Team Driendl kämpft derzeit in Kanada

Curler starten in die Saison

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Skip Daniela Driendl (vorne v.l., CC Füssen), ihre Schwester Analena Jentsch (CC Füssen), Stella Heiss vom Kölner Club und Marika Trettin (CC Füssen) treten derzeit bei Turnieren in Kanada an. Ihre Teamkollegin Pia-Lisa Schöll (hintere Reihe links) vom EC Oberstdorf tritt dagegen mit Skip Andi Lang (CC Füssen) bei der Mixed-WM in Bern an.

Füssen – Für die Proficurler wird es langsam ernst. Das Damenteam mit Skip Daniel Driendl aus dem Füssener Curling Club (CC) tritt derzeit bei zwei Turnieren in Kanada an.

In der Schweiz in Bern nimmt das Team mit Skip Andi Kapp, Petra Tschetsch, Pia-Lisa Schöll und Holger Höhne ab Samstag, 12. September, an der „Ersten Mixed-WM“ teil und misst sich in Gruppe B unter anderem mit der Mannschaft aus Kanada, die zu den großen Titelfavoriten zählt. Der Curling-Turnierplan ist derzeit voll gepackt, bevor ab 20. November in Esbjerg in Dänemark die EM gespielt wird. Zum traditionellen Breitensport-Turnier nach Füssen lädt wiederum ab nächsten Freitag, 18. September, der örtliche Club ein: Der Erste Vorsitzende Roland Jentsch begrüßt die Mannschaften in familiärer Atmosphäre zum Turnier „Füssen Classics 2015“. 

Bei den Weltmeisterschaften im Frühjahr geht es dann bereits für die – von Bundestrainer Thomas Lips nominierten – Curlerinnen und Curler um die Punkte für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2018. Die laufenden Vorbereitungen sind fixiert auf diese Winterolympiade, die in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang ausgetragen wird. Doch schon in den kommenden Tagen will sich der CC Füssen mit seinen Top-Athleten über Erfolge und Überraschungen auf dem internationalen Eis freuen. 

Hochkarätige Turniere 

Seinen ersten internationalen Auftritt in der neuen Saison hat derzeit das Füssener Team Driendl bei Turnieren in Kanada. Die Sportlerinnen sind mit ihren Trainingseinheiten im Bundesleistungszentrum (BLZ) Füssen mit Blick auf die Wettkämpfe einen großen Schritt weiter gekommen. Die Stimmung ist gut im Team, das drei Curlerinnen aus dem Füssener Club mit den Kolleginnen aus den Eissportvereinen Köln und Oberstdorf bilden. In Kanada haben Skip Daniela Driendl, ihre Schwester, Jungtalent Analena Jentsch, und die jetzt WM-erfahrene Marika Trettin aus dem Curling Club Füssen mit Stella Heiß, die für den Kölner Club spielt, zwei Turniere vor sich, die top besetzt sind. (Informationen zum Turnierverlauf gibt es im Internet unter www.facebook.de/CurlingTeamDriendl) 

„Das erste der beiden Turniere ist mit Blick auf das Teilnehmerfeld als hochkarätig zu bewerten“, weiß Bundestrainer Lips. Das bestätigte sich am Wochenende. Während des Turniers gelang es dem deutschen Team nur einen Sieg (12:4) gegen China zu erringen. Den Teams aus Russland (3:6), Großbritannien (4:5) und Schweden (3:9) mussten sich das Team Driendl dagegen geschlagen geben, so dass sie am Ende auf dem 26. Platz landeten. Dass reine Vereinsmannschaften für Deutschland antreten – diese Ära sei vorbei, erklärte Lips. „Ich gibt aktuell zehn Curlerinnen. Jede sammelt nach dem neuen System Punkte. Das wird die Basis dafür, wen ich für die EM nominiere.“ 

Auch die Füssener Curlerin Corinna Scholz, derzeit ohne festes Team, gehöre zum Kader. Pia-Lisa Schöll vom EC Oberstdorf aus dem Driendl-Team ist dagegen nicht mit nach Kanada geflogen. Sie fährt stattdessen vom Studienort Mannheim in die Schweiz, wo die erste WM im Mixed-Curling stattfindet. Das Team von Skip Andi Kapp hatte sich im „Mixed“ den deutschen Meistertitel gesichert und vertritt Deutschland ab Samstag, 12. September, in Bern. 

Schwere Aufgabe 

Die Gruppe B mit neun Teams gilt als besonders leistungsstark. Nur die Erstplatzierten aus den vier Gruppen kommen direkt weiter. Für Drittplatzierte gibt es aber auch noch eine kleine Chance, sich fürs WM-Viertelfinale zu qualifizieren. Wenn das gelinge, sei eine „hervorragende Platzierung“ möglich, so Bundestrainer Lips im Gespräch mit dem Kreisboten. 

Für Schöll gilt, dass sie von der Erfahrung des international erfolgreichen Füssener Skips und seinen nicht weniger routinierten Mitspielern Holger Höhne und Petra Tschetsch profitieren könne. Wie es ausschaut, wird sie sich rechtzeitig von einer Verletzung erholen: Sie hatte sich bei einem Marsch bei der Bundeswehr einen Nasenbeinbruch zugezogen. Der Sportfördergruppe gehört wie Schöll und Driendl neuerdings auch Jentsch an. „Weil die Curling-Saison schon begonnen hat, bin ich mit der Grundausbildung erst im Frühjahr 2016 an der Reihe“, erklärt sie. Seit diesem Sommer hat sie das Abitur in der Tasche. Auf andere Weise setzt sich jetzt ihr Vereinskollege Andreas Lang für den deutschen Curlingsport ein. Er ist seit Frühjahr Vizepräsident des Deutschen Curling Verbands (DCV). 

Dieser hat sich an der Spitze stark verändert, um jetzt die Strukturen für den Leistungssport zu schaffen, damit die deutschen Frauen- und Männerteams bei größeren Turnieren bessere Platzierungen als zuletzt erreichen können. Der 36-jährige Lang war zuvor selbst Spieler im erfolgreichen Team Kapp. Die jetzige und auch die kommende Generation in der olympischen Disziplin Curling sieht der neue DCV-Vizepräsident „auf einem guten Weg“.

Chris Friedrich

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