Zehn Jahre auf Medaille gewartet

Die Schnellsten in der Abfahrt (v.l.): Philipp Eisenmann, Deutschland, Philip Steiner, Schweiz, und Michael Grill, Österreich.

Nesselwang – Mit der Abfahrt hat am Montag die Weltmeisterschaft der Gehörlosen in Nesselwang begonnen. Mit der Silbermedaille für den 36-jährige Philipp Eisenmann aus München legte das Deutsche Team hier einen guten Start hin.

Mit Sonnenschein fanden die Sportler bei der ersten alpine Disziplin gute Bedingungen vor. Weil die Strecke am Kronenlift mit 1390 Meter und 28 Toren zu kurz war, musste das Rennen in zwei Durchläufen entschieden werden. Waren die Entscheidungen bei den Damen recht deutlich, wurde es bei den Herren im zweiten Durchgang spannend. Als vorletzter Läufer ging der 36-jährige Münchner Philipp Eisenmann an den Start und fuhr Bestzeit mit 1:02,31 Minute. Zusammen mit seinem Ergebnis aus dem ersten Durchgang lag er damit auf Platz eins. Dann kam Philipp Steiner aus der Schweiz und verdrängte mit seiner Zeit von 1:01,02 Minuten Eisenmann auf den zweiten Platz. Trotzdem strahlte der Münchner: „Ich bin so stolz und glücklich. Zehn Jahre habe ich auf eine Medaille gewartet. Das Beste kommt doch immer zum Schluss.“ Sein zweiter Platz war gleichzeitig der erste Platz in der Masterwertung (Jahrgang 1978 und älter). Unmittelbar nach den Rennen, bei der sogenannten Flower-Siegerehrung erhielten die Athleten eine Almglocke aus Nesselwang und ein Glaspokal vom Verband. Bei der Damen-Ehrung wäre es hingegen fast zu einem Eklat gekommen. Auf dem dritten Platz stand Amanda Mooneyham aus den USA. schon mit der Glocke in der Hand, als dem Moderator auffiel, dass die verkehrte Wertungsliste vorlag. So musste Amanda Mooneyham das „Stockerl“ wieder verlassen, sehr zum Unmut des amerikanischen Team-Chefs. Bei der offiziellen Siegerehrung am Abend wurde Mooneyham mit einer öffentlichen Entschuldigung ein Zusatz-Preis überreicht. Damit war für beide Seiten das Thema erledigt. Am Dienstag hatte sich das Wetter geändert, so dass die Athleten keine klar Sicht hatten. Trotzdem konnte sie beim Super G starten. Dann aber musste das Rennen eine knappe halbe Stunde unterbrochen werden, weil Ivan Gubarev aus Russland im oberen Teil der Strecke schwer gestürzt war. Er wurde mit dem Hubschrauber ins Kemptener Klinikum gebracht. Auch am Mittwoch bei der Super-G-Superkombination mussten die Sportler am Vormittag mit schlechter Sicht kämpfen. Außerdem stiegen die Temperaturen an und es wehte ein kalter Ostwind. Der erste Durchgang mit 26 Toren und 29 Richtungswechsel war so keine leichte Aufgabe für die Sportler. Noch schlimmer war es dann beim Nacht-Slalom an der Alpspitzbahn, der zur Superkombination gehört. Kaum Sicht, alles in Nebel gehüllt. Trotzdem fand das Rennen statt. jl

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