Deutsches Team muss sich nach starkem WM-Auftakt den Favoriten geschlagen geben

Curlerinnen werden Neunte

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Skip Daniela Driendl vom CC Füssen wird mit ihrem Team WM-Neunte.

Füssen – Am Ende wurde es der neunte Platz: Die deutschen Curlerinnen um Skip Daniela Driendl vom CC Füssen mussten bei der WM in Japan nach Auftaktsiegen teilweise knappe Niederlagen gegen Dänemark, Russland, Schottland, Kanada und zuletzt Japan hinnehmen.

Doch mit ihrer Endplatzierung erfüllen sie die Erwartungen des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) und des Deutschen Curlingverbands (DCV). Die hatten als Ziel Platz acht bis zehn festgelegt. Platz sechs wäre für das Team von Skip Daniela Driendl möglich gewesen, doch bei der WM mit zwölf Teilnehmern rutschten die deutschen Curlerinnen aus den Clubs Füssen, Oberstdorf und Köln auf Platz neun ab. 

Die punktgleichen Däninnen hatten durch ihren glücklichen Erfolg im direkten Vergleich mit den „Girls from Germany“ bei der spannenden Vorrunde in Sapporo die Nase vorn. Der Deutsche Curling Verband ist zufrieden, denn das junge Team um Skip Driendl hatte als WM-Debütant hier unter anderem der kanadischen Top-Mannschaft, die sich später Silber holte, bis ins Extra End Paroli geboten und knapp mit 5:7 verloren. 

„Die Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbunds wurden erfüllt“, so Roland Jentsch im Gespräch mit dem Kreisboten. Der Vorsitzende des Curling Clubs Füssen freute sich als Vater der Nationalspielerinnen Daniela Driendl und Analena Jentsch darüber, das sich das junge Team in Japan „sehr gut verkauft“ habe. Er kommentiert die WM aus deutscher Sicht durchaus auch mit kritischer Distanz. „Wir sind mit dieser Mannschaft, die gegen die Schwedinnen dank einer starken Leistung gewonnen hat, und Favorit Kanada bis ins Extra End richtig fordern konnte, auf einem guten Weg“, meinte er. Das Team habe in Japan „einen Leistungsbeweis erbracht, sie waren nah dran. Es gilt, intensiv weiter zu machen.“ Auch Skip Daniela Driendl ergänzt selbstbewusst: „Wir wollen diesen Weg weiter gehen.“ 

Kampf bis zum Schluss 

Vier Siege und sieben Niederlagen: so sieht die deutsche Bilanz bei der WM-Teilnahme 2015 aus. Im siebten Match gegen Dänemark war der fünfte Sieg für Skip Driendl möglich. „Das wäre schon die Garantie auf den achten Platz gewesen“, blickt Jentsch auf die große Chance zurück. Doch im Schluss-End entschied sich das DCV-Team dann aber taktisch falsch, wie Bundestrainer Thomas Lips später moniert hatte, und verlor die Partie. „Das gehört als Lerneffekt sicher zu solch einem Turnier”, so Lips. „Daraus können und müssen wir lernen.” 

Denn für die Curlerinnen war es in dieser Besetzung ihr erstes wirklich großes Turnier. Beifall ernteten sie dagegen für ihre tollen Leistungen gegen die medaillenhungrigen Schottinnen, deren Sieg mit 7:5 nach großem Kampf in Ordnung ging. Für die kämpferische Einstellung des jungen deutschen Teams mit der 17-jährigen Analena Jentsch aus Füssen gab es von Bundestrainer ein Sonderlob. Wie gegen die Russinnen fiel zum Abschluss der Vorrunde auch die Niederlage gegen die Japanerinnen deutlich aus: 5:10. Somit war die anfangs bereits leicht geöffnete Tür zur WM-Finalrunde für Deutschland wieder versperrt. 

Schweiz holt Gold 

Jentsch gibt noch einen Tipp: „Es lohnt sich, im Internet die Ausschnitte der spannenden Begegnung unseres Teams gegen Kanada anzusehen.“ Den Weltmeistertitel sicherte sich am Ende das Schweizer Team. Die Schweizerinnen setzten sich im Finale mit 5:3 gegen Kanada durch. Bronze holte sich Russland. Während sich die Damen nun erholen können, beginnt am Samstag, 28. März, die Curling Weltmeisterschaft der Herren in kanadischen Halifax. Die findet allerdings ohne deutsche Beteiligung statt.

kb/cf

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