BSC Füssen und das "Kö" gehen künftig getrennte Wege

BSC Füssen sucht ein neues Domizil

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Auf welchen Tischen der BSC Füssen in der kommenden Saison spielen wird, ist derzeit ungewiss.

Füssen – In der Sportstadt Füssen droht ein Kuriosum: Das ambitionierte Team von Kapitän Thomas May steigt höchstwahrscheinlich in die 2. Billard-Bundesliga auf, hat aber nach Differenzen mit „Kö“-Inhaberin Yvonne Köstler für die kommende Saison keine Spielstätte mehr.

„Wir brauchen ganz dringend eine neue Wirkungsstätte oder ein Vereinsheim“, appelliert Kapitän Thomas May. Sollte das nicht gelingen, droht dem Verein womöglich sogar das Aus. 

Nach dem jüngsten Sieg konnten die Billardspieler des BSC Füssen in der Regionalliga Süd ihre Tabellenführung auf vier Punkte Vorsprung vor Fortuna Straubing II weiter ausbauen. Die entscheidenden Erfolge für den Aufstieg in die 2. Bundesliga wurden im Füssener Billardcenter „Kö“ in der Kemptener Straße 31 unter Dach und Fach gebracht – einer Spielstätte mit viel Atmosphäre, die von den Gästeteams immer gute Noten bekam und gelegentlich selbst von „Profis“ aus den Reihen der Gegner bewundert wurde. 

Das Füssener Billardcenter in der Kemptener Straße wird nach Ende der Regionalliga-Saison am kommenden letzten April-Wochenende dem Verein aber nicht mehr zur Verfügung stehen. Denn es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich die verhärteten Fronten überraschenderweise doch noch aufweichen lassen. 

Kein Eklat

Darüber, wie es zum offensichtlich inzwischen kaum mehr zu reparierenden Zerwürfnis zwischen BSC und „Kö“-Inhaberin Yvonne Köstler gekommen ist, gibt es keine eindeutigen Antworten. Fest steht aber: Es gab im „Kö“, wo der BSC rund zwei Jahrzehnte ein- und ausging, keinen Eklat, der zu getrennten Wegen Anlass gegeben hätte. Diskutiert wurde offenbar lediglich über künftige Bedingungen, die der Club in seiner Rolle als Gast im von Köstler geführten Billardcenter erfüllen sollte – und nicht erfüllen konnte oder wollte. 

Es gibt derzeit auch keine Anzeichen, dass beide Parteien miteinander ins Gespräch kommen werden, um nach einer Lösung zu suchen, die für beide Seiten akzeptabel sein könnte. „Ich bin aus betriebswirtschaftlichen Gründen als Hauptsponsor zurückgetreten“, erklärt die Gastronomin auf Anfrage des Kreisbote. „Soviel ich weiß, hat der Verein bis jetzt keinen anderen Sponsor gefunden.“ Deshalb vermutet Köstler: „Ich denke mal, dass es nächstes Jahr keinen Verein mehr geben wird.“ 

Die Zeit läuft davon 

Denn ein höherklassiger Billardclub braucht Räumlichkeiten, in denen wie im „Kö“ vier Tische für die Spiele aufgestellt sein müssen. Die Spieler müssen außerdem regelmäßig trainieren können. Die Spielstätte sollte deshalb die folgenden Bedingungen erfüllen: beheizbare Räumlichkeiten in einer Größenordnung von mindestens 160 Quadratmetern plus Sanitäreinrichtungen. Doch langsam wird es für den BSC eng, denn die angeschriebenen oder persönlich kontaktierten möglichen Vermieter haben Passendes nicht im Angebot, sodass sämtliche Versuche bisher ohne Erfolg blieben. 

Mehr Mitglieder

„Wir verzeichnen einen Aufwärtstrend“, erklärt Kapitän May. Dies gelte mit Blick auf die Tabelle ebenso für die BSC-Reserve als Unterbau des Regionalliga-Spitzenreiters. Die zweite Mannschaft mit Florian Guggemos könnte vorzeitig den Aufstieg in die Landesliga schaffen. Guggemos war in den zurückliegenden Spielzeiten ebenso an den Aufstiegen des BSC beteiligt wie Mike Smith, der mit May im Doppel eine fast schon makellose Erfolgsbilanz aufzuweisen hatte. Hinzu kommen Jugendliche aus der Region, die einfach nur Spaß am Billardspiel haben und ihr Hobby nicht aufgeben möchten. 

Dabei könnte der eine oder andere vielleicht sogar Ehrgeiz entwickeln, um durch Talent und Trainingsfleiß zu den „Profis“ im Club zu stoßen. Personell kann der BSC nach eigenen Angaben eine dritte und vierte Mannschaft aufstellen. Die Mitgliederzahl ist jetzt auf 44 gestiegen, 18 davon sind im Spielbetrieb gemeldet. Der sportliche Erfolg hat aber auch seinen Preis. „Wir müssen oft übernachten, wenn wir auswärts antreten. Die Fahrstrecken sind viel länger geworden. 

Daher suchen wir Sponsoren, die uns mit kleineren Spenden unterstützen“, erklärt May. Die Führungsriege des BSC betont, dass sich das Team darauf freue, „Kindern und Jugendlichen den Billardsport in einem professionell geführten Ambiente zu kostengünstigen Preisen näher zu bringen“.

Chris Friedrich

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