Eigler sprich über seine Erlebnisse in Sotschi

Erinnerungsfoto vor der Bergkulisse: In Sotschi posiert Skicrosser Florian Eigler aus Pfronten in den Olympischen Ringen. Foto: Eigler

Pfronten – Als bester deutscher Skicrosser ist der Pfrontener Florian Eigler bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi auf dem achten Platz gelandet. Wie er sein Rennen bewertet, was ihn besonders beeindruckt hat und wie er die Abschlussfeier erlebt hat, erzählt er im Kreisboten

„Insgeheim habe ich eine Top-Ten-Platzierung angepeilt“, gibt der Pfrontener zu. Denn „Ich hab gewusst, dass ich es kann.“ Insgesamt sei es für ihn ganz gut gelaufen an dem Tag. Zwar sei er nicht optimal aus dem Start-Gate herausgekommen, dafür lief es auf der Strecke umso besser. Hier sei er technisch und taktisch gut gefahren, so Eigler. Um noch weiter nach vorn zu kommen, gehöre aber auch ein bisschen Glück dazu. Und das hat ihm im kleinen Finale gefehlt. Nach einem Sprung war ihm ein Schweizer auf die Skier gefahren, da war es „schwer das Gleichgewicht zu halten“, sagte der 23-Jährige. Er stürzte und wurde am Ende Achter. „Klar, hat mich das im ersten Moment geärgert“, so Eigler. Aber mit dem achten Platz „kann ich echt zufrieden sein“. 

Stürze sind beim Skicross keine Seltenheit. Doch da es in Sotschi zu besonders heftigen kam, wurde immer wieder die schwere Piste kritisiert, auch vom DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier. Diesen Eindruck kann Eigler nicht ganz teilen: „Die Piste war generell nicht zu schwer, sie war olympiawürdig.“ Nur über den Zielsprung könne man diskutieren, der sei in den „Heats“ zu weit gegangen. „Aber der Rest des Kurses hat super harmonisch funktioniert.“

„Ich habe ein ganz anderes Bild von Russland und den Menschen dort bekommen“

Vor Ort konnte sich sein Team gut auf den Wettbewerb vorbereiten. Zwar sei man im Bereich der Wettkampfstätten eingeschränkt gewesen, doch oberhalb davon befand sich ein großes Skigebiet, wo die deutschen Skicrosser unter anderem ihre Ski testen und Riesenslalom fahren konnten. Zudem gab es im Olympischen Dorf zwei Krafträume. 

Insgesamt war alles „sehr positiv“, resümiert Eigler. Er und sein Team waren unter anderem mit den alpinen Skifahren, Rodlern und Bobfahrern im Mountainvillage untergebracht. Und da sei alles rechtzeitig fertig gebaut worden. In der großen Mensa trafen sich alle Sportler des Dorfes zum Essen. Da saß dann auch mal Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch mit am Tisch oder man bekam das brasilianische Bob-Team zu Gesicht. „Wenn man ins Reden kommt, lernt man auch was über deren Sportarten kennen. Das ist cool, weil man im Winter hauptsächlich etwas von seiner Sportart mitbekommt.“ 

Was ihn besonders beeindruckt hat, war die Freundlichkeit der Polizisten, Soldaten und Volunteers. „Die haben immer ihr bestmöglichstes gegeben, wenn es irgendwo Probleme gab. Ich hab ein ganz anderes Bild von Russland und den Menschen dort bekommen“, sagt Eigler. Mit den Volunteers tauschten die Sportler dann auch fleißig ihre Ansteckpins, die alle Nationen und zum Teil auch einzelne Disziplinen bekommen haben. Vor allem die kleinen Nationen waren mit ihren wenigen Pins „heiß begehrt“, meint der Pfrontener. So war auch Hubertus von Hohenlohe, der einzige Starter für Mexiko, „sehr geizig mit seinen“, lacht Eigler. 

Auch die Abschlussfeier im Fitscht-Stadion wird dem Pfrontener in Erinnerung bleiben. Mit der Deutschen Mannschaft lief Eigler ins Stadion ein. „Das war alles so riesig und so viele Menschen waren da. Da habe ich schon Gänsehaut bekommen“, sagt der 23-Jährige. Auch die Show sei beeindruckend gewesen. „Von Minute zu Minute ist sie noch größer, lauter und farbenfroher geworden. Ich bin die ganze Zeit mit offenem Mund dagesessen“, sagt der Skicrosser.

Empfang in Pfronten

Zu Hause in Pfronten haben viele beim Public Viewing mitgefiebert und Eigler die Daumen gedrückt. Über 100 Pfrontener wollten den Skicrosser kürzlich beim offiziellen Empfang der Gemeinde und des Ski-Clubs im Haus des Gastes begrüßen. Eine Abordnung der Harmoniemusik spielte und die Nachwuchsläufer des SC Pfronten standen Spalier. Ski-Club Vorstand Dr. Alois Kling ließ anschließend wichtige Stationen in Eiglers Karriere Revue passieren. Groß geworden unter Trainern wie seinem Vater Peter Eigler und Stefan Gebauer, wechselte er als mehrfacher Allgäuer Meister bei den Alpinen und Mitglied des C/D Kaders des Deutschen Skiverbandes in der Saison 2009/2010 zum Skicross. Der SCP sei stolz auf seinen Vorzeigesportler, so der SCP-Vorstand. Auch mit Blick auf die vergangene Olympiateilnehmerin des SCP, Julia Manhard, meinte Kling, dass es ruhig so weiter gehen dürfe. 

„Wir danken dir dafür, dass du ein perfekter sportlicher Botschafter für unsere Gemeinde bist“, sagte die Pfrontener Bürgermeisterin Michaela Waldmann abschließend. Die Rathauschefin überreichte dem Skicrosser eine Glückwunschtafel, auf der sich alle Gäste des Empfangs eintrugen und mit persönlichen Worten Eigler gratulierten. kk/hh

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