Craig Breen oder Oliver Solberg unterwegs waren, sondern dient uns auch als technischer und logistischer Partner. Die Mechaniker in meinem Team mit dem modernen Rallye2 Fahrzeug sind langjährige Wegbegleiter, bringen große Erfahrung mit und Begeisterung für jeden Einsatz, der dazu dient, das neue Auto für die kommenden Aufgaben vorzubereiten.“

Wertvolle Infos

Wie sieht eine solche Vorbereitung aus?

Kößler: „Wir haben mit unserem Team-Ingenieur bei einem mehrtägigen Workshop in Italien teilgenommen, um dort den Aufbau des Rennboliden von der Rohkarosse bis zum einsatzfertigen Auto hautnah mitzuerleben und wertvolle Informationen zu Technik und Setup des Fahrzeugs zu sammeln.“

Wenn Sie auf den ersten Testeinsatz zurückblicken: was ist hängen geblieben?

Kößler: „Als erster Testeinsatz stand für uns die Rally Vipaska Dolina in Slowenien im vergangenen Monat auf dem Programm. Diese Rallye hatte es nicht nur wegen des unbekannten Fahrzeuges mehr als in sich: trockener Asphalt, Starkregen und sogar Schnee forderten dem Co-Piloten und mir unser ganzes Können ab. Es waren perfekte Testbedingungen, um verschiedene Setups und Reifen zu testen. Obwohl bei dieser Rally allein die Testarbeit im Vordergrund stand, haben wir erfreulicherweise sehr vielversprechende Wertungspunkte-Zeiten erreicht. Das Ergebnis, das wir bereits erzielen konnten, hat die Erwartungen mehr als übertroffen.“

Wie geht es auf internationalen Pisten weiter?

Kößler: „Im weiteren Verlauf der Saison werden wir bei ausgesuchten Läufen in Italien, Slowenien und Kroatien starten. Dabei geht es darum, zum einen das Fahrzeug weiter kennenzulernen aber natürlich auch darum, im Laufe des Jahres wieder um vordere Platzierungen zu kämpfen und nicht zuletzt durch gute Leistungen den Sponsoren und Partnern zu danken ohne die ein solches Projekt nicht zu stemmen wäre.“

Danke für das Gespräch!

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