"Der Ehrgeiz gehört auf alle Fälle dazu"

Pfrontenerin Martina Lauerbach startet am Sonntag beim Hamburg-Marathon

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Martina Lauerbach beim Trainingslauf an der Vils.

Pfronten/Hamburg – Am kommenden Sonntag, 29. April, findet in Hamburg der 33. Haspa-Marathon statt. Mit dabei ist auch die 31-jährige Martina Lauerbach, Sportlehrerin und Leiterin des betrieblichen Gesundheitsmanagements in der St. Vinzenz Klinik in Pfronten.

Der Kreisbote hat sie bei einer ihrer Lauf- und Trainingseinheiten entlang der Vils begleitet und mit ihr über die Teilnahme und die spezielle Vorbereitung auf den Marathon unterhalten. 

Um welchen Marathon handelt es sich am 29. April? 

Lauerbach: „Ich habe mir den Haspa-Marathon in Hamburg ausgesucht, weil Hamburg meines Erachtens eine der schönsten Städte in Deutschland ist. Es gibt in Deutschland nur zwei richtig große Marathons – Berlin und Hamburg. Und wenn man es dann ,schon macht', soll natürlich auch die Umgebung passen. Da ist Stimmung, da stehen viele tausende Menschen an der Strecke und mit 15.000 anderen Läufern an den Start zu gehen, bereitet sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.“ 

Ist es Dein erster Marathon den Du läufst? 

Lauerbach: „Ja, ich bin in meiner Laufbahn als längste Strecke einen Halbmarathon gelaufen, hatte im Training auch schon Strecken über 30 Kilometer. Die 42,195 Kilometer sind eine neue Herausforderung für mich. Ich bin gespannt – die Nervosität steigt.”

Wie war Deine Trainingsvorbereitung bisher und wie bereitest Du Dich jetzt kurz vor dem Marathon vor?

Lauerbach: „Bisher sah mein Training so aus, dass ich in der Woche vier Mal Laufen gegangen bin – in unterschiedlichsten Intensitäten. Wichtig war einmal die Woche einen langen Lauf von zweieinhalb bis drei Stunden mit niedriger Pulsfrequenz zu absolvieren. Es waren aber auch spritzige Läufe und Intervallläufe mit dabei. Die Variation diesbezüglich ist sehr wichtig. Aber auch die Laufschule bezüglich der Technik sowie Krafttraining und Beweglichkeit gehört mit dazu.” 

Auf was kommt es gesundheitlich an, um einen Marathon über gut 42 Kilometer laufen zu können, was sind die Voraussetzungen? 

Lauerbach: „In erster Linie zählt der Wille. Für jeden Willigen der keine chronischen Erkrankungen und eine Grundsportlichkeit hat, ist es möglich einen Marathon zu laufen. Auf die Vorbereitungszeit kommt es an. Nicht gut trainierte Läufer benötigen mindestens ein Jahr, versierten Läufern reicht vielleicht auch ein halbes Jahr.” 

Was ist die Grundvoraussetzung generell für jeden, der einen Marathon laufen möchte? 

Lauerbach: „Ich würde empfehlen, vorher einen Gesundheitscheck bezüglich des Herz-Kreislauf-Systems und der muskulären Verfassung machen zu lassen, da ein Marathon eine enorme körperliche Belastung darstellt. Ein vernünftiger Trainingsplan ist die Devise und natürlich auch, dass man am Training dran bleibt. Wichtig ist ein vernünftiges Konzept, um nicht einfach drauflos zu trainieren und zu laufen.” 

Welche Rolle spielt die „mentale Verfassung“? 

Lauerbach: „Sie spielt eine sehr große Rolle, denn schon vorab und beim Training geht es darum, immer wieder den inneren Schweinehund zu überwinden. Die mentale Vorbereitung auf den Marathon ist sehr wichtig – sich selbst zu pushen und zu motivieren, um so die anstehende Herausforderungen an- und mitzunehmen. Ich selbst genieße es, an meine Grenzen zu gehen.” 

Was ist Deine Devise bei diesem Marathon? Kommt es Dir darauf an „dabei zu sein“ oder geht es in erster Linie um den Kampfgeist? 

Lauerbach: „Ich bin seit meinem fünften Lebensjahr eine ehrgeizige Sportlerin. Früher wollte ich immer besser sein als mein großer Bruder. Dieser Gedanke hat mich nie wirklich losgelassen. Sport mache ich in erster Linie aus Spaß – aber der Ehrgeiz gehört auf alle Fälle dazu.” 

Trainierst Du auch bei Wind und Wetter draußen oder gibt es Alternativen? 

