Pfrontener gewinnt Füssener Altstadt-Kriterium überlegen

Mattheis dominiert

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Die Radrennfahrer kämpfen in der Füssener Altstadt um den Sieg.

Füssen – Wie zuletzt in München setzte sich RSC-Kempten-Fahrer Oliver Mattheis aus Pfronten auch beim 7. Füssener Altstadtkriterium sofort an die Spitze des Feldes und holte sich nach 70 Runden auf dem Rennrad den Sieg. Das war bereits sein siebter erster Platz in dieser Saison.

Mit 32 Punkten gewann Lokalmatador Oliver Mattheis das Rennen überlegen, von Anfang an taktisch gut unterstützt von Jonas Schmeiser (13 Punkte). Das Rennen blieb extrem spannend, weil sich Verfolger Hannes Baumgarten vom Team Baier Landshut, Sieger von 2013, von beiden Konkurrenten auf den 70 Runden über 800 Meter einfach nicht zermürben lassen wollte. 

Letztlich jedoch bedeuteten die gesammelten 19 Punkte „nur“ den zweiten Platz. Titelverteidiger Lorenz Knauer hatte bereits im Vorfeld auf einen Start beim diesjährigen Altstadtkriterium verzichtet. Im Team Erdgas Schwaben hätte die Stimmung gegen 21.30 bei der Siegerehrung dagegen kaum besser sein können, obwohl kein eigener Fahrer auf dem Treppchen stand. 

Dank einer klugen Mannschaftsstrategie holte der sprintstarke 24-jährige Neuzugang Timon Loderer insgesamt sieben Punkten. Er schob sich mit diesem Ergebnis in letzter Sekunde auf Platz fünf vor. Geschlagen geben musste er sich im Sprintduell mit dem Landshuter Alexander Grad (13 Punkte). Von den knapp 40 gestarteten Teilnehmern, darunter zwei Profis, kamen 22 ins Ziel. 

Laut Rennleiter Hofstetten führten vor allem technische Defekte zum Ausscheiden einiger Fahrer. 

„Es gab keine Stürze.“ Rainer Rettner vom RSC Kempten belegte den neunten Platz, gefolgt von Adrian Auerbacher, Team Erdgas Schwaben. Für internationales Flair sorgte nicht nur der italienische Elitefahrer Simone Perin, der als 22. ins Ziel kam. Herzlich begrüßt wurde mit der Startnummer 2 auch der bulgarische U-23-Meister Nako Georgiev, der im Team Stölting in Gelsenkirchen, wie er sagte, „Erfahrungen auf Rennstrecken in Deutschland sammeln“ will. 

Dem gesamten Teilnehmerfeld des Rennens um den „Großen Preis der Stadt Füssen“ eine „tolle Leistung“ bescheinige als Zuschauer Stefan Kirchmair, der Marathonspezialist. Sieger Mattheis war nach dem Rennen ganz schnell wieder bei Atem. „Wir hatten den Baumgarten gut im Griff“, unterstrich der Pfrontener in Richtung seines Teamkollegen Schmeiser im schwarzen Trikot. 

Nicht nur Mannschaften, auch Einzelkämpfer waren für die 70 Altstadtrunden bereit, als in der Reichenstraße der Startschuss durch den zweiten Bürgermeister Niko Schulte (CSU) in Vertretung von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) erfolgte. „Wir haben hier Sport vom Feinsten gesehen. Die Fahrer haben auf der 800 Meter Rundstrecke eine großartige Leitung gezeigt“, so Schulte bei der Siegerehrung. 

„In den Bahn gezogen“ fühlte sich Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier. Er war ebenso unter den Zuschauern wie Siegfried Ellmauer, der sich als Senior an seine Teilnahme bei Radrennen vor über 50 Jahren erinnerte. Sonderbeifall gab es für Rennleiter Hofstetten, gleichzeitig Manager des Teams Erdgas Schwaben, und nicht zuletzt auch für den Mitorganisator, der sich seit vielen Jahren um den Radsport einsatzfreudig verdient macht: Walter Uhl von der RSG Ostallgäu. 

Oliver Mattheis wird bei weiteren Rennen in Bayern an den Start gehen und dann im September im Autohaus Heuberger eine Ausbildung beginnen. Sein Traumberuf abseits der Radrennstrecken ist Kfz-Mechatroniker. 

Positiver Nebeneffekt des Altstadtkriteriums: endlich einmal war die Luitpoldstraße als Teil der Rennstrecke „verkehrsberuhigte Zone“, so täglich vom Motorenlärm genervte Anwohner. Sie hatten ganz ähnlich wie in den Häusern in der Fußgängerzone Logenplätze beim Event, das durch sonnige Stunden begünstigt war. Weil das Gewitter vorm Startschuss vorbei zog, blieb das Kopfsteinpflaster trocken.

cf

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