Ein Sieg fürs Selbstbewusstsein

Für die Olmypiaqualifikation der Curler wurde die Füssener Arena umgestaltet. Parallel auf drei Bahnen kämpfen die Curler hier um die Olympiatickets. Ganz rechts spielen die deutschen Frauen gegen Tschechien. Foto: Knoll

Füssen – Mit 9:4 hat das deutsche Frauencurlingteam gegen Tschechien am zweiten Tag der Olympiaqualifikation gewonnen. Das war ein „wichtiger Sieg vor allem fürs Selbstbewusstsein“, meinte Skip Andrea Schöpp nach dem ersten Sieg im Füssener Bundesleistungszentrum.

Eine ausgeglichene Partie zeigten beide Teams bis zum achten End. Nachdem sich Deutschland und Tschechien im ersten Abschnitt bei einer Nullrunde beschnuppert hatten, zeigte das deutsche Team im zweiten End zunächst Nerven: Der zweite Stein wurde beim Wischen berührt und musste deshalb raus, der dritte Stein brachte das Team auch nicht weiter. Dennoch gewann Deutschland diesen Abschnitt mit 1:0 und baute die Führung nach dem dritten End auf 2:0 aus. Doch Tschechien ließ sich davon nicht beeindrucken: Nachdem sie den vierten Abschnitt mit 2:0 gewonnen und den Spielstand damit ausgeglichen hatten, gingen sie nach dem fünften End zum ersten Mal in Führung. Doch die dauerte nicht lange an, denn das deutsche Team sicherte sich den sechsten Abschnitt mit 2:0. Die Gäste glichen jedoch erneut aus. 

Dann aber zeigten die deutschen Frauen im achten Abschnitt ihr Können. Fünf ihrer Steine hatten die Deutschen im sogenannten „Haus“ platziert, die Tschechen dagegen keinen einzigen. Mit ihren restlichen Steinen versuchten die Gäste zwar die gegnerischen aus dem Haus zu kicken und ihre eigenen gut zu platzieren, doch die deutschen Frauen legten nach. Am Ende sicherte sich das Heimteam den Abschnitt mit 4:0 und baute seine Führung nach dem neunten End auf den 9:4-Endstand aus. 

„Tschechien kann schon sehr gut spielen. Bei der EM haben sie uns auf dem völlig falschen Fuß erwischt“, erklärte Schöpp nach der Partie. Deshalb sei der Sieg vor allem wichtig fürs Selbstbewusstsein. Nach der 6:7-Auftaktniederlage gegen China sei die Leistung ihres Teams zwar jetzt besser gewesen, aber es gebe noch „Luft nach oben“, so Schöpp. Sie selbst hat zur Zeit mit Schmerzen im Knie zu kämpfen. Die habe sie zwar nicht beim Spielen, aber beim Laufen. Deshalb wolle sie sich am spielfreien Tag vom Arzt durchchecken lassen. „Aber ich bleibe auf jeden Fall“ im Turnier, erklärte sie. 

Für Stimmung bei der Partie gegen Tschechien hatte erneut eine Gruppe von deutschen Eishockeyfans gesorgt. Die hatten das Team schon gegen China mit Sprechgesängen angefeuert. „Das ist beim Curling eigentlich nicht üblich“, erklärte Schöppl. Dennoch sei das bei ihrem Team „ziemlich gut angekommen“. „Sie haben uns damit geholfen“, fügte Schöpp an. Die Kritik, dass Schmähgesänge auf den Gegner beim Curling „nicht gehen“, habe die Gruppe nach dem Spiel gegen China gut angenommen, sodass davon gegen Tschechien nichts mehr zu hören war. kk

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