Lauerbach: „Ja schon – wenn das Wetter doch zu schlecht war, hatte ich ja die Möglichkeit, hier im Haus das Laufband in unserer Physiotherapie zu nutzen. Es ist so, dass die Vorbereitung auf einen Frühjahrsmarathon in der Alpenregion relativ schwierig ist. Deswegen habe ich viel Alternativtraining mit Skating und auf dem Spinning-Rad gemacht. ” 

Wo läufst und trainierst Du, wenn Du rausgehst? Im Wald oder auf der Straße? 

Lauerbach: „Die gesunde Mischung ist wichtig. Ich laufe sowohl auf der Straße als auch auf Waldwegen. Umso länger die Läufe sind, desto weicher wird der Untergrund. Wenn ich Sprints trainiere, gehe ich auch mal auf die Bahn und drehe dort meine Runden.” 

Was muss in Bezug auf die Ausrüstung bzw. das Equipment bei der Teilnahme an einem Marathon beachtet werden? 

Lauerbach: „In erster Linie sind die Schuhe wichtig. Ich empfehle jedem, der regelmäßig läuft und trainiert, für die verschiedenen Trainingsuntergründe mehrere Laufschuhe zu besitzen. Es gibt leichte Schuhe für schnelle Läufe und gedämpfte Schuhe, die überwiegend für lange Läufe zum Einsatz kommen. Für Waldläufe sind Schuhe mit einem guten Grip wichtig. Jeder Laufschuh sollte gut angepasst sein. Deswegen ist es wichtig, sich eventuell sogar einer Laufanalyse zu unterziehen. Die Bekleidung spielt auch eine Rolle, ist aber nicht so ausschlaggebend wie das Schuhwerk. Ganz wichtig ist auch eine Pulsuhr, um eine perfekte Kontrolle über Körper bei Belastung zu haben.” 

Hast Du beim Hamburg Marathon am Sonntag Unterstützung seitens der St. Vinzenz Klinik – geht noch jemand mit an den Start oder bist Du Einzelkämpferin?

Lauerbach: „Als ich für mich die Herausforderung angenommen habe, wollte ich sonst niemanden fragen. Somit bin ich Einzelkämpferin und gehe alleine an den Start. Meine Familie und meine Freunde unterstützen mich. Sie sind mit dabei. Meine Kollegen drücken mir aber selbstverständlich aus dem fernen Pfronten ganz fest die Daumen.”

Wie sieht Deine Ernährung in der Vorbereitungsphase aus? Was ist bei einer Teilnahme an einem Marathon generell wichtig in Bezug auf die Ernährung? 

Lauerbach: „Ich schaue, dass diese noch bewusster und vielfältiger wird. Ich nehme Produkte zu mir, die unbehandelt und eventuell sogar selbstgemacht sind – zum Beispiel ein selbstgebackenes Brot mit Körnern. Aber auch pflanzliches Eiweiß, Joghurt oder auch mal der typische Haferschleim stehen auf dem Speiseplan. Sehr wichtig ist es zudem den Elektrolyt- und Wasserhaushalt im Auge zu behalten.” 

Wie sieht Deine Ernährung dann am Wettkampftag aus, wie startest Du den „Marathon-Tag“? 

Lauerbach: „Ich stehe ca. vier Stunden vor dem Start auf und versuche drei Stunden vor dem Start zu frühstücken. Es gibt Porridge mit Nüssen und frischem Obst für eine gesunde Grundlage. Vielleicht gibt es noch ein Riegel oder eine Banane vor dem Start. Bis zur Hälfte der Strecke versuche ich aber nur mit Wasser auszukommen, um den Magen nicht zu belasten.” 

Wie kann generell einer körperlichen Erschöpfung vorgebeugt oder wie kann diese sogar vermieden werden? 

Lauerbach: „Das richtige Training ist der Faktor. Der Körper muss sich an die Belastungen gewöhnen. Das heißt auch mal im Marathontempo laufen, sich auch mal quälen und lange Läufe ins Training mit einzubauen. Wichtig ist dem Körper danach eine Regenerationsphase zu gönnen. Deswegen wird bei mir das Training zwei Wochen vor dem Start sehr reduziert und dabei konsequent auf die Ernährung geachtet.” 

Wann sollte eine Teilnahme an einem Marathon lieber vermieden werden? 

Lauerbach: „Wenn im Vornherein schon körperliche akute Probleme bestehen, wie zum Beispiel Gelenkprobleme, Schmerzen anderer Art oder Rückenleiden. Natürlich auch bei einer akuten Erkrankung, wie zum Beispiel einer Erkältung.” 

Was motiviert Dich persönlich einen Marathon zu laufen? 

Lauerbach: „Ich liebe Sport und habe einen sehr bürolastigen Job. Deswegen ist für mich die Natur und laufen generell sehr wichtig und der perfekte Ausgleich – vor allem an der frischen Luft.” Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück beim Marathon!

Christine Eberl

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