Zwei Niederlagen gegen die SG Bad Bayersoien/Peiting

ERC Lechbruck verabschiedet sich aus den Playoffs

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Ganz selten sind die Lechbrucker schneller am Puck als die Gäste der SG Bad Bayersoien/Peiting.

Lechbruck – Kaum haben die Playoffs angefangen, sind sie für den ERC Lechbruck auch schon wieder vorbei. Nachdem die Flößer am Freitag daheim mit 2:5 gegen die SG Bad Bayersoien/Peiting verloren hatten, unterlagen sie am Sonntag auch im Rückspiel den Oberbayern mit 0:4.

Das mit Spannung erwartete Lokalderby in Lechbruck sah im ersten Drittel eine spielerisch dominierenden ERC, der sich zahlreiche gute Torchancen erarbeitete. Die Soier zogen sich in die Defensive zurück und lauerten auf Konter. Als der ERC in der dritten Minute im Vorwärtsdrang war, verlor er die Scheibe an der eigenen blauen Linie und Florian Barth erzielte die überraschende Gästeführung. Drei Minuten später vertändelten die Flößer in Überzahl den Puck im Spielaufbau, was abermals Florian Barth zum 2:0 für die Oberbayern ausnutzte. Die Lecher behielten jedoch die Ruhe und spielten weiter nach vorne. Sammy Wörle verwandelte schließlich ein Zuspiel von Lukas Baader zum 1:2. 

Die Flößer gingen mit viel Elan ins zweite Drittel. Doch die Soier erhöhten in der 21. Minute auf 3:1. Der ERC war geschockt. Selten gesehene Unsicherheiten, Stockfehler und Scheibenverluste der Blau-Weißen spielten den Gästen in die Karten. Ein weiterer unnötiger Scheibenverlust führte zum 4:1 für die Soier. Lechbruck zeigte zwar Wille, spielerisch lief es aber nicht besser. 

Das änderte sich im letzten Drittel. Die Flößer hatten spielerisch ein leichtes Übergewicht, auch, weil sich die SG erneut in eine stabile Defensive zurückzog und auf Konter lauerten. Der ERC machte viel Druck und kam durch Jonas Seitz zum 2:4-Anschlusstreffer. Die Flößer schöpften wieder Hoffnung und waren auch nahe am dritten Treffer dran. Aber gerade in dieser Phase hielt Gästetorwart Martin Ullsperger mit einigen klasse Paraden seine Mannschaft im Spiel. Wenige Sekunden vor Spielende erzielte die SG in Überzahl den 5:2-Endstand. 

ERC beißt sich die Zähne aus

Bitter verlief am Sonntag auch das Rückspiel für den ERC. Mit 0:4 mussten sich die Flößer einem taktisch überlegenen Gegner geschlagen geben, gegen dessen Defensive sich der ERC die Zähne ausbiss. 

Erneut lockte das Lokalderby viele Anhänger beider Vereine an: 350 Zuschauer sorgten für eine Rekordkulisse für den gastgebenden ESV Bad Bayersoien, darunter dürfte knapp die Hälfte aus Lechbruck gewesen sein. Die Mannschaft von ERC-Trainer Jörg Peters hatte sich viel vorgenommen: Die Fehler aus dem Freitagsspiel sollten sich nicht wiederholen und gleichzeitig wollten die Flößer selbst mehr Akzente setzen und das eigene Spielsystem mit viel Tempo durchsetzen. 

Mit entsprechend großem Einsatz ging es auch gleich von Beginn an zur Sache. Der ERC tat erneut mehr für die Offensive als die Hausherren. Diese spielten konsequent aus einer sicheren Defensive heraus und versuchten den steilen Pass auf die einzige Spitze. Es trafen somit taktisch zwei völlig unterschiedliche Systeme aufeinander. 

Und wie schon am Freitag machte Bayersoien den ersten Stich: In der dritten Minute störten die Hausherren den Spielaufbau der Flößer, schnappten sich die Scheibe und ließen Lukas Bauer im ERC-Tor keine Chance – 1:0 durch Martin Maier. Weiterhin setzten die Lecher auf die Offensive und suchten ihr Heil in einem Sturmlauf auf das Tor von Martin Ullsperger. Doch dieser hatte auch am Sonntag einen guten Tag erwischt. Dazu kam das Glück des Tüchtigen. Er hielt in den brenzligen Situationen die SG Bad Bayersoien/Peiting schadlos. In der 13. Minute verloren die Flößer erneut die Scheibe an der blauen Linie und zwei Soier liefen allein auf Lukas Bauer zu – 2:0 durch Florian Barth. 

Hart umkämpftes zweites Drittel

Im zweiten Drittel zeigte sich der ERC entschlossener, es war spürbar, dass ein Ruck durch die Blau-Weißen ging. Es war nun ein hart umkämpftes Match. Die Lecher versuchten die Kontrolle über das Spiel zu bekommen, was teilweise gelang. Immer wieder setzte sich der ERC im Drittel der Soier fest, doch ließ er zwingende Torschüsse vermissen. Zu stabil und abgeklärt agierte die SG Bad Bayersoien/Peiting in der Defensive. 

Der Vorwärtsdrang der Flößer entblößte erneut die Abwehr, was die Hausherren in der 37. Minute mit einem Konter zum 3:0 durch Florian Barth nutzte. So mussten die Lecher im letzten Drittel alles auf eine Karte setzen. Über weite Strecken bekamen die Zuschauer ein Spiel auf nur ein Tor zu sehen, wobei sich der ERC oft durch unpräzises Passspiel, allgemeine Unsicherheiten und Strafzeiten blockierte. 

Dennoch brachten sie öfter die SG Bad Bayersoien/Peiting in Bedrängnis. Doch entweder war Martin Ullsperger Retter in höchster Not oder die Flößer scheiterten an den eigenen Nerven. Zudem erkannte das Schiedsrichtergespann einen Treffer des ERC in der 50. Minute aufgrund eines hohen Stocks nicht an. 

Florian Barth trifft zum dritten Mal

Die Lecher rannten weiter an, doch die Zeit lief ihnen nun davon. Das Soier Tor blieb weiterhin wie zugenagelt. Auf der Gegenseite erzielte Florian Barth sein drittes Kontertor in der 57. Minute zum 4:0 den Deckel. 

Der ERC Lechbruck verabschiedete sich damit früher als gedacht, aber völlig verdient, aus den Playoffs und gratulierte der SG Bad Bayersoien/Peiting 1b zum Einzug ins Halbfinale. 

ERC-Vorsitzender Manfred Sitter zum Spiel: „Es ist sehr schade, aber wir haben zu akzeptieren, dass wir auf einen Gegner getroffen sind, der uns den Zahn gezogen hat. Hut ab vor Bad Bayersoien/Peiting, sie haben sich taktisch sehr gut auf uns eingestellt und dies über zwei Spiele exzellent umgesetzt. Unser Spiel kam nicht wie gewohnt zur Geltung und es hat auch das Glück gefehlt." Nun gelte es das Ergebnis sacken zu lassen und sich anschließend auf die kommende Saison vorzubereiten. "Ich möchte aber auch betonen, dass wir am Ende einer sehr erfolgreichen und schönen Spielzeit stehen. Wir haben uns den Gruppensieg geholt, unser Zuschauerschnitt war top und unser Team hat uns sehr viel Freude bereitet. Darauf wollen wir aufbauen. Ich bedanke mich im Namen der Vorstandschaft bei allen, die in irgendeiner Art und Weise zu diesem Erfolg beigetragen haben."

kb

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