Haushaltsausschuss macht Curlern Hoffnung auf weitere Förderung

"Wir wurden gehört"

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Andy Kapp

Füssen – Die Curler um Andy Kapp vom Füssener Club haben beim Protest gegen den drohenden Förderungsverlust jetzt die ersten Punkte in Berlin sammeln können.

Denn bei der sogenannten „Bereinigungssitzung“ des deutschen Bundeshaushalts ist beschlossen worden, dem deutschen Spitzensport im Jahr 2015 mehr Geld zur Verfügung zu stellen: es gibt zusätzlich 15 Millionen Euro. Gespräche des Deutschen Curling Verbands mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sind der nächste Schritt, um dieser Sportart eine Zukunft zu geben. 

Der Kreisbote sprach mit Andy Kapp über die aktuelle Situation.   Auf Basis dieser erhöhten Grundförderung sei es grundsätzlich möglich, Spitzensportler der olympischen Disziplin Curling zu fördern, so Stimmen aus dem Haushaltsausschuss. Weiter heißt es hier: Voraussetzung dafür sei jedoch, dass vom Deutschen Curling Verband (DCV) ein sportfachliches Konzept vorgelegt werde, das seine perspektivische Weiterentwicklung beinhalte. 

Diese Bedingung sieht Andy Kapp, der an der Spitze des Protestes steht, „bereits als erfüllt“ an. „Unsere Konzepte liegen vor. Es geht deshalb nur noch um das Feintuning einzelner Punkte.“  DCV-Präsident Dieter Kolb hat den Politikern in Berlin „auch im Namen aller Sportlerinnen und Sportler“ seinen Dank ausgesprochen. Er nannte die Unterstützung für „unsere Sportart außerordentlich“. Präsident Kolb erklärte weiter: „Wir fühlen uns jetzt in der besonderen Verantwortung, dieses Vertrauen zu rechtfertigen.“ 

Kolb hat angekündigt, „so rasch wie möglich Kontakt zur leistungssportlichen Abteilung des DOSB aufzunehmen, um zeitnah alle konzeptionellen Fragen mit dem DOSB auf den Prüfstand zu stellen, um einen sinnvollen, effizienten, aber auch produktiven Weg für die Olympischen Spiele 2018 und 2022 zu erarbeiten.“ Andy Kapp, der mit der DCV-Delegation in Berlin war, freut sich: „Wir wurden gehört.“ Die Curler hatten in der Hauptstadt in der Tat Gelegenheit aufzuzeigen, dass ihre Sportart förderungsfähig und förderungs-würdig sei. „Wir sind davon überzeugt“, erklärt Andy Kapp weiter, „auch künftig einen Beitrag zu positiven Ergebnissen der Olympiateams leisten zu können“. 

Curler in der Rolle als Bittsteller 

An seiner Kritik, die dem DOSB-Präsidenten gilt, hält der Vizeweltmeister von 2007 fest. „Alfons Hörmann sollte sich für uns einsetzen. Diese Aufgabe seines Amtes hat er aber nicht erfüllt. Wir sind in die Rolle von Bittstellern geraten.“ Andy Kapp spricht von einem „Feldzug gegen den Curlingsport“. Hörmanns hauptsächliches Argument, dass der leistungssportliche Abstand zur Weltspitze zu groß sei, lässt der Füssener Curler, der sich in seinem Club wie Ex-Nationalspieler Holger Höhne auch als Trainer zur Verfügung stellt, nicht gelten. Andy Kapp kontert, indem er unterstreicht: Der achte Platz fürs deutsche Team bei einer WM sei doch kein erfolgloses Abschneiden.

Chris Friedrich

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