Jüngste Trägerin in Österreich

Lechtalerin holt sich schwarzen Gürtel in  "Hakko Ryu"

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Bei der Prüfung zeigt Simone Ulsess, was sie in den vergangenen drei Jahren gelernt hat.

Häselgehr – Sie kann stolz auf sich sein: Simone Ulsess. Die 25-jährige Lechtalerin hat jetzt in Häselgehr mit Bravour die Prüfung zum „Kata Sho Dan“ in der japanischen Kampfkunst „Hakko Ryu“ absolviert. Sie ist nun die jüngste österreichische Trägerin des schwarzen Gürtels und damit auch Trainerin.

Einhundert Techniken absolvierte und demonstrierte Ulsess vor den Augen ihrer „Kollegen“, die unter anderem extra aus Innsbruck und Pfronten angereist waren. Sichtlich erleichtert erzählte sie nach der Prüfung: „Es hat richtig Spaß gemacht und es war viel Action mit dabei. Ich konnte richtig Gas geben.“ Dabei hatte sich auch ein wenig Glück, erklärte die 25-Jährige. „Am Anfang, bei den ersten paar Techniken, war ich etwas nervös – bis ich mich auf den Angreifer eingestellt hatte. Dann lief alles wie geschmiert.“ 

Unter der Hand von „Haupt-Lehrer“ und „Großmeister“ Struif Luc brauchte sie nur gute drei Jahre, um die Prüfung zum schwarzen Gürtel zu absolvieren. In der Regel müssen die Kampfsportler dafür fünf Jahre trainieren. Der Schlüssel des Erfolges lag in Ulsess´ Disziplin. Die Lechtalerin ließ kein Training aus und besuchte auch regelmäßig die Zweigvereine Innsbruck und Pfronten. Mindestens dreimal die Woche war für sie Training angesagt – und jetzt zahlte sich diese Disziplin aus. 

Ganz in schwarz erschien Simone Ulsess nach der Prüfung zur Ehrung. Großmeister Struif Luc überreichte ihr das Diplom. Abschließend erklärte die frischgebackene Trainerin auf die Frage, wie es bei ihr jetzt weitergeht: „Am Montag findet wie gewohnt das Training statt und dann ist der nächsthöhere Gürtel mein Ziel – aber jetzt gehen wir erst mal richtig feiern“. 

Seit September 1999 gibt es den Selbstverteidigungsclub mit Stammsitz in Häselgehr im Lechtal, den Sensei (höchster Rang in Hakko Ryu, der „Haupt-Lehrer) Struif Luc gründete. Den Zweigverein Innsbruck rief schließlich 2009 Sensei Fabian Walch, ein Schüler von Sensei Luc, ins Leben. Seit Herbst 2015 betreibt Struif Luc auch in Pfronten einen Zweigverein. „Es kann jeder mitmachen und dabei sein – ohne Einschränkung bezüglich Alter oder Gewicht“. Jeden Mittwoch findet das Training in der Sporthalle der Pfrontener Mittelschule statt, wo 16 Mitglieder üben. 

Techniken im Fokus 

Bei dieser Kampfkunst geht es nicht um „Stärke“ sondern um „Selbstverteidigung ohne Kraft“, bei der die Ausführung der einzelnen Techniken im Vordergrund steht. So kann der Angreifer ohne Kraftaufwand durch bestimmte Hebeltechniken unter Kontrolle gebracht werden ohne verletzt aber dennoch kampfunfähig gemacht zu werden. „Durch die Energie und die richtige Bewegung kannst Du auf die Aura des Gegners drücken und ihn umfallen lassen ohne ihn zu berühren“, erklärt Großmeister Struif Luc. 

Hakko Ryu zählt zu den traditionellen Kampfkünsten. „Hakko“ bedeutet „das achte Licht“ und „Ryu“ bedeutet Schüler. Diese Kampfkunst lehrt neben den klassischen Selbstverteidigungstechniken, welche sich vorwiegend auf Hebeltechniken, Würfe und Druckpunkte beziehen, auch klassische Waffenkampfkünste wie Kobudo oder Shiatsu (japanische Manualtherapie). 

Weitere Informationen zur Selbstverteidigungsschule Yama finden Interessierte auch im Internet unter der Adressewww.yama-lechtal.at.


Christine Eberl

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