Seit 40 Jahren wird in Füssen gecurlt: CC Füssen lädt zum Turnier und Festakt

Curler feiern 40. Jubiläum

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Skips, die Deutschland früher bei den Weltmeisterschaften vertreten haben, sind Andy Kapp (hinten v.l.), Andy Lang, Wolfgang Burba, Roland Jentsch sowie Manfred Räderer (vorn), Keith Wendorf und Sebastian Stock.

Füssen – Seit 40 Jahren wird in Füssen Curling gespielt. Dieses Jubiläum hat der Curling Club am Wochenende mit einem Turnier und einen Festakt auf dem Tegelberg gefeiert. Zu der Feier reisten Teams aus fünf Nationen an. Als Ehrengast begrüßten die Curler Direktor Keith Wendorf vom Weltverband WCF.

Auf neun Bahnen wurde am vergangenen Wochenende im Bundesleistungszentrum (BLZ) Curling gespielt. Skip Uli Sutor und sein Team vom EC Oberstdorf sicherten sich den Sieg. Bei der Siegerehrung wurde Baden Hills mit Manuel Walter als Zweiter bekannt gegeben. „Sehr gutes Eis“, lobten die Gästeteams aus vier Nationen die Rahmenbedingungen für das Turnier, zu dem der Füssener Club eingeladen hatte. 

Der Anlass: Curling gibt es seit 40 Jahren in Füssen. Der Festakt der Füssener hatte die über 100 Teilnehmer dann auf den Tegelberg geführt. Ehemalige europäische Top-Curler trafen sich hier. Auch die gesamte neue Vorstandschaft des Deutschen Curling Verbands (DCV) war zu Gast. In der Nachfolge von Dieter Kolb, der elf Jahre als Vorstand aktiv war, ist ab August Bernhard Mayr der erste Mann im Verband. Andreas Lang vom Curling Club Füssen ist nun Vize. Schon lange in dieser Führungsmannschaft arbeitet Helmar Erlewein, der in Schwangau lebt und das Bundesleistungszentrum Füssen leitet. 

Ziel der Verbands-Spitze muss es sein, Strukturen für den Leistungssport zu schaffen, damit die Nationalteams, die Bundestrainer Thomas Lips für die großen Turniere wie Olympische Spiele, EM und WM nominiert, in Zukunft wieder bessere Platzierungen als in den vergangenen Jahren anvisieren können. 

Einmal mehr wurde als Ehrengast Direktor Keith Wendorf vom Weltverband WCF begrüßt. Ebenfalls starken Beifall gab es für Beate Grimm aus Füssen. Sie wurde mit der Ehrennadel in Silber des Deutschen Verbands ausgezeichnet. Ganz leger ging es vorher an der gemütlichen Bar beim Sektempfang zu. 

Ermutigung aus Oberstdorf 

„Die Dänen“ waren ins Ostallgäu angereist, zudem ein Team Österreicher. Ein Curler im Original-Schottenrock wurde neben Aktiven aus der Schweiz bei der Abendfeier im Panoramarestaurant „Lisa´s Alpentraum“ entdeckt. Kein Redner schweifte langatmig ab. Der EC Oberstdorf, der 1974 eine Handvoll junger Füssener zum „Schach auf dem Eis“ ermuntert hatte, freute sich, dass man sich im Kreis um den heutigen Vorsitzenden Roland Jentsch „an uns erinnert“, wie es im launigen Grußwort von Sigi Heinle hieß. 

Es war dann nicht nur Lenard Schulze vom Club aus Hamburg, der mit „Hip hip hui“ für gute Stimmung und die Vorfreude aufs Jubiläum nach 50 aktiven Jahren sorgte. Auch in Köln werde übrigens schon lange Curling ge-spielt, wie bei der Feier zu erfahren war. Für den musikalischen Rahmen sorgten drei Musiker, die ihr Trio „Propeller“ nennen. 

Abteilung des EV Füssen 

Beflügelt, das Schach auf dem Eis auf hohem Niveau zu pflegen, wurde das legendäre Team Kapp, das 1997 den Vizeweltmeistertitel nach Füssen holte, von den Gründungsväter Alfred Köpf, Thomas Frank, Anton Reichart, Jürgen und Roland Jentsch. 

Köpf stellte den Kontakt zu den Oberstdorfern 1974 her. Großen Anteil an den Füssener Erfolgen hatte der erste Präsident Karl Dieter Schäfer. Er stellt sich immer wieder im Vorfeld von Turnieren als erfahrener Eismeister zur Verfügung. An seiner Seite im Organisationseinsatz sind seit langem Charlie Kapp und Uli Sutor. 

In ihren Anfängen war die zunächst belächelte Sportdisziplin „nur“ eine Abteilung des schon etablierten EV Füssen. Die Chronik zeigt mit Blick auf das Jahr 1989 und weitere Jahre: Der Eissportverein war deutscher Curling-Meister. Der Curling Club Füssen wurde im Jahr 1990 gegründet und holte sich die ersten von vielen Meisterschalen zwei Jahre danach. Das gelang als erstes den Damen. 

Als Clubmannschaft mit Skip Andreas Kapp nahmen die Füssener für Deutschland an Olympischen Spielen teil. „Hier war Curling zunächst nur eine Demonstrationssportart“, so Kapp auf Nachfrage des Kreisboten. „Wir stehen zu unserem BLZ, auch über 2018 hinaus.” Andreas Ullrich, Dritter Bürgermeister in Füssen Die ersten internationalen Erfolge bei großen Turnieren gelang allerdings dem Team mit Petra Tschetsch, die ab 12. September mit Kapp und Holger Höhne in der Schweiz an der Mixed-WM teilnehmen wird. 

„Das ist das überhaupt erste Weltmeisterschaftsturnier für gemischte Mannschaften“, so Höhne aus dem Team Kapp. Andreas Ullrich machte als Stellvertreter des Bürgermeisters deutlich, dass es sich beim Curling um „Leistungssport par excellence“ handelt, der auch weiterhin gefördert werden müsse. „Wir stehen zu unserem BLZ, auch über 2018 hinaus“, unterstrich Ullrich die Bedeutung für „unsere Sportstadt Füssen“. 

Wie DCV-Präsident Dieter Kolb und sein designierter Nachfolger Bernhard Mayr erklärten, leiste der Füssener Club „tolle Jugendarbeit“. Es gehe um mehr als den Gewinn von Medaillen: um den familiären „Spirit of Curling“, geprägt von Fairness. 

Chris Friedrich

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