Flößer verabschieden sich aus Kampf um den vierten Tabellenplatz der Landesliga

Mit 3:6 verliert der ERC Lechbruck gegen das Tabellenschlusslicht Bad Aibling

Der ERC Lechbruck spielt bei Schneegestöber gegen den EHC Bad Aibling.
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Bad Aibling (gelbe Trikots) ist immer einen Tick schneller am Puck als der ERC Lechbruck

Lechbruck - Der ERC Lechbruck hat sich aus dem Rennen um den vierten Tabellenplatz der Landesliga verabschiedet: Gegen Bad Aibling verloren die Lecher mit 3:6

Zeitgleich gewann der EV Fürstenfeldbruck mit 4:2 gegen den SC Reichersbeuern. Erneut musste Lechbruck ohne einige Leistungsträger auskommen, ursächlich für die Niederlage war jedoch vielmehr die mangelnde Präsenz in den spielentscheidenden Situationen.

Die Voraussetzungen waren klar abgesteckt: Im Fernduell gegen den EV Fürstenfeldbruck musste der ERC Lechbruck am Sonntag gegen das Schlusslicht der Tabelle, den EHC Bad Aibling, gewinnen. Auch wenn sich die Personalsituation gegenüber dem letzten Heimspiel gegen Germering kaum verändert hatte, bot der ERC eine Mannschaft auf, die berechtigte Hoffnungen weckte, dieses Ziel zu erreichen.

Pünktlich zu Spielbeginn begann es im Lechpark etwas zu schneien. Spielerisch wirkte der ERC besser und erarbeitete sich gleich einige Chancen, die er jedoch zunächst nicht nutzen konnte. Besser machten es die Gäste. In der fünften Minute gingen sie durch Johannes Seidl in Führung.

Daraufhin musste ein Lecher erstmals in die Kühlbox und der ERC spielte in Unterzahl. David Hornak brachte seinen Schläger zwischen einen Passversuch der Aibdogs und spielte direkt auf Marcus Köpf, welcher allein auf EHC-Torhüter Michael Fischer zulief und diesem keine Chance ließ – 1:1 in der siebten Spielminute.

Die Flößer, nun mit einem deutlichen Übergewicht, drängten die Gäste zusehends ins eigene Drittel und erspielten sich mehrere hochkarätige Torchancen. Doch es bedurfte erneut einer Unterzahlsituation, um den nächsten Treffer zu erzielen: Diesmal war es Lukas Zugmaier, der das Powerplay der Aiblinger störte und steil auf David Hornak spielte. Dieser beförderte den Puck eiskalt zum 2:1 für Lechbruck ins gegnerische Tor. Die letzten Minuten des ersten Spielabschnitts waren aufgrund des nun starken Niederschlags eine Schneeschlacht und hatten mit Eishockey nicht mehr viel zu tun.

Starker Schneefall prägt das zweite Drittel

Auch das zweite Drittel war von starkem Schneefall geprägt, mit dem jedoch die Aibdogs viel besser zurechtkamen als die Lecher. Die Gäste nahmen die schlechten Verhältnisse an und kamen über den Kampf nun viel besser ins Spiel. Mit viel Einsatz schaffte es Johannes Meyer in der 25. Minute den Puck aus dem Gewühl heraus irgendwie ins ERC-Tor zum 2:2-Ausgleich zu stochern.

Anschließend mussten die zwei Eismaschinen mussten ran, um die Schneemassen von der Eisfläche zu bekommen. In der 29. Minute erhöhte Marcel Schulz, nach einer eklatanten Nachlässigkeit in der ERC-Abwehr, sogar auf 3:2 für die Gäste. Fortan neutralisierten sich beide Teams bei den schwierigen Witterungsverhältnissen, teilweise war der Puck gar nicht mehr zu sehen. In der 39. Minute wurde die zweite Drittelpause vorgezogen, da es endlich aufhörte zu schneien und die Eisfläche noch einmal spieltauglich gemacht wurde.

In der Pause gab es offensichtlich eine deutliche Kabinenansprache bei den Lechern, denn sie legten anschließend los wie die Feuerwehr. Es dauerte nur eine Minute und schon netzte Lukas Zugmaier zum 3:3-Ausgleich ein. Nun, unter weitaus besseren Bedingungen, war Lechbruck wieder tonangebend und tauchte wiederholt gefährlich vor dem Gästegehäuse auf. Doch ihre Abschlüsse waren viel zu harmlos.

Bad Aibling nutzt mangelnde Abwehrarbeit des ERC aus

Die Gäste verteidigten mit Mann und Maus ihr Tor, Goalie Fischer war mittlerweile warmgeschossen, so dass die Flößer nichts Zählbares erwirkten. Gleichzeitig machten es sich die Blau-Weißen aber durch eklatante Abspielfehler immer wieder selbst schwer, einen geordneten Spielaufbau aufzuziehen.

In der 55. Minute leistete sich die ERC-Abwehr eine erneute Unachtsamkeit, was der Aiblinger Schulz ausnutzte. Völlig freistehend netzte er den Puck ins leere ERC-Tor ein. Die Flößer reagierten nun mit wütenden Angriffen auf das Gästetor, wobei sie sträflich die Abwehraufgaben vernachlässigten. Dieses Angebot nahm Bad Aibling dankend an und erhöhte mit einem Doppelschlag in der 58. Minute zum 6:3-Endstand.

„Niemand hat vor dieser Saison erwartet, dass wir bis zuletzt um die Teilnahme an der Aufstiegsrunde mitspielen. Unsere Bilanz ist bislang absolut im grünen Bereich“, sagte ERC-Vorsitzender Manfred Sitter nach dem Spiel. „Es kam nun deutlich zum Ausdruck, dass wir den gleichzeitigen Ausfall von mehreren Leistungsträgern nicht kompensieren können. Dennoch hatte ich erwartet, dass unsere Mannschaft mit dem gleichen Elan wie gegen Germering auftritt. Stattdessen schauen wir fast teilnahmslos zu, wie uns Bad Aibling im Schneegestöber zwei Tore einschenkt und das Spiel dreht. Die Gegentore im letzten Drittel waren ebenfalls nette Präsente unsererseits. Mich ärgert die Art und Weise, wie wir heute verloren haben sehr.“ Am kommenden Freitag, 14. Januar, will der ERC Lechbruck das Heimspiel gegen den SC Reichersbeuren gut über die Bühne bringen. Anpfiff ist um 20 Uhr. „Danach kommt das spielfreie Wochenende für uns genau zur richtigen Zeit, denke ich“, meinte Sitter abschließend.

kb

